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Mazatlán bis San Miguel de Allende 12.1.10 – 4.2.10

Von Mazatlán aus änderte sich die Landschaft schon auf den ersten 70 km drastisch – immer hügeliger und immer interessanter wird die Umgebung, durch die wir radeln – entlang der Straße wachsen tropische Bäume und die Vögel die von den Ästen pfeifen hören sich an wie Papageien.

Wir waren eigentlich auf einen anstrengenden Anstieg gefasst, von dem wir am ersten Tag der Strecke nach Durango noch verschont bleiben. Wir hatten uns eigentlich vorgenommen in Copala zu übernachten, überlegten aber an der Abzweigung der Straße, ob wir wirklich die steile gepflasterte Straße Richtung Copala hinunter nehmen oder doch besser weiterfahren sollten, nachdem wir erst 70 km gefahren waren und es noch relativ früh war.

Von Copala aus kam uns ein vollbesetztes Auto entgegen und der Fahrer fragte uns zu unserer Überraschung in gutem Englisch, ob wir nach Argentinien unterwegs wären und in Alaska gestartet seien. Wir tratschten kurz mit ihm und als wir ihn fragten, ob es in Copala ein Hotel gäbe, meinte er wir sollten doch einfach in seinem Haus schlafen, da er ohnehin über Nacht nicht zuhause wäre weil er gerade nach Mazatlán unterwegs sei.

Er gab uns seinen Hausschlüssel und die Anweisung, am Hauptplatz einfach irgendwen zu fragen: „¿Donde vive Luis?“ – Wo wohnt Luis – was sich als nicht so einfach herausstellte, wie er vielleicht geglaubt hatte, da natürlich im Ort jeder wusste, dass Luis gerade nach Mazatlán unterwegs war und wir mit unserem noch recht dürftigen Spanisch gewisse Schwierigkeiten hatten, den Leuten zu erklären, dass wir trotzdem sein Haus finden und dort schlafen wollten.

Glücklicherweise passte der Schlüssel aber beim ersten Tor, das wir probierten und wir mussten nur drei Leute fragen, bevor wir „zuhause“ waren. Luis‘ Haus ist sehr nett eingerichtet und wir fühlten uns sofort wohl darin. Als wir gerade dabei waren, unser Abendessen zu kochen bekamen wir auch noch Besuch von einigen Leuten, die offenbar auch einen Schlüssel hatten und begannen, im Garten zu arbeiten. Was genau sie machten fanden wir allerdings nicht heraus und ließen uns auch nicht weiter vom wohlverdienten Abendessen abhalten. Nach ca. einer Stunde waren sie ohnehin wieder verschwunden.

Am nächsten Morgen als wir gerade aufbrechen wollten kam Luis nachhause und wir hatten noch eine kurze aber nette Unterhaltung mit ihm. Er hatte Kunst studiert und ein kleines Geschäft in Copala, wo er die Ledermasken verkauft, die wir bei ihm zuhause gesehen hatten, wo sie zum Trocknen am Küchenboden aufgelegt waren.

Nachdem der Vortag mit knapp über 1017 Höhenmetern und 74 km noch mäßig anstrengend war, brachen wir am Tag darauf unseren bisherigen Tageshöhenmeterrekord auf der Strecke von Copala nach El Palmito – 2123 hm laut HAC5, laut GPS sogar über 2400 hm – was wirklich genauer ist wissen wir leider nicht. Jedenfalls wars anstrengend und eigentlich wollten wir schon einige km vor El Palmito campen, nachdem uns aber dort eine Wirtin sagte, dass es zum nächsten Hotel in El Palmito nur mehr 10 km wären und die Strecke flach sei, beschlossen wir, doch noch weiterzufahren. Aus den 10 km wurden 15 und die Strecke war flach genug um nochmal 300 hm zurückzulegen. Dementsprechend froh waren wir über die heiße Dusche und das gemütliche Bett in El Palmito, wo wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit ankamen.

Ab der Grenze zwischen Sinaloa und Durango wird die Landschaft wirklich spektakulär – die Straße ist in teilweise senkrechte Felswände gehauen und an den Hängen wachsen Agaven. Auf einer Seehöhe von über 2000 m war es nun wieder deutlich kühler als zuvor am Strand in Mazatlán. Auf 2700 m setzte am Nachmittag ein mäßig angenehmer Graupelschauer ein der die Fahrbahn in kurzer Zeit in einen Rutschbahn verwandelte und uns zwang, uns schon in La Ciudad ein Zimmer zu nehmen. Wesentlich wärmer war‘s leider im Hotel auch nicht, denn Heizung oder Warmwasser gab‘s hier nicht obwohl wir uns noch immer auf über 2500 m befanden.

Am nächsten Morgen sahen wir, dass es offenbar in der Nacht wieder geschneit hatte. Die Straße war von einer ca. 5 cm dicken Schneeschicht bedeckt, die Temperatur lag bei -6°C und bei allen anderen Häusern kam dicker Rauch aus den Rauchfängen. Nachdems im Hotel auch nicht recht gemütlich war brachen wir trotzdem relativ früh auf und fuhren die ersten 22 km auf fast ununterbrochener Schneefahrbahn bis zum Pass von El Salto auf 2802 m Höhe. Auf der anderen Seite war glücklicherweise der Schnee schon größtenteils geschmolzen, so dass die Abfahrt nicht sonderlich problematisch war. Jedoch ließ uns unser erneut unbeheiztes Hotel in Llano Grande am Abend beinahe schon daran zweifeln, dass wir die richtige Route gewählt hatten.

Auch der nächste Tag begann mit Temperaturen um den Gefrierpunkt und dichter Bewölkung, die sich allerdings bis zu Mittag deutlich lichtete und bis zu unserer Ankunft in Durango völlig verschwunden war. Trotzdem wir wieder nur eine relativ kurze Distanz bis Durango zurücklegten, war die Strecke erneut anstrengend, denn das Zentralplateau Mexikos ist nicht flach, wie man dem Namen nach vermuten würde, sondern in dieser Gegend mindestens so hügelig wie das Waldviertel. Von Mazatlán bis Durango hatten wir insgesamt 6765 Höhenmeter auf 337 km zurückgelegt. 1700 hm mehr als wir nach den Angaben in anderen Blogs erwartet hatten – die barometrischen Höhenmesser weichen bei den Messwerten anscheinend ganz deutlich voneinander ab.

Dafür wurden wir in Durango sehr freundlich empfangen und bei der Suche nach einem Hotel von Ismael, den wir nach dem Weg zum Zentrum fragten, nicht nur in die richtige Straße geführt sondern auch noch auf einen Oxxo Kaffee eingeladen – Eine ganz lustige Erfahrung, denn er sprach trotzdem er zwei Jahre in Texas gelebt hatte kein Englisch und wir „unterhielten“ uns ausschließlich auf Spanisch.

Nach der anstrengenden Fahrt von Mazatlán gönnten wir uns ein ausgiebiges Abendessen im Restaurant mit Burritos, Tortas, Sincronizadas, Frijoles und Tacos con carne al pastor – wir probierten einfach alles, was es auf der Karte zu bestellen gab ohne genau zu wissen was uns erwartete und waren größtenteils begeistert J.

Nachdem die Methode am Vorabend so gut funktioniert hatte war ich auch beim Frühstück zu Experimenten aufgelegt und sah in der Karte, dass es „Menudo“ zum Frühstück nur am Sonntag gab, was mich neugierig werden ließ. Unser begrenztes Spanisch erlaubte uns zwar noch, die Kellnerin zu fragen was denn „Menudo“ eigentlich sei, der Antwort waren wir allerdings nicht gewachsen. Bestellt haben wir es trotzdem und waren relativ überrascht über das was wir dann aufgetischt bekamen – offenbar eine mexikanische Mischung aus Fleck- und Klachlsuppe (mit Kutteln und Rindshaxen statt Schweinshaxen) mit viel Chile – nicht ganz mein Geschmack fürs sonntägliche Frühstück.

Bis auf die Frühstückserfahrung ist Durango aber eine schöne Stadt mit einigen großen Plätzen, die von schönen Kolonialbauten umgeben sind und zahlreichen alten Kirchen. In der Fußgängerzone flanieren am Samstagabend offenbar engagierte Pärchen in Kolonialtracht auf und ab und vor den Hotels spielen Mariachis.

Unsere weiteren Stops von Durango nach Zacatecas waren Nombre de Dios, Sombrerete und Fresnillo, wovon die ersten beiden wieder ganz nette Kolonialstädtchen sind. Von Fresnillo sahen wir nur die Außenbezirke, die wenig ansprechend sind.

Auf fast der gesamten Strecke hatten wir mit böigem, unangenehmem Seitenwind zu kämpfen – gerade auf den engen und stark befahrenen Stadteinfahrten war das besonders unangenehm. Die letzte Steigung auf der Nordeinfahrt von Zacatecas wurde so zu einem der unangenehmsten Streckenabschnitte der gesamten Reise.

Belohnt wurden wir dafür mit einer unglaublich bunten Stadt die sich auf 2500 m zwischen die Berghänge zwängt und einen ganz besonderen Reiz hat. Kein Wunder, dass sie auch zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Wir genossen zwei Tage die engen Gässchen der Altstadt und den wunderschönen Ausblick von der Dachterrasse des Hostal Las Margaritas. Durch den Wind, der auch in Zacatecas nicht nachließ, konnten wir leider nicht mit der Seilbahn über die Stadt auf den Hausberg fahren – diese stellt nämlich den Betrieb bei Wind ab 65 km/h ein.

Von Zacatecas bis Aguascalientes legten wir noch einen Stop in Rincón de Romos ein und erreichten dadurch relativ früh am nächsten Tag unsere Unterkunft in Aguascalientes, wo wir zum ersten Mal in Mexico couchsurften. Unsere Hosts Nathalie und Marie aus der Schweiz und aus Frankreich unterrichten Französisch als Fremdsprache in Aguascalientes. Nathalie (http://nathauxameriques.blogspot.com/) blieb auf der Durchreise von Montréal nach Feuerland hier hängen während Marie zum Arbeiten hierher gekommen war.

Obwohl wir ziemlich müde waren ließen wir uns dazu überreden, mit den beiden und Damian, einem Freund und Kollegen der beiden noch auszugehen. In der Innenstadt gibt’s nah am Hauptplatz eine Bar, wo man zwar für die Getränke etwas mehr zahlt als woanders, dafür aber kleine Antojitos gratis serviert bekommt und das in Mengen, an denen man sich mehr als sattessen kann. Außerdem bekamen wir zusätzlich eine Runde Bier und zwei Runden Tequila gratis serviert, was in Kombination mit der Flasche Wein, die wir schon zuhause getrunken hatten und den restlichen Getränken zu ausgelassener Stimmung sowie einem ordentlichen Kater am nächsten Tag führte, der uns zu einem ungeplanten Pausentag zwang. Dass wir seit 7 Monaten fast keinen Alkohol getrunken hatten machte sich jedenfalls ziemlich bemerkbar. Vor allem im Vergleich zu den beiden Mädels, die erstaunlich fit waren obwohl sie noch 2-3 Stunden länger unterwegs waren nachdem wir uns um 3 verabschiedet hatten, machte ich wohl einen relativ schlechten Eindruck.

Am weiteren Weg nach León mussten wir zum ersten Mal feststellen wie ungenau bzw. falsch unsere ITMB Karte von Mexiko ist. Während auf der Karte die Autopista von Auguascalientes über San Francisco del Rincón nach León führt verläuft sie tatsächlich zuerst über León und von dort nach San Francisco – blöd, wenn man plant, kurz vor León in San Francisco zu übernachten. Bis León wars uns nämlich zu weit und auch die Abzweigung nach Lagos de Moreno hatten wir laut Karte schon weit hinter uns, wodurch uns nichts anderes übrig blieb als wieder mal zu zelten – zum großen Leidwesen Manus, die dadurch Grays Anatomy im Fernsehen versäumte, das hier jeden Montag auf AXN läuft ;-)

Am nächsten Tag fanden wir heraus, dass wir die Abzweigung nach Lagos de Moreno noch vor uns hatten, da diese sich nicht wie auf der Karte eingezeichnet bei Encarnación de Díaz sondern ca. 30 km weiter südlich bei San Jorge befindet.

In Leon gab‘s wieder einiges zu sehen – die Altstadt ist schön restauriert und wesentlich attraktiver als die Vororte, wo wir einige Kilometer auf unasphaltierten und extrem holprigen Straßen dahin radelten, weil wir die richtige Autobahnausfahrt verpasst hatten nachdem León in 3 verschiedenen Richtungen angeschrieben war.

Im Zentrum von León stehen mitten am Hauptplatz mehrere unitades dentales moviles – Mobile Zahnbehandlungswägen, vor denen die Leute teilweise Schlange stehen. Auch die außen angeschlagene Preisliste (natürlich in mexikanischen Pesos) ist interessant:DSC_0447 edit

Als wir gerade Richtung Guanajuato aufbrachen wurden wir wieder einmal ausführlich über unsere Reise befragt und fotografiert. Was wir jedoch noch nicht erlebt hatten war, dass der Neugierige ein Notizbuch herausholte und begann unsere Antworten aufzuschreiben. Es stellte sich heraus, dass er ein Journalist der Periodico a.m. León war und einen Beitrag über uns schreiben wollte. Die Fragerei war somit unser erstes Zeitungsinterview auf Spanisch und führte zu folgendem Ergebnis: Zeitungsartikel in der a.m.

Nachdem unser Spanisch noch relativ dürftig ist sah sich der Reporter offenbar gezwungen die spärlichen Informationen die er erhalten hatte noch etwas auszuschmücken und erfand einfach einige Details dazu, wie zB. dass wir ein Buch schreiben würden.

Wir versuchten am nächsten Tag in Guanajuato eine Ausgabe der a.m. zu bekommen, leider gab’s dort aber nur die lokale Auflage für Guanajuato und nicht die für León.

Guanajuato ist etwas kleiner als Zacatecas, sonst sieht‘s aber recht ähnlich aus und hat auch wieder ein nettes Hostal mit Dachterrasse, von der der Ausblick allerdings nicht ganz so gut ist wie in Zacatecas. Interessant sind in Guanajuato die zahlreichen verwirrenden Tunnel, die die ganze Stadt unterwühlen und durch die früher der Rio Guanajuato rann bevor er durch einen Damm umgeleitet wurde. Heute werden die Tunnel für den Verkehr genutzt und sogar für einige Parkplätze ist da unten genug Platz.

Von Guanajuato, das auf ca. 1980 m liegt führt die Ausfahrt Richtung Dolores Hidalgo zunächst kurz bergauf so dass man nach nicht viel mehr als 10 km den 2613 m hohen Pass vor Dolores Hidalgo erreicht. Wir waren zwar auf eine anstrengende Etappe vorbereitet aber die Steigung hatte es trotzdem in sich, zumal uns auch das warme Wetter ziemlich ins Schwitzen brachte.

Dolores Hidalgo (voller Name: Dolores Hidalgo Cuna de la Independencia Nacional) hat zwar eine große Bedeutung in der mexikanischen Geschichte und ca. 55000 Einwohner, ist aber auf unserer Karte trotzdem nicht eingezeichnet – schon das zweite Mal, dass uns ein relativ gravierender Mangel an der ITMB Karte auffällt.

Die Strecke nach San Miguel de Allende, wo wir wieder bei einem Couchsurfer wohnen war glücklicherweise weniger anstrengend und nur 44 km lang. Wir kamen hier am 29.1. an und hatten uns vorgenommen 1-2 Tage Pause einzulegen. Mittlerweile sind wir nun eine Woche hier, weils die letzten 5 Tage ununterbrochen regnete, was allerdings nicht so tragisch ist, da wir bei Erssel gut untergebracht sind und auch von Anfang an nette Gesellschaft hatten. Gleichzeitig mit uns waren am Freitag Yojana und Akasha, zwei Mexikanerinnen zum Couchsurfen bei Erssel angekommen, die hier in San Miguel einen Bauchtanz-Workshop besuchten.

Am Dienstag fanden wir heraus, dass noch ein anderes Radlerpaar gerade in der Stadt war und trafen die beiden am Abend in der Stadt. Roland und Belinda Hinmueller (Cycling with Sally) – sie aus Neuseeland, er aus Kanada, sind ebenfalls am Rad, allerdings am Tandem, von Alaska nach Feuerland unterwegs und machen gerade einen Spanischkurs hier in San Miguel. Gefunden haben sie uns über die panam-riders Google Gruppe, in der wahrscheinlich die meisten Panamerikana Radler, die derzeit gerade unterwegs sind, registriert sind. Die beiden bleiben noch eine Woche hier und brechen dann zunächst nach Guanajuato auf, wollen aber wie wir danach nach Oaxaca, San Cristobal, Yucatan und anschließend nach Belize fahren und wir hoffen uns dort wieder zu treffen um gemeinsam nach Guatemala radeln zu können. Heute Abend treffen wir die beiden wieder und werden genauere Pläne schmieden.

Las Cruces/New Mexico bis Mazatlán/Sinaloa 18.12.09 – 11.1.10

FotoAus der geplanten Übernachtung in Las Cruces bei Lee und Cindy wurden wieder mal zwei weil wir so nett aufgenommen und hervorragend verköstigt wurden.

Von Las Cruces sind es noch ca. 90 km bis zum White Sands National Monument. Auf dem Weg dorthin kamen wir in Organ bei dem Post Office vorbei, auf das wir uns noch einige Pakete hatten schicken lassen und tatsächlich bekamen wir diesmal alle vier erwarteten Packerl – in dem winzigen Post Office Container in Organ ist es offenbar nicht so leicht etwas zu verschlampen wie im Main Post Office in Flagstaff . Meine Taucherbrille, die offenbar schon in Flagstaff verschwunden ist, ist leider nicht mehr aufgetaucht und daher auch nicht nach Organ weitergeleitet worden.

FotoDa das White Sands Natl. Mon. mitten in der White Sands Missile Range liegt campten wir kurz vor Beginn der Missile Range, da wir spät aufgebrochen waren und nicht in der Dunkelheit im Natl. Mon. ankommen wollten. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte, da es weder in der Missile Range noch im Natl. Mon. selbst eine Möglichkeit zum Campen gibt. So erreichten wir das National Monument am Frühen Nachmittag und hatten bis zum Abend Zeit, in der riesigen Sandkiste zu spielen J. Der weiße Sand, der ein Gebiet von mehreren hundert Quadratkilometern bedeckt besteht aus Gips, der vom Regen aus den benachbarten Bergen gelöst und ins Tal gespült wird, wo die Flüsse in kleinen Seen enden, die keinen Abfluss haben. FotoDer gelöste Gips kristallisiert wenn die Seen im Sommer austrocknen und wird vom Wind zu Dünen aufgehäuft, die schneeweiß sind. Dazwischen wachsen Yuccas und kleinere Sträucher.

FotoDie Straße des Natl. Mon. führt 8 Meilen weit mitten ins Dünenfeld, wo es kaum mehr Vegetation gibt, weil die Dünen zu schnell wandern. In den rein weißen Sandhaufen, die ca. 5-10 m hoch sind fühlt man sich wie in einer anderen Welt – sehr eindrucksvoll!

FotoAm östlichen Ende der Missile Range gibt es in der dort gelegenen Holloman Airforce Base eine Wildlife Viewing Area, wo man auch Campen darf. Von dort fuhren wir am nächsten Tag wieder zurück nach Las Cruces wo wir bereits zum Abendessen mit Lee, Cindy und einigen Bekannten der beiden erwartet wurden. Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir, dass es In Puerto Palomas – an dem Grenzübergang, den wir zu benutzen geplant hatten in letzter Zeit einige Entführungen gegeben hatte. Auf Anfrage bei der Österreichischen Botschaft in Mexico erhielten wir die beruhigende Auskunft, dass keiner der Grenzübergänge zu den USA momentan sicher wäre, jedoch keinen Tipp, welchen Grenzübergang wir wählen sollten. Nachdem wir von den Entführungen in Columbus gehört hatten entschieden wir uns, nach Arizona zurückzufahren und die bei Douglas die Grenze nach Mexico zu überqueren, da es zwischen dort und Columbus bei Antelope Wells zwar noch einen Grenzübergang, aber keine mexikanischen Einreisebehörden gibt.

Lee und Cindy halfen uns noch, unsere Ausstattung für Mexiko zu komplettieren und wir fanden sogar noch ein Tauchgeschäft, das innerhalb eines Tages eine Taucherbrille mit passenden Korrekturgläsern für mich auftreiben konnte.

FotoDurch die Wartezeit auf die Taucherbrille und den darauffolgenden Regentag verlängerte sich unser Aufenthalt wieder ungeplant aber nicht unwillkommen bis zum 24.12., wodurch wir noch „gemeinsam“ mit unseren Eltern über Skype Weihnachten feiern konnten ;-) . Den eigentlichen Weihnachtsabend verbrachten wir nahe El Paso wieder im Zelt und hatten morgens darauf wieder mal kühle minus 9°C zu verzeichnen – Zeit also, so schnell wie möglich nach Mexiko aufzubrechen. FotoDie Landschaft am Highway 9 entlang der Grenze ab Columbus westwärts und speziell das Gebiet unmittelbar östlich der Chiricahua Mountains waren abgesehen von White Sands die schönste Gegend New Mexicos, die wir sahen. In den Bergen hier lag teilweise neben der Straße noch etwas Schnee zwischen den typischen Wüstenpflanzen wie Mesquitesträuchern und Yuccas.

FotoKurz vor Douglas begegneten wir dem ersten Reiseradler seit langer Zeit. Der arme war in San Diego aufgebrochen und hatte kein Zelt sondern nur einen Biwak Sack zum Campen – Sicher nicht recht angenehm bei den Temperaturen hier in der Nacht. Zudem erzählte er uns, dass er fast jede Nacht von der Border Patrol aufgeweckt wurde, die ihn für einen illegalen Einwanderer hielt. Diese Erfahrung war uns glücklicherweise erspart geblieben. Entweder wissen wir mittlerweile, wie man sich beim Campen besser versteckt oder die Border Patrol hat uns einfach mit Zelt und Rädern für zu gut ausgestattet gehalten, um uns für illegale Grenzgänger zu halten.

FotoIn Douglas angekommen, gönnten wir uns noch ein letztes Mal eine Nacht in einem RV-Park um nochmal Wäsche zu waschen und uns auf Mexiko vorzubereiten und brachen am nächsten Tag frühmorgens zur Grenze auf.

Diesmal war es kein Problem, den Ausreisestempel für die USA zu erhalten und auch der mexikanische Einreise-Beamte gab uns nach kurzer Verhandlung für je 24 US$ eine 180 Tage Aufenthaltsgenehmigung – mehr als wir erwartet hatten und viel mehr als wir hoffentlich für Mexiko brauchen werden.

Der Weg durch Agua Prieta begann abenteuerlich. Wir hatten zwar herausgefunden, dass man auf http://www.bing.com/maps/ auch für Mexiko, Mittel- und Südamerika Routen planen kann, was auf Google Maps bisher nicht möglich ist, jedoch war in unserer Routenplanung nicht vermerkt, dass die Avenida Ferrocarril (Bahngasse), die uns aus der Stadt führen sollte nicht asphaltiert ist, auf weiten Strecken eher einer Müllhalde ähnelt als einer Straße und zudem eine Furt durch einen kleinen Bach beinhaltet. Trotzdem gelangten wir relativ schnell auf die MEX 2 und von dort auf die MEX 17 und waren froh, die Grenzstadt relativ schnell verlassen zu können.

Die erste Überraschung in Mexiko war, dass die Autofahrer bisher größtenteils recht rücksichtsvoll sind, uns oft zuwinken und beim Überholen ausreichend Abstand halten bzw. so lange hinter uns herfahren bis sie sicher überholen können.

Am ersten Tag in Mexiko fuhren wir bis Esqueda, wo wir uns im ersten Motel einquartierten, das wir fanden und von dem wir ebenso positiv überrascht wurden. Nach fast sieben Monaten im Zelt war der Komfort von eigenem Badezimmer, richtigem (und sogar sauberem) Bett und Fernseher für umgerechnet ca. 16€ zu zweit durchaus willkommen.

Von Esqueda ging’s weiter durch die hügelige Wüstengegend des nördlichen Sonora nach Cumpas. Auffallend ist hier, dass die Landschaft im Vergleich zu New Mexico und Arizona wesentlich grüner ist. Die Mesquitesträucher haben hier wieder Blätter und man findet auch immer mehr andere Vegetation. Auch in Cumpas fanden wir ein nettes und günstiges Hotel und wurden bei unserer Ankunft auch gleich auf Kaffee (aus echten Bohnen und mit echter Milch) und Tamales eingeladen. Die Mexikaner stellen sich zunehmend als sehr freundlich heraus und der Eindruck, den man in den USA aus den Medien und von Erzählungen verängstigter Amerikaner, die noch nie hier waren, bekommt, scheint bislang in keinster Weise zuzutreffen.

Nachdem’s von Cumpas aus über Moctezuma richtig in die Berge geht war der 31.12. ein recht anstrengender Tag, und unsere Silvesterfeier in Mazocahui fiel recht sparsam aus. Dafür waren wir am 1. aber gut in Form und schafften die 127 km bis Hermosillo noch vor 17:00.

FotoAb Hermosillo begann leider ein weit weniger interessantes Stück Straße – auf der Mex 15 ist relativ viel Verkehr und die Landschaft ist sozusagen brettl-eben – und das bis La Cruz mit ein paar Ausnahmehügeln vor Culiacán. In Guaymas sahen wir zum ersten Mal seit Big Sur den Pazifik – oder besser gesagt den Golf von Kalifornien – wieder. Das letzte Mal ist ja nun auch schon wieder ca. 5000 km her. Zum Baden lud die Gegend allerdings nicht wirklich ein. Das werden wir wohl bis etwas später verschieben müssen, da wir den Umweg nach San Carlos, wo’s schön sein soll nicht in Kauf nehmen wollten.

FotoNachdem die Strecke so flach war kamen wir wenigstens ganz gut voran und erreichten Mazatlán am 10.1. – 1371 km seit wir in am 29.12. in Agua Prieta nach Mexico geradelt sind in 13 Tagen also. Die Landschaft war dabei nur am Anfang vor Hermosillo in den Bergen und kurz vor Mazatlán interessant. In Sonora radelt man auf der Mex 15 parallel zur Küste in einiger Entfernung zu dieser ab Empalme in einem Großteils flachen Wüstengebiet durch Ciudad Obregon und Navojoa bis man ein Stück vor Los Mochis die Grenze nach Sinaloa überschreitet, wo plötzlich die Straße etwas breiter wird und einen schmalen Seitenstreifen hat und die Wüste in bewässertes Ackerland übergeht. Die Highlights dieser Strecke sind also quasi die Quesadillas und Tacos von den Asaderos am Straßenrand, die Abende in den Motels vor dem Fernseher (die man tatsächlich genießen kann, wenn man die letzten 7 Monate fast ausschließlich im Zelt geschlafen hat) und die tägliche Dusche, für die wir oft viel gegeben hätten als wir noch in den einsameren Gegenden der USA und Kanadas unterwegs waren.

Kurz vor Mazatlán überquerten wir den Wendekreis des Krebses – den Breitenkreis, an dem die Sonne zur Sommersonnenwende am Zenit steht und haben somit ca. 6 Monate nach dem nördlichsten Punkt unserer Reise in Fairbanks, wo wir nur 313 km vom Polarkreis entfernt waren, die Tropen erreicht. Passenderweise sahen wir am Wendekreis zum ersten Mal ein freilebendes Krokodil in einem Bach neben der Straße – gute 2,5 m lang aber leider zu schnell wieder weg, um es zu fotografieren. Außerdem hatten wir zum ersten Mal die Gelegenheit, uns von einer der kleinen Palmen am Straßenrand ein paar Kokosnüsse zu pflücken und auszutrinken – lecker!

Mazatlán gefällt uns sehr gut und wir gönnen uns einen Tag Pause in einem netten Hotel am Strand in der Altstadt bevor wir morgen nach Durango in die Berge aufbrechen.

FotoDie Küste vor Mazatlán hat sich als heiß, schwül und hügelig herausgestellt und die Straße ist unangenehm zu fahren weil der Pannenstreifen schlecht asphaltiert ist. Der seltene Ausblick aufs Meer ändert daran leider nichts. Wir freuen uns, in den Bergen hoffentlich bald endlich wieder in schönere Landschaft zu kommen.

Fotos zu diesem Beitrag gibt’s unter Arizona, New Mexico und Mexiko.

San Francisco bis Mesquite 8.10.09 – 5.11.09

Am Weg von Berkeley zurück zum Highway 1 nahmen wir bis Daly City die BART (Bay Area Rapid Transit – sowas wie unsere Schnellbahn) um uns die erneute Fahrt durch die hügelige Stadt zu ersparen. Von dort ging es weiter über Pacifica an die Küste. Der Highway südlich von Pacifica ist zwar als Pacific Coast Bike Route beschildert, jedoch zum Radfahren ziemlich ungeeignet – kurvig, schmal und ohne befahrbares Bankett – nicht gerade angenehm. Die Küste ist dafür umso schöner – teils weiße Sandstrände, teils steil abfallende Kliffs säumen die Westseite des Highways und die Hügel bleiben natürlich auch hier wieder nicht aus – 1000 Höhenmeter am Tag sind keine Seltenheit. Vor Monterey kamen wir dann wieder in landwirtschaftlich intensiv genutztes Gebiet – Kohlsprossen, Erdbeeren und Artischocken werden hier angebaut – Zum Abendessen gab‘s daher frisches Gemüse.

In Santa Cruz fanden wir ein gut sortiertes Radgeschäft, wo wir einige Ersatzteile besorgten, die wahrscheinlich in Mittel- und Südamerika schwer zu bekommen sind – Ersatzkugellager für meine Naben, noch einige Reservespeichen, Schaltzüge und Kettenöl. Geeignete Reifen und Bremsbeläge für unsere Scheibenbremsen sucht man leider auch hier vergeblich. Für Manus SLX Bremsen hätten wir zwar schon einige Male passende Bremsbeläge gefunden, doch kosten diese hier zwei– bis dreimal soviel wie zuhause. Für Formula Bremsen gibt’s überhaupt keine Ersatzteile – die dürften hier nicht sonderlich populär sein – wir werden also einige Dinge noch im Internet bestellen und uns auf ein Postamt am Weg schicken lassen.

Am Weg nach Monterey wurden wir von Einheimischen vor einem größeren Sturm gewarnt, der gerade im Anzug war. Nachdem wir schon in Santa Cruz gesehen hatten, dass die Campgrounds deshalb gesperrt wurden stellten wir uns darauf ein, die Nacht in Monterey in einem Youth Hostel zu verbringen. Kurz vor Monterey in Seaside begannen wir, nach einer günstigen Unterkunft zu suchen und landeten schließlich im Seaside Inn, das erstens günstiger als das einzige Hostel in Monterey war und zudem den Vorteil hatte, dass wir die Räder mit ins Zimmer nehmen durften.

Nachdem die Sturmwarnung auch für den nächsten Tag aufrecht blieb entschieden wir uns, noch eine zweite Nacht im Motel zu bleiben und besichtigten das Monterey Bay Aquarium – angeblich eines der größten Aquarien der Welt und das einzige, dem es bereits mehrmals gelungen ist, einen Weißen Hai für einige Monate erfolgreich zu beherbergen und anschließend wieder auszusetzen. Wir hatten das Glück, dass gerade wieder ein kleiner Weißer Hai ins Aquarium gekommen war, der im Outer Bay Becken neben Hammerhaien, Thunfischen und Delfinfischen seine Runden drehte.

Insgesamt war das Aquarium das schönste, das wir bisher gesehen hatten und ist den relativ hohen Eintrittspreis auf jeden Fall wert.

Von Seaside fuhren wir über Monterey und Carmel weiter nach Süden und bogen kurz nach Big Sur wieder Richtung Inland ab. Die Nacimiento – Fergusson Road, die von der Küste über die Coastal Range führt ist zwar mit dem Rad eine kleine Herausforderung, lohnt sich aber wegen des schönen Ausblicks auf jeden Fall. In engen Serpentinen windet sie sich von der Küste bis auf über 800m Höhe und bietet von mediterranen Graslandschaften über Eichenwälder bis zu Redwoods jede Menge Abwechslung. Auch die Fauna hat einige Überraschungen parat – zum Ersten Mal auf unserer Reise sahen wir eine Tarantel – interessant, diese Tiere mal in freier Wildbahn statt im Terrarium zu sehen. Es blieb auch nicht bei einer Sichtung denn die Viecherln gibt’s da anscheinend haufenweise – Manu hörte jedenfalls am nächsten Tag bei 18 Stück zu zählen auf. Gut zu wissen, dass man die Schuhe in der Früh wohl ab jetzt gut ausschütteln sollte um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Möglichkeiten zum Campen sucht man auf der Westseite der Coastal Range leider vergeblich und wir mussten einen großen Teil der Abfahrt auf der Ostseite schon bei Dunkelheit bewältigen bis wir zum ersten Campground kamen.

Nachdem es weder in Jolon noch in San Lucas eine Möglichkeit gibt, Nahrungsmittel zu kaufen mussten wir am weiteren Weg Richtung Fresno den Umweg über King City in Kauf nehmen, da zwischen King City und Coalinga am Hwy 198 eine längere einsame Strecke zu erwarten war – wir hatten uns schon wieder daran gewöhnt, zumindest einmal alle 100 km an einem Supermarkt vorbeizukommen und daher nicht recht viel Vorräte dabei.

Das nächste Problem am Hwy 198 sollten die Zäune sein, die sich am Straßenrand kilometerweit entlang ziehen und keinen Platz zum Campen lassen – nachdem wir schon ca. 20 km nach einem Schlafplatz gesucht hatten klopften wir daher bei einer Farm an die Tür und fragten, ob wir hinterm Haus campen dürften. Der Besitzer – John stellte sich als sehr freundlich heraus und kaum hatten wir das Zelt aufgebaut kam er nochmal heraus und bot uns an, uns zum Abendessen ein paar Steaks zu braten – ein Angebot, dem wir nicht widerstehen konnten. Irgendwie dürften wir einen mitleiderregenden Eindruck gemacht haben, denn statt nur eines Steaks bekamen wir ein dreigängiges Abendessen serviert – Clam Chowder, Steak mit Kartofferl und Broccoli und dann noch Erdbeeren als Nachspeise und nicht zu vergessen – am nächsten Tag noch ein Frühstück!

Der weitere Verlauf des Hwy 198 war bis Coalinga wieder eine sehr interessante und sehr abwechslungsreiche Strecke. Ab Coalinga beginnt jedoch das Farmland, das das gesamte Tal ausfüllt, größtenteils völlig flach ist und die wohl ödeste Gegend unserer Reise war. Bis Fresno sieht man für über 100 km nichts anderes mehr als quadratische Felder im 2 km Raster. Fresno ist fast genauso öde wie das umgebende Farmland, doch hatten wir das Glück, wieder mal einen sehr netten Gastgeber über Couchsurfing gefunden zu haben. Wir nutzten unseren Aufenthalt um endlich wieder mal richtiges Brot zu backen, Ersatzteile und Landkarten für Mittel- und Südamerika zu kaufen, unseren Blog zu aktualisieren und die Dinge, die in Fresno nicht zu bekommen waren im Internet zu bestellen.

Von Fresno aus ging’s weiter zum Kings Canyon und anschließend zum Sequoia National Park und wir konnten zum zweiten Mal innerhalb einer Woche unseren Tageshöhenmeter-Rekord verbessern – von 1700 hm am Hwy 1 und Nacimiento Fergusson Road auf 2001 hm von Squaw Valley bis zum Fir Campground kurz vorm Sequoia National Park. Für die Anstrengung wurden wir durch die eindrucksvollen Sequoias und den anschließenden Downhill vom Park zurück in die Foothills entschädigt – 1200 Höhenmeter steil bergab, nur unterbrochen durch eine kurze Pause um einen Schwarzbären zu beobachten, der etwas abseits der Straße gerade genüsslich und völlig unbeeindruckt von den zahlreichen Touristen, die ihn fotografierten, sein Abendessen verspeiste.

Die Sequoias – bis zu 311 Fuß hoch und mit Durchmessern bis zu 12 Metern sind nochmal eine eindrucksvolle Steigerung zu den Coast Redwoods, die zwar mit bis zu 376 Fuß etwas höher werden aber einen viel geringeren Durchmesser haben.

Im Sequoia National Park trafen wir auch zufällig Ted, unseren Host aus Berkeley wieder, der gerade mit zwei Couchsurfern eine kleine Runde durch einige Nationalparks machte.

Von den Foothills der Sierra Nevada kamen wir wieder zurück ins San Joaquin Valley mit seinen endlosen Feldern, nur unterbrochen von vereinzelten Orangen-, Zitronen- und Granatapfelplantagen, die wir die nächsten zwei Tage zu durchqueren hatten.

Erst kurz vor Bakersfield beginnt die Landschaft wieder etwas hügeliger zu werden und die Felder weichen Viehweiden – die teilweise mit Unmengen an ohnehin knappem Wasser bewässert werden. Bakersfield ist ungefähr so attraktiv wie Fresno – kein Platz um sich unnötig lange darin aufzuhalten.

Am Hwy 58 verließen wir Bakersfield wieder und nahmen die lange Steigung zum Tehachapi Pass in Angriff. Wir kamen bis Keene, wo uns der Besitzer eines Cafés einlud, im Garten des Cafés zu campen, was uns sehr gelegen kam, da in näherer Umgebung keine anderen Zeltplätze zu finden waren. In der Früh gab‘s dann noch einen Gratis-Kaffee – so stellt man sich einen netten Campground vor!

In Keene konnten wir endlich den stark befahrenen Freeway 58 verlassen und auf der Tehachapi Loop Road weiter bis zum Pass hinauf radeln um auf der anderen Seite des Berges plötzlich eine völlig andere Landschaft vorzufinden – Die Mojave Wüste mit den ersten Joshua Trees erstreckt sich bis zum Horizont. Nach der Mittagspause in Mojave kamen wir am flachen Terrain gut voran und lernten am Abend auch gleich einen Vorzug der Wüste zu schätzen – es gibt alle paar 100 Meter einen geeigneten Zeltplatz mit ebenem Boden – wir campten also einfach einige 100 Meter vom Highway entfernt, schlugen das Zelt bei beginnender Dunkelheit auf und standen rechtzeitig bevor es wieder richtig hell wurde auf um unseren Zeltplatz wieder zu räumen – Eine Vorgangsweise, die wir in den nächsten Wochen wohl öfter anwenden würden.

Am Morgen setzte beim Frühstück in der Wüste ein recht unangenehmer Sandsturm ein, der uns zwang, das Frühstück abzubrechen und aufzubrechen – glücklicherweise kam der Wind von Westen und blies somit in unsere Richtung, was uns bis Barstow eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 km/h und 75 gefahrene km vor der Mittagspause bescherte.

Leider änderte sich unsere Fahrtrichtung am Nachmittag und es ging nur mehr mit ca. 10 km/h am Highway 247 nach Süden weiter Richtung Lucerne Valley – das fühlte sich ungefähr an wie der Wechsel von der Autobahn in die 30er Zone – mit Gegenwind haben wir noch so unsere Probleme auch wenn wir mittlerweile wahrscheinlich relativ fit sind.

Weiter durch die Wüste kamen wir Tags darauf bis kurz vor Yucca Valley und wurden wieder mal unerwartet eingeladen – diesmal von einem technischen Zeichner, dessen Spitznamen (seinen richtigen fanden wir nicht heraus) wir leider beide sofort wieder vergaßen. Wir verbrachten einen netten Abend mit ihm und seiner Frau in Mesa bei veganem Essen und fanden heraus, dass er zu Fuß von Kalifornien bis Kolumbien gewandert war – allerdings schon vor ca. 30 Jahren, weshalb er uns nicht allzu viele nützliche Tipps für die Weiterreise geben konnte.

Durch den Joshua Tree Nationalpark mit seinen beeindruckenden Felshaufen und natürlich den sehr bemerkenswerten Joshua Trees fuhren wir weiter um über fast endlose Wüstentäler und einige kleinere Berge das Mojave National Preserve zu erreichen, in dem wir nun zum dritten Mal zufällig Paul (www.panamericantour.net) trafen. Er hatte sich mittlerweile von seinem Freund Chris getrennt, den wir zufällig auch einige Wochen zuvor an der kalifornischen Küste getroffen hatten nachdem wir die beiden zuletzt noch gemeinsam in Stewart / Britisch Columbia und davor in der Nähe von Dawson City im Yukon getroffen hatten. Die Radlerwelt ist jedenfalls klein – Wahrscheinlich werden wir einen der beiden spätestens im Süden Mexicos wieder treffen.

Das Mojave National Preserve gefiel uns landschaftlich fast genau so gut wie der Joshua Tree National Park und auch hier gibt es in den höheren Lagen wieder Yuccas und Joshua Trees, die der Gegend einen sehr speziellen Eindruck verleihen.

Nach weiteren 100 Kilometern erreichten wir endlich Las Vegas – Die Südeinfahrt, der Hwy 604 setzt sich direkt in den Las Vegas Boulevard, den berühmten Strip mit Unmengen an Casinos fort, die sich seit meinem letzten Besuch hier noch deutlich vermehrt haben. Wir kamen günstiger weise genau zur einbrechenden Dämmerung an, wodurch wir das eindrucksvolle Lichtspektakel, das der Stadt in der Nacht ihre besondere Atmosphäre verleiht erleben konnten.

Eine Unterkunft hatten wir bei Kevin, einem der Administratoren von www.warmshowers.com gefunden. Der Weg durch die Stadt bis zu seinem Haus war diesmal nicht so anstrengend wie bei anderen Städten, da es alle paar Meter irgendein verrücktes oder spektakuläres Gebäude gibt, über das man sich wundern kann. Trotzdem waren wir froh, als wir nach ca. 20 km im dichten Stadtverkehr endlich „zuhause“ angekommen waren.

Kevin stellte sich als sehr freundlich heraus und auch sein Haus ließ nichts zu wünschen übrig – Eigenes Schlafzimmer, Bad, große Küche mit Ausstattung zum Brotbacken – was will man mehr?

Die Zeit in Las Vegas war relativ knapp da wir ja nicht mehr lange in den USA bleiben dürfen und noch mehr als 3000 km zu bewältigen haben – trotzdem konnten wir die meisten Besorgungen, die wir vor Mexico noch machen wollten erledigen – neue Sitzmatten, Permethrin Spray, DEET und Karten von Utah und Arizona bekamen wir bei REI, wohin uns Kevin begleitete. Das überfällige Geburtstagsessen gab’s im „The Orleans“-Casino, das wir übrigens sehr empfehlen möchten – das Buffet ist sehr vielfältig und das Essen ist größtenteils sehr gut – besonders auch die Salate und Desserts. Zudem stimmt der Preis, da das Casino nicht direkt am Strip sondern etwas westlich davon liegt.

Brot wurde natürlich auch wieder gebacken – diesmal wieder mit ausreichend Roggenmehl, das wir in Fresno leider nirgends finden konnten. Nur die Internet-Erledigungen, die auch schon wieder dringend anstanden konnten wir leider nicht machen, da die Modemverbindung, die Kevin nutzt für die meisten Websites, unter Anderem auch für Google Maps, viel zu langsam ist.

Nach einem „Ruhetag“ in Las Vegas brachen wir wieder Richtung Nordosten auf und kamen noch fast bis zum Valley of Fire State Park. Nach dem Trubel in der Stadt ist das Campen in der Wüste wieder sehr angenehm – viel länger als 1-2 Tage hätten wir es in Las Vegas wahrscheinlich ohnehin nicht ausgehalten.

Über das Valley of Fire fuhren wir weiter nach Logandale und holten dort unsere Landkarten und Ersatzteile ab, die wir per general delivery aufs Postamt hatten schicken lassen – bis auf ein Paket für Manu, das wir aus Österreich erwarteten war auch tatsächlich alles rechtzeitig angekommen. Glücklicherweise kann man die Pakete, die man noch erwartet relativ problemlos auf ein anderes post office weiterleiten lassen.

Am Abend hatten wir bei McDonalds in Mesquite nochmal die Gelegenheit, einige Emails zu verschicken, ein Moskitonetz für Malariagegenden zu bestellen und den Versand unserer Reservereifen, auf die wir schon seit Fresno warten zu organisieren. Das alles können wir dann hoffentlich in Flagstaff/Arizona am Postamt abholen.

Von Mesquite aus geht’s jetzt weiter in die Berge zum Zion und Bryce Canyon National Park.

Fotos zum Aktuellen Eintrag gibt’s in den Kategorien Kalifornien und Nevada.

Shelton bis San Francisco – 7.9.09 – 8.10.09

Von Shelton aus verlief unsere Route Richtung Süden und führte uns über Washingtons Hauptstadt Olympia nach Portland. Die Strecke verlief wie schon vor Shelton Großteils durch Farmland und war wieder mal wenig aufregend. Wir hatten allerdings schon vor unserer Entscheidung, durchs Inland zu fahren damit gerechnet und hatten entschieden, diesen Umstand in Kauf zu nehmen um den Umweg an die Küste zu vermeiden.
Portland stellte sich als die bisher interessanteste Stadt unserer Reise heraus. Besonders beeindruckend ist die schier unheimliche Zahl an Radfahrern, die die Stadt bevölkern. An jeder Ecke gibt’s Radgeschäfte und die Vielfalt an unterschiedlichen Drahteseln auf den Straßen ist unermesslich. Zudem hat die Stadt ein riesiges Netz an Radwegen, und im Visitor Center und in vielen Radshops bekommt man gratis Rad-Karten und -Stadtführer.

Ein Quartier fanden wir – wieder mal über warmshowers – bei Phil und Brie – zwei jungen New Yorkern, die selbst erst seit einigen Monaten in Portland wohnen und vor einiger Zeit mit den Rädern von New York bis fast nach Portland gefahren waren.
Nach drei Tagen in Portland hatten wir Bewegung wieder dringend nötig – nicht zuletzt weil wir auf der Stadtausfahrt zum ersten Mal seit Fairbanks einem Fastfoodheißhunger verfallen waren, der durch ein außergewöhnlich gutes Angebot bei Burger King ausgelöst worden war.
In drei Tagen erreichten wir Lincoln City an der Küste Oregons und freuten uns, endlich wieder mal etwas Abwechslung entlang der Strecke zu haben – Der bekannte Highway 101 entlang des Pazifiks bietet tatsächlich beeindruckende Felsformationen und schöne Sandstrände, nur lässt die Wassertemperatur etwas zu wünschen übrig.
Auch das Campen ist am Highway 101 wieder angenehm günstig, da es jede Menge kleine State Parks gibt, deren Campgrounds mit Hiker/Biker Sites ausgestattet sind, die nur 4$ pro Person kosten.
Am zweiten Tag an der Küste trafen wir am berühmten Seal Rock in der Mittagspause Caro und Nils aus Deutschland, die ebenfalls in Anchorage gestartet waren und daher schon von Weitem an der schweren Beladung als Langstreckenradler von den hier zu Hauf anzutreffenden Zwei-Taschen-Wochenend-Radlern zu unterscheiden waren. Aufgrund der netten Unterhaltung und ob der Freude, endlich mal wieder jemand getroffen zu haben, der ähnlich viel Gepäck wie wir zu schleppen hatte, radelten wir den Rest des Tages gemeinsam zum Honeyman Campground, auf dem die beiden einen Freund treffen wollten, mit dem sie bereits auf Vancouver Island geradelt waren.
Am nächsten Tag setzten wir etwas verspätet am frühen Nachmittag (Regen :-( und langer Erfahrungsaustausch mit Nils und Caro :-) ) unsere Reise fort und bogen in Reedsport wieder ins Inland ab, um zum Crater Lake zu fahren. Der Hwy 38 und 138 gefielen uns sehr und waren vor allem auch wesentlich weniger befahren als der 101 an der Küste, und wir waren schon bevor wir den Crater Lake erreicht hatten fest davon überzeugt, dass wir den interessanteren, wenn auch anstrengenderen Weg gewählt hatten.
Sobald wir den Nationalpark erreicht hatten war auch die Anstrengung des 2300-Höhenmeter-Anstieges vergessen. Über die Nordeinfahrt erreichten wir zuerst die beeindruckende Pumice Wüste, die entstand als bei der Explosion des Mt. Mazama vor 7700 Jahren ein Tal 30m hoch mit Asche aufgefüllt wurde. Die Nacht darauf verbrachten wir auf unserem bisher höchstgelegenen Zeltplatz auf 1935m Höhe. Wenig überaschenderweise war die Nacht auch unsere bisher kälteste mit -2°C in der Apsis. Auch das Frühstück auf 2300m am Grat des Kraters war eher kühl, doch wurden wir durch die grandiose Aussicht auf den dunkelblauen Kratersee und Wizard Island mehr als entschädigt. Nachdem uns die Landschaft so gefiel und auch die Fotomöglichkeiten zahlreich waren schafften wir am Crater Lake nur 27 km, die aber sicherlich zu den schönsten unserer bisherigen Reise gehören.
Ein fast ebenbürtiges Highlight war auch die Abfahrt vom Crater Lake Richtung Küste – auf über 30km geht’s über 900 Höhenmeter bergab mit einem einzigen, vielleicht 100m langen Stück, auf dem man kurz treten muss.
Sobald wir die Berge verlassen hatten wurde die etwas unangenehme Kälte von ziemlich unangenehmer Hitze abgelöst – 38° im Schatten ließen meinen Radcomputer mehrmals ausfallen und brachten Manu beinahe zu Verzweiflung.
Kaum an der Küste – diesmal schon in Kalifornien – angekommen empfing uns wieder Nebel und Kälte in den Sequoia Wäldern rund um Crescent City.
Zu unserer großen Überraschung kamen am Morgen nachdem wir wieder an der Küste angekommen waren als wir gerade auf einem Picknicktisch vor einem Campground frühstückten Nils und Caro aus ebenjenem geradelt. Das Frühstück dehnte sich dadurch wieder beträchtlich in die Länge und nachdem danach noch immer nicht alles besprochen war radelten wir gemeinsam weiter.
Zu viert zu radeln stellte sich als sehr unterhaltsam heraus und hatte zudem den Vorteil, dass wir uns die Campingplatzgebühren teilen konnten. So setzten wir auch am nächsten Tag unsere Tour gemeinsam fort und wollten uns eigentlich wieder einen Zeltplatz teilen, wurden aber am Abend sogleich eines besseren belehrt – ein hoher Preis und eine Beschränkung auf maximal zwei Personen pro Site am Campground veranlasste uns, uns gemeinsam einen Wildcampplatz zu suchen. Wenn wir allerdings vorher gewusst hätten, wieviel Bear Poo wir später rund um unseren Zeltplatz finden sollten, hätten wir vielleicht diese Entscheidung nochmals überdacht.
Caro und Nils begleiteten uns weiter durch die Avenue of the Giants, deren riesige Coast Redwoods, die oft über 100 m hoch sind und Stämme mit mehreren Metern Durchmesser haben, uns alle sehr beindruckten.

Entlang der sehr hügeligen kalifornischen Küste fuhren wir gemeinsam weiter bis Sausalito – nördlich von San Francisco – und wurden von tausenden rosa und pink gekleideten Frauen mit Wuschelschwänzen und Plüschquasten am Kopf empfangen, die uns bis über die Golden Gate Bridge nach San Francisco hinein begleiten sollten. Der San Francisco Bay Area Breast Cancer 3-Day Walk war gerade voll im Gange, als wir eintrafen.

Am nordende der Golden Gate Bridge gönnten wir uns allerding noch eine ausgiebige Mittagspause im Fort Baker Park mit Blick auf San Franciscos Skyline und die Golden Gate Bridge bevor wir uns auf den Weg durch das rosarote Getümmel in die Stadt machten.
Am Südende der Golden Gate Bridge wurden wir dann auch sogleich von einem einheimischen Radler in Beschlag genommen, der uns anbot, uns den besten Weg durch die Stadt nach Pacifica zu zeigen, wohin wir am Madrone Campground einige Tage zuvor etwas südlich der Avenue of the Giants von einem Ehepaar eingeladen worden waren.
Der Weg, den er mit uns einschlug wäre vielleicht unter normalen Umständen ganz schön gewesen, doch hatte sich am Nachmittag der kühle Wind zu einem richtigen Sturm ausgewachsen und machte uns insbesondere am langen Strand auf der Westseite San Franciscos gehörig zu schaffen. Der Strand wurde vom Sturm nämlich kurzerhand auf die Straße verfrachtet, auf der sich stellenweise richtige kleine Dünen bildeten. Wir hatten nicht die geringste Chance, dem Sand zu entkommen, der sich in allen Nischen der Ausrüstung sowie in Augen und Ohren ansammelte. So einen Sandsturm hätten wir vielleicht in einer der Wüsten im Inland erwartet, aber definitiv nicht in San Francisco.
Aufgrund des Sandsturms, der 1444 Höhenmeter, die wir an diesem Tag auf nur 70 km zurücklegten und natürlich auch wegen der vielen Fotopausen erreichten wir unsere Hosts in Pacifica erst gegen 20:00, wurden aber trotzdem sehr herzlich empfangen. Nach der dringend nötigen Dusche gab’s kalifornischen Rotwein zu vegetarischer Lasagne und sogar der Whirlpool, den wir letztendlich aber doch nicht mehr ausprobierten, war bereits vorgeheizt.
Leider bekamen Steve und Jaclyn am nächsten Tag anderen Besuch und wir mussten wieder aufbrechen – in der netten Umgebung hätte es sich durchaus noch einige Zeit aushalten lassen.
In letzter Minute fanden wir noch einen Couchsurfer, der Zeit hatte, uns zu hosten, nachdem wir bereits vor mehr als einer Woche begonnen hatten in San Francisco nach einer Unterkunft zu suchen, jedoch bisher keinen Erfolg gehabt hatten. Von Ted, unserem Gastgeber sollten wir später erfahren, dass er pro Tag 6-7 Anfragen über couchsurfing.com bekommt, was unsere Schwierigkeiten, eine Unterkunft zu finden wohl erklärt.
Nach einem hervorragenden Frühstück bei Steve und Jacy sowie den letzten Internet-Erledigungen in Pacifica brachen wir mit Caro und Nils wieder Richtung San Francisco auf. Nachdem wir nicht wieder über den Freeway No.1 fahren wollten, wie bei unserer Ankunft in Pacifica hatten wir uns von unseren Gastgebern eine alternative Route über den Manor Drive beschreiben lassen, der sich als bisher wohl längster richtig steiler Abschnitt unserer Reise  herausstellte. Ca. 1 – 1 ½ km mit 17-19% Steigung (von knapp über Meeresspiegel bis auf 210m Höhe) trieben uns trotz kühlem Wetter schnell die Schweißperlen ins Gesicht.
Die weiteren Hügel, die wir bis nach Downtown San Francisco zu überwinden hatten waren glücklicherweise nicht mehr so anstrengend. Trotzdem hatten wir einige Male Gelegenheit, vom Portola Drive aus auf die Innenstadt hinunterzublicken.
Wir hatten mit Ted vereinbart, ihn in der Sutter Street im „White Horse“ – seinem Stammlokal zu treffen. Zuvor begleiteten wir noch Caro und Nils zu ihrem Hostel gleich in der Nähe unseres Treffpunktes und verabschiedeten uns. Die beiden erwarteten in San Francisco Besuch von Caros Familie, mit der sie in den nächsten Wochen per RV einige Nationalparks erkunden wollten. Wir sind schon sehr gespannt, ob sich unsere Wege weiter südlich zufällig wieder einmal kreuzen werden.
Als wir beim White Horse ankamen erwartete uns Ted schon. Wir führten unsere Räder ins Hinterzimmer des Pubs und wurden von Laury, der Barkeeperin auch gleich auf zwei Corona eingeladen, als wir von unserer Reise erzählten. Dazu gab‘s gratis Hotdogs, die allen Gästen im White Horse angeboten werden. Unser bisher stärkster Auftritt war wohl, als wir gegen ½ 11 das mittlerweile ziemlich gefüllte Pub wieder mit unseren voll bepackten Rädern verließen. Man könnte fast sagen wir erregten etwas Aufsehen. :-)
Ted war mit dem Auto nach San Francisco gekommen und nahm uns mit den Rädern mit nach Berkeley, wo wir uns für die nächsten Tage bei ihm und seinen Mitbewohnern Brian und Ben einquartieren durften. Nachdem er gerade im Theater zwischen zwei Produktionen nichts zu tun hatte bekamen wir am nächsten Tag auch gleich eine San Francisco Stadtführung durch Embarcadero, Fisherman’s Wharf, Hyde Street Pier und Chinatown.
Wir hatten das Glück, dass einige Museen in San Francisco am ersten Dienstag im Monat gratis Eintritt haben und nahmen uns daher für Dienstag das Museum of Asian Arts und Das Museum of Modern Art vor, fanden aber leider im Asian Arts Museum heraus, dass der Gratistag auf Sonntag verlegt worden war, weshalb wir auf eine Besichtigung der City Hall auswichen.
Das Museum of Modern Art war definitiv eines der Highlights in San Francisco, wenngleich Ted der uns wieder mit dem Auto nach San Francisco gebracht hatte nach ca. 2 Stunden ziemlich verstört ins Museum kam und uns erzählte, dass sein Auto abgeschleppt worden war. Wir begleiteten ihn also per Bus zum Abschleppplatz um das Auto wieder auszulösen, was sich als etwas schwierig herausstellte, letztendlich aber doch funktionierte. Ted ließ sich durch die ganze Sache in seiner Gastfreundschaft jedoch nicht aus der Ruhe bringen und organisierte für den Abend noch gratis Kinokarten für Inglorious Basterds.
Nach dem etwas stressigen Vortag verbrachten wir den Mittwoch in Berkeley zuhause mit Blogschreiben, Routenplanung und damit, Teds Computer zu reparieren.
Am Donnerstag machten wir nochmal auf eigene Faust San Francisco unsicher und kamen genau rechtzeitig zum Training der Blue Angels für die Flugshow am nächsten Tag am Russian Hill an, von wo wir eine gute Aussicht auf die atemberaubenden Manöver genossen.
Abends besuchten wir noch das Nightlive Special der Academy of Science im Golden Gate Park – auch ein Highlight, das unbedingt zu empfehlen ist – Ein großes Aquarium (interessanter als das in Seattle), ein Planetarium, ein vierstöckiges Regenwaldhaus und ein naturhistorisches Museum können jeden Donnerstag Abend zwischen 6 und 10 in Clubatmosphäre mit DJ und zahlreichen Bars zum halben Tageseintrittspreis erkundet werden. Da könnten sich die Wiener Museen durchaus noch etwas abschauen!

Einziger Haken dabei: wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Sache wirklich so ein Nightlive Event ist und waren in unserer Radkleidung nicht gerade overdressed zwischen den tanzenden San Franciskanern – waren aber glücklicherweise nicht die einzigen, die mit Windstopperjacken und Rucksäcken unterwegs waren :-)
Am Ende unseres San Francisco Aufenthaltes hatten wir noch Gelegenheit, unsere Ausrüstung etwas auszusortieren und wollten eigentlich einige Dinge, die wir bisher nicht oder selten gebraucht hatten nachhause schicken, was sich, nachdem es in den USA bei der Post seit einiger Zeit keine Bodentransport-Option mehr gibt allerdings als sehr teuer herausstellte – so teuer, dass es nicht viel teurer wäre die Dinge, die wir nicht mehr brauchen wegzuwerfen und zuhause neu zu kaufen. Als Ted davon erfuhr bot er uns sofort an, unsere Sachen dem nächsten österreichischen Couchsurfer mitzugeben – wir hoffen also, dass er in den nächsten 1-1 ½ Jahren mal einen zuverlässigen Österreicher hostet, der unsere Sachen mitnehmen kann.

Die Fotos zum aktuellen Bericht sind auf Washington, Oregon und Kalifornien aufgeteilt.

Neuerungen auf der Website

Es gibt einige Neuerungen auf unserer Website – Ab sofort könnt ihr im Gästebuch Nachrichten hinterlassen (Die Mailadressen werden nicht öffentlich angezeigt!).

Weiters haben wir unsere bisher gefahrene Route vervollständigt und die voraussichtliche Route für die nächsten 2 Monate online gestellt.

Ein neuer Reisebericht und Fotos folgen in Kürze!

lg Manu & Phil

Geotagging funktioniert

Wir haben den Tag bei Dale in Anchorage verbracht und dazu genutzt, alle unsere Internet-Erledigungen zu machen bevor wir wieder in die Wildnis aufbrechen.

In der Fotogalerie gibts jetzt unter manchen Fotos einen Link mit den GPS Koordinaten bei denen das Foto gemacht wurde, der ein Google Maps Fenster öffnet in dem die Position des Fotos angezeigt wird.

Endlich unterwegs!

Seit dem letzten Eintrag ist ja nun schon einige Zeit vergangen – trotzdem war die Vorbereitungszeit nicht zu kurz. Speziell die Ausstattung und der Zusammenbau der Räder war noch eine kleine Herausforderung.

Mittlerweile haben wir aber alle Vorbereitungen abgeschlossen und sitzen im Zug nach Frankfurt. Nach einer erholsamen Nacht im Zug fliegen wir morgen um 10:25 von Frankfurt nach Anchorage.

Unsere erste Unterkunft in Anchorage ist auch schon “gebucht” – Dale der Couchsurfer lässt uns bei sich übernachten und wir sind schon sehr gespannt auf ihn.

Auch vom Abschied von Familie und Freunden am Wiener Westbahnhof gibt‘s schon Fotos in der Galerie und sobald wir wieder mal an ein offenes WLAN oder Internetcafé kommen werden wir sie hochladen.