Archive for the 'On the Road' Category

Almirante, Panama bis Bogotá, Kolumbien 15.06.10 – 02.08.10

Schon zwischen Almirante und Chiriqui Grande machte sich auf den steilen Hügeln Manus Knie etwas bemerkbar. Auf der Überquerung der Continental Divide am nächsten Tag zwischen Chiriqui Grande und Chiriqui – einer unserer bisher schwierigsten Strecken – bekam sie abends richtige Schmerzen – zum ersten Mal nach über 20000 km und komischerweise ausgerechnet kurz nach einer über dreiwöchigen Radpause. Düstere AussichtenWir entschieden daher, nicht direkt nach Panama City weiterzufahren, sondern auf der Pazifikseite einige Kilometer auf der Panamerikana zurückzufahren, und in David eine Pause einzulegen, um einen Arzt aufzusuchen. Die Besitzerin des Purple House Hostels dort konnte uns glücklicherweise einen guten Orthopäden empfehlen, der in einer sorgfältigen Untersuchung glücklicherweise gröbere Schäden am Knie ausschließen konnte und nur eine leichte Knorpelabnutzung diagnostizierte.

Antoine kommt am Liegerad von UshuaiaNach zwei Physiotherapie-Sitzungen und fünf Tagen Pause konnten wir daher glücklicherweise wieder weiterfahren.

Im Hostel hatten wir eine Tauchlehrerin aus Santa Catalina kennengelernt und auch Leute getroffen, die bereits dort waren und uns empfohlen hatten, dort auch zu tauchen. Wir nahmen daher den Abstecher zur Küste in Kauf und sollten nicht enttäuscht werden. Das Tauchrevier um die Isla Coiba, die man von Santa Catalina aus nach einstündiger Bootsfahrt erreicht ist tatsächlich außergewöhnlich. Wir sahen so viele Weißspitzenriffhaie, wie noch nie zuvor und Adlerrochen in Schwärmen. Zudem noch jede Menge großer Makrelen, Milchfische und 4 Froschfische. Beim dritten Tauchgang waren die Haie aufgrund ihrer großen Zahl schon so uninteressant, dass wir uns gegenseitig gar nicht mehr darauf hinwiesen, wenn einer irgendwo durch unser Blickfeld schwamm. Die Insel hat den Ruf als bestes Tauchrevier an der mittelamerikanischen Pazifikküste höchstwahrscheinlich verdient. Sichtweiten wie in der Karibik darf man zwar nicht erwarten, doch die zahlreichen Großfische wiegen das locker auf.

Am Tauchboot lernten wir auch Marc Antoine aus Marokko kennen, der in Panama City ein Apartment hat und uns spontan einlud, ihn dort zu besuchen.

Unterwegs nach Panamá City entschieden wir uns, nicht per Boot sondern mit dem Flugzeug nach Kolumbien überzusetzen, da diese Variante günstiger, zuverlässiger und schneller war und buchten auch gleich den Flug für 4.7. nach Cartagena. Marcs Einladung hätte wieder einmal nicht gelegener kommen können, denn wir hatten in Panamá noch einiges zu erledigen – die Räder waren zu zerlegen und flugfertig zu verpacken, was durch die große Wohnung, in der Marc wohnt, sehr viel einfacher wurde, als es in einem kleinen Hotelzimmer gewesen wäre.

Ausblick von Marc's BalkonAm Tag unserer Ankunft führte Marc uns durchs Casco Viejo – die historische Altstadt Panamás. Die nächsten beiden Tage waren wir damit beschäftigt, Fahrradkartons aufzutreiben, was sich als schwieriger herausstellte, als wir vermutet hatten, da die meisten Bikeshops keine alten Kartons hatten und Ciclo Rali nur einen Karton hergeben wollte, da die anderen noch neue Räder enthielten. Glücklicherweise konnten wir am zweiten Tag der Suche bei MotorSport doch noch einen zweiten Karton auftreiben und beginnen, die Räder zu zerlegen und zu verpacken, was auch fast wieder zwei volle Tage in Anspruch nahm, da wir die Räder wesentlich weiter zerlegen mussten als bei der Anreise nach Anchorage, da die Radkartons diesmal viel kleiner waren und offensichtlich nicht zur Aufnahme von zwei Gepäckträgern pro Rad gedacht waren.

Bei Marc in PanamáEtwas Zeit, die Küche zu nutzen blieb natürlich trotzdem und so bedankten wir uns bei Marc mit einer großen Schüssel Lasagne, die ebenso wie die Grillerei am Balkon seiner Wohnung im 12. Stock sehr gut gelang.

links und rechts 0,5 m Platz!Am Tag vor der Abreise besuchten wir mit Marc noch die Miraflores Schleusen des Panamakanals, die uns sehr beeindruckten, bevor wir am 04.07.10 endlich nach Südamerika aufbrachen. Marc brachte uns sogar noch zum Flughafen und nach nur 1 ½ h Flug hatten wir den Darién Gap überquert und befanden uns auf einem neuen Kontinent. Erst hier fanden wir heraus, dass wir eigentlich rückwärts geflogen waren, denn Cartagena liegt tatsächlich nördlicher als Panamá City.

CartagenaCartagena war die erste schöne Kolonialstadt, die wir seit Granada sahen und gefiel uns sogar besser als dieses. Wir verbrachten zwei Tage in Cartagena mit ausgedehnten Stadtspaziergängen und netten Gesprächen mit zwei Schweizern im Hotel Familiar bevor wir Richtung Mompos am Rio Magdalena aufbrachen.

Gerade als wir das Hotel verließen kamen Harald und Inge dahergeradelt, die wir zuletzt in der Nähe von Quepos in Costa Rica getroffen hatten als wir mit dem Mietauto unterwegs waren.

CartagenaWährend in Cartagenas Altstadt kaum Verkehr herrscht ist der Verkehr in den neueren Vierteln, die wir beim Verlassen der Stadt durchquerten, der chaotischste, den wir bisher gesehen haben und selbst mit Fahrrädern ist an ein flottes Vorankommen nicht zu denken.

Die Strecke bis Mompos war relativ flach und heiß und der Husten, den ich in Cartagena schon bekommen hatte machte mir etwas zu schaffen als sich vor Mompos noch leichte Kopfschmerzen dazugesellten. Nach einem Pausentag in Mompos waren die Kopfschmerzen wieder weg, der Husten blieb jedoch.

Mompos war uns als sehr schöne Kolonialstadt beschrieben worden, enttäuschte uns jedoch, da es uns bei weitem nicht so gut gefiel wie Cartagena. Zumindest das Hostel Casa Amarilla ist aber unbedingt empfehlenswert und wird von seinem englischen Besitzer mit viel Liebe zum Detail geführt.

Schlammbad - saugmiadlichWährend wir uns nach Mompos noch bis zur Brücke über den östlichen Arm des Rio Magdalena in El Boton über schönen Asphalt freuen durften, wurde die Strecke auf der anderen Seite bis El Banco recht rumplig und danach zusätzlich sehr schlammig und rutschig, so dass wir einige Male nur mit Glück einem Ganzkörperschlammbad entgingen. Die Schweine, die hier überall auf der Straße herumliefen, teilten unsere Abneigung gegen den Schlamm offenbar nicht.

Nach der langen Schotter/Schlammstrecke waren wir froh, auf der östlichen Seite des Magdalena Tales endlich wieder auf eine schön asphaltierte Straße mit Seitenstreifen zu kommen, die uns über Pelaya, San Martin, und Esperanza schließlich durch die ersten Ausläufer der Anden nach Bucaramanga führte, das wir erst gegen Abend am 16.7. erreichten, da wir nicht erwartet hatten für nur 600 m Nettohöhengewinn 1800 Tageshöhenmeter fahren zu müssen.

Glücklicherweise sprach uns schon bei der Stadteinfahrt ein Motorradler an, der uns letztendlich durch die ganze Stadt bis zu einem sehr netten Hotel führte und uns noch anbot, uns am nächsten Tag in ein Radgeschäft zu führen, wo wir eine weitere Reservefelge für Manu bekommen könnten.

Fabian war Profifotograf, hatte am nächsten Tag offenbar keinen Auftrag und nahm sich den ganzen Vormittag Zeit, uns zuerst zu zwei Radgeschäften zu führen, in denen wir tatsächlich alle Teile bekamen, die wir brauchten, mit uns zu Mittag zu essen, wobei er es sich nehmen ließ, uns einzuladen, und uns durch einen Supermarkt zu führen, um uns die besten kolumbianischen Kaffeesorten, Schokoladen und Früchte zu zeigen.

Diese unglaubliche Freundlichkeit der Leute in Kolumbien ist uns mittlerweile schon öfter aufgefallen und wir sind jedes Mal wieder erstaunt darüber.

Nelson aus Portugal (25000km seit New York)Als wir Bucaramanga wieder verließen trafen wir einige Kilometer außerhalb der Stadt einen anderen Reiseradler, der gerade sein Gewand von der letzten Regennacht im Zelt trocknete. Der Portugiese Nelson war vor ca. einem Jahr in New York gestartet und auch schon mit einigen uns bekannten Radlern verschiedene Strecken gemeinsam gefahren. Er begleitete uns bis zur Mittagspause kurz vor der Abfahrt in den Chicamocha Cañon, wo wir uns wieder trennten, nur um ihn einige Minuten später wieder zu überholen, da er kein Regengewand hatte und sich bei Regen immer irgendwo unterstellte, während wir normalerweise weiterfuhren.

Durch den Regen konnten wir die lange Abfahrt leider nicht richtig genießen doch glücklicherweise endete der Regen ganz unten im Cañon so dass wir die 1200 Höhenmeter Steigung auf der anderen Seite nicht mit Regengewand bewältigen mussten und die wunderschöne Aussicht in den Cañon den ganzen Nachmittag genießen konnten.

Cañón del ChicamochaAm nächsten Tag kam Nelson gerade vorbei als wir unser Hotel kurz vor Aratoca verließen und so fuhren wir mit ihm gemeinsam bis San Gil, wo er einen Pausentag einlegen wollte, während wir noch bis Socorro weiterfuhren. Bis Barbosa ging es noch über zahlreiche kleinere Hügel dahin bevor der richtige Anstieg auf uns wartete. Seit Saboya waren wir nicht mehr weit unter 2600 m Höhe. Die Landschaft erinnert an zuhause, Kühe, die aussehen wie bei uns grasen auf grünen Weiden und es ist gerade Erdbeerzeit.

ZipaquiráDie Städte Chiquinquira, Ubaté und Zipaquirá gefielen uns ganz gut. Zwischen Ubaté und Zipaquirá bewältigten wir unseren ersten 3000 m Pass – 3088 m um genau zu sein.

Catedral de SalIn Zipaquirá besuchten wir die berühmte Salzkathedrale – eine unterirdische Kirche, die bis zu 8000 Leute aufnimmt und in den Salzstock gehauen wurde.

ZiegelbrennereiAm Weg von Zipaquirá nach Bogotá fühlte ich mich relativ schwach, jedoch hatten wir Glück, genau am Sonntag in Bogotá anzukommen wo über 120 km an großen Straßen für Autos gesperrt sind und nur von Fußgängern, Radfahrern und anderen Sportlern benutz werden dürfen. Trotzdem bekam ich nachmittags relativ hohes Fieber und am nächsten Tag bei der Ärztin stellte sich heraus, dass sich mein Husten zur Bronchitis entwickelt hatte. Manu blieb leider auch nicht verschont und deshalb sitzen wir nun schon seit über einer Woche in Bogotá fest und müssen uns auskurieren bevor wir wieder weiterfahren können. 

Route aktualisiert

Ich habe heute unsere bisherige Route durch Mittelamerika bis zum aktuellen Standort in David/Panama aktualisiert. Der gesamte GPS Track ist hier zu finden: Mexiko bis Kolumbien

El Progresso/Honduras bis Almirante/Panama 26.4.10 – 14.6.10

Auch die Strecke, die wir letztendlich durch Honduras nahmen hatte landschaftlich wesentlich mehr zu bieten, als wir von einer Hauptverkehrsverbindung erwartet hatten. Bis Yojoa hatten wir in der Tiefebene zwar mit hohen Temperaturen zu kämpfen, von dort ging‘s aber wieder in die Berge, und der Beginn der Regenzeit machte sich langsam bemerkbar – immer wieder gab’s unter Tags kurze Schauer und in der Nacht heftige Niederschläge. Tagsüber war der Regen eine willkommen Abkühlung und durch die angenehmen Temperaturen gut auszuhalten. Wir verzichteten sogar meistens darauf, unser Regengewand auszupacken, da man auf den bergigen Etappen auch mit Gore Tex durchs Schwitzen genau so nass wird, wie ohne durch den Regen. Atmungsaktive Regenbekleidung, die unseren Anforderungen gewachsen ist muss erst erfunden werden.

Nass wurden wir übrigens nicht nur beim Radeln sondern auch nachts, denn nur weil man aufs Campen verzichtet heißt das in Honduras noch lang nicht, dass man im Bett keinen Regen abbekommt.

Über Siguatepeque und Zambrano, wo wir jeweils eine Nacht verbrachten, gelangten wir nach Tegucigalpa, der Hauptstadt von Honduras, wo wir uns allerdings nur kurz für einige Einkäufe aufhielten, obwohl die Stadt einen wesentlich besseren Eindruck machte, als wir erwartet hatten. Auch in San Antonio del Occidente fanden wir wie in Zambrano eine kleine Hospedaje, obwohl in beiden Orten weder im Lonely Planet noch im Lateinamerika BikeBuch Hotels verzeichnet waren.  

Die gesamte Strecke von Yojoa bis zur Grenze zu Nicaragua ist mit Ausnahme der unmittelbaren Umgebung von Comayagua und Tegucigalpa sehr schön und auch ganz gut zum Radfahren geeignet.

Als wir kurz nach Danli die Grenze nach Nicaragua überquerten, waren wir trotzdem froh, Honduras hinter uns zu lassen. Wir hatten zwar in Honduras nie Probleme und fühlten uns auch nie bedroht, freuten uns aber doch, uns jetzt im angeblich sichersten Land Mittelamerikas zu befinden.

Mit der Grenze änderte sich unerwarteter weise auch die Landschaft – während in Honduras die Landwirtschaft dominierte, war das Gebiet nach der Grenze relativ dünn besiedelt und von tropischer Vegetation geprägt.

Die erhoffte 20km Abfahrt nach der Grenze, von der zwei andere Radler berichtet hatten, stellte sich als maßlose Übertreibung heraus – trotzdem kamen wir ganz gut voran und erreichten mit Stops in Ocotal, Esteli und Tipitapa bald Masaya – die Kunsthauptstadt Nicaraguas, wo wir uns einen Pausentag gönnten.

Unterwegs trafen wir zufällig John aus San Francisco – das einzige Warmshowers-Mitglied in Nicaragua, der uns einlud, ihn an der Pazifikküste in Playa Gigante in seinem Restaurant zu besuchen.

Dummerweise verlor ich zwischen Esteli und Sebaco irgendwo beim Fotografieren meinen GPS Receiver, den wir zum Geotagging unserer Fotos verwenden. Muss wohl unbemerkt aus der Tasche gefallen sein. Somit gingen auch die GPS Tracks von Utila bis Esteli verloren, die ich noch nicht auf den Computer geladen hatte, weshalb die Fotos zwischen Utila und Heredia nun auch keine GPS Koordinaten enthalten.

Die Besteigung oder besser Beradelung des Volcán Masaya war eines der Highlights in Nicaragua. Der aktive Vulkan war der erste, den wir auf unserer Reise besuchten und brachte uns, auch wenn die Anfahrt mit nur ca. 300 Höhenmetern recht leicht war, etwas außer Atem, denn die Schwefeldämpfe, die aus dem Krater aufsteigen sind bei falscher Windrichtung ziemlich unangenehm.

Am Kraterrand trafen wir auch den ersten Panamerikana-Reisenden in Mittelamerika – den Schweizer Markus, der allerdings am Motorrad unterwegs war und mit dem wir uns lange unterhielten. Er hatte uns schon in Honduras einmal vor Zambrano auf der Straße überholt und fast zur gleichen Zeit wie wir in Anchorage seine Reise begonnen. (www.planeshifterx.blogspot.com)

In Masaya deckte sich Manu noch mit Souvenirs vom Kunstmarkt ein – Hängematten, Ledergeldbörsen usw., die zur Heimreise mit Dani, die wir in Costa Rica erwarteten, bestimmt waren. Immerhin eine von wahrscheinlich nur zwei Chancen auf unserer Reise, ein wenig einzukaufen, ohne das zusätzliche Gewicht dann für tausende Kilometer am Rad herumführen zu müssen.

Masaya war seit Mexiko die erste ganz schöne Kolonialstadt, und gefiel uns recht gut, auch wenn es nicht mit den Städten in Mexiko mithalten konnte.

Granada war sogar noch etwas schöner dafür aber auch wesentlich touristischer – und wohl eine der meistbesuchten Städte Nicaraguas. Jedenfalls ist die Auswahl an Unterkünften groß und wir kamen gleich gegenüber vom Markt im Hostal Esfinge, einem der bisher nettesten Hostels unserer Reise unter.

Nachdem wir bereits in Masaya einen ungeplanten Pausentag eingelegt hatten verbrachten wir nur einen Nachmittag und Abend (mit happy hour Cocktails) in Granada und setzten am nächsten Tag von San Jorge aus auf die Isla de Ometepe über, die sich mit ihren zwei Vulkanen Concepción und Maderas bis auf 1610 m aus dem Lago de Nicaragua, dem größten See Mittelamerikas erhebt.

Der Lago de Nicaragua ist außerdem angeblich der einzige See der Welt in dem es eine eigenständige Population von Haien gibt. Es handelt sich dabei nicht um eine richtige Süßwasserspezies sondern um Bullenhaie, die aus der Karibik über den Rio San Juan hier her gekommen sind und sich offenbar im See so gut vermehren, dass während der Somoza Diktatur in Nicaragua bis zu 20000 Haie pro Jahr gefangen und exportiert werden konnten.

Auf der Isla de Ometepe legten wir wieder einen Pausentag ein, an dem wir den Volcán Concepción umrundeten, wobei wir nach genau 11 Monaten Reisezeit die 20.000 km Marke erreichten, was natürlich wieder mit Cocktails gefeiert wurde.

Die Besteigung des Vulkans mit seinen 1610 m Höhe, die uns zwar gereizt hätte, für die wir aber nicht wirklich vorbereitet waren, ließen wir im Hinblick auf weitere Vulkanwanderungen, die wir uns mit Dani in Costa Rica vorgenommen hatten aus, da wir konditionell zwar beim Radfahren recht fit sind, jedoch nur wenig Training beim Wandern haben, was die 1587 Höhenmeter rauf und runter in einem Tag, die die Besteigung beinhaltet hätte, sicherlich zur Tortur hätte werden lassen.

Zurück am Festland überquerten wir die schmale Engstelle zwischen Lago de Nicaragua und Pazifik und besuchten John, der und kurz vor Masaya eingeladen hatte, in Playa Gigante, einem winzigen Dorf mit großem einsamem Sandstrand und vielleicht 20 Häusern. Die wenigen Ausländer, die hier anzutreffen sind, sind Großteils Surfer aus den USA, die von der starken Brandung in der Nachbarbucht angelockt werden.

John war selbst 11 Monate am Rad in Asien unterwegs gewesen und nun schon seit einigen Jahren mit seiner spanischen Frau und Tochter in Playa Gigante, wo sie sich ein Restaurant aufgebaut haben, in dem wir übernachten durften. Die meisten Besucher des Restaurants waren natürlich auch amerikanische Surfer, mit denen wir nur wenig anfangen konnten, da sie für uns einfach zu cool und meistens bekifft waren.

Von Playa Gigante aus erreichten wir in einem Tag La Cruz in Costa Rica, dem achten Land unserer Reise. Schon wieder hatten wir nur 11 Tage im letzten Land verbracht und schon wieder war ab der Grenze alles anders. Der Grenzübergang ist zwar recht unübersichtlich, doch die erste große Überraschung waren die Geldwechsler, die es hier auch zu Hauf gibt, die aber Ausweise umgehängt hatten und uns auf Anhieb den Wechselkurs anboten, den wir am Tag zuvor im Internet ermittelt hatten. Noch an der Grenze von Honduras zu Nicaragua wurde uns bei der ersten Frage nach dem Umrechnungskurs von Lempira auf Cordoba ein Kurs mit 30% Wechselverlust angeboten und war nur mit Mühe auf einen Kurs mit 4% Verlust runterzuhandeln.

Die nächste Überraschung waren die Straßen in Costa Rica, die, trotzdem das Land als das reichste in Mittelamerika gilt, in wesentlich schlechterem Zustand waren als die, die wir in Nicaragua benutzt hatten. Seitenstreifen gibt es fast nirgends, die Straßen sind schmal und die Schlaglöcher tief. Dafür merkt man schon an den Häusern am Straßenrand, dass die Bevölkerung wohlhabender ist. Bettler gibt es zwar auch hier, aber bei weitem nicht so viele wie in Nicaragua.

Schon auf den ersten Kilometern in Costa Rica sahen wir im dichten Urwald am Straßenrand Affen herumspringen, die uns neugierig beobachteten und ankreischten – die bisher ersten, die uns nicht einfach ignorierten, wie die, die wir bisher gesehen hatten.

Die Lebensmittelpreise in den Supermärkten, die hier deutlich mehr Auswahl haben als in Belize, Honduras und Nicaragua, sind wie erwartet relativ hoch, dafür lassen sich ganz nette Unterkünfte auf mexikanischem Preisniveau finden.

In La Cruz fiel uns auch gleich zum ersten Mal eine Musmanni-Bäckerei auf – eine Franchise-Kette, die es in ganz Costa Rica in jedem größeren Dorf gibt und wo wir zum ersten Mal seit Mexiko wieder annehmbares Brot bekamen. Die Baguettes, die hier verkauft werden sind zwar nicht ganz so gut, wie die mexikanischen Bolillos aber doch um Längen besser als die Hamburger und Hotdog- (Perro Caliente) Laberl, die wir seit Belize essen mussten, wenn wir gerade keine Lust auf Tortillas hatten.

Wir entschieden uns, nicht die Panamericana, die CA1, nach San Jose zu nehmen, da wir von bösartigen Winden in der Gegend gelesen hatten und nicht gerade die am stärksten befahrene Straße wählen wollten. Stattdessen bogen wir kurz nach La Cruz auf die CR4 nach Osten ab, wo wir zwar anfangs auch mit starkem Wind kämpften, der aber glücklicherweise bald nachließ und uns erlaubte, uns wieder auf die schöne Landschaft zu konzentrieren. Wir radelten durch Orangen-, Ananas- und Kakaoplantagen über sanfte Hügel dahin und hatten oft Gelegenheit, die zahlreichen Vulkane der Cordillera Guanacaste und Cordillera de Tilaran zu sehen, an deren Nordseite wir entlangfuhren. Auch die Menschen waren in diesem wohl am wenigsten touristischen Teil Costa Ricas sehr freundlich und versorgten uns unterwegs mit frisch aufgeschnittener Ananas oder kamen uns mit einem Sessel zu Hilfe als sie sahen, dass wir Probleme hatten, die Kokosnüsse auf der Palme zu erreichen.

Kurz nach San Rafael de Guateso fiel uns auf einem Baum am Straßenrand ein Fellknäuel auf, das sich als Faultier entpuppte. Leider konnten wir nur wenige Fotos davon machen, da es, kurz nachdem wir das Tier entdeckt hatten, heftig zu regnen begann – ein Vorgeschmack darauf, was uns in den nächsten Wochen noch erwartete, denn ab hier machte sich die beginnende Regenzeit immer mehr bemerkbar. Bis Heredia regnete es fast täglich für 1-2 Stunden. Auf der Bergetappe von Tanque nach Zarcero kam noch dichter Nebel hinzu, der die Sicht auf teilweise nur 10-15 m einschränkte.

vor ZarceroAuch die Berge in Costa Rica machten uns das Leben nicht ganz einfach, denn die Anstiege sind hier steiler als gewohnt und trotzdem relativ lang, so dass wir teilweise nur 27 km mit über 1500 Höhenmetern an einem Tag zurücklegten – Ein Glück, dass wir nun keine Eile mehr hatten.

Am Weg nach Heredia, wo wir bei der Gastfamilie meiner Schwester, die ein halbes Jahr in Costa Rica gelebt hatte, eingeladen waren, bemerkte ich, dass meine „neuen“ Felgen, die ich erst in Tucson/Arizona bekommen hatte schon wieder Risse bekamen. Eigentlich hatte ich bei den neuen Sun Ringlé MTX33 eine längere Lebensdauer als bei meinen alten DTSwiss EX5.1d erwartet, da sie mit 660 g immerhin um 160 g schwerer waren als die alten, was sich allerdings als Fehleinschätzung erwies. Die DT Swiss hatten trotz des geringeren Gewichts um immerhin 2100 km länger gehalten.

Auch bei Manus hinterer Felge konnten wir in Heredia nach 20500 km erstmals drei winzige Risse feststellen und machten uns daher auf die Suche nach neuen möglichst starken Downhillfelgen, was sich allerdings als schwierige Unternehmung herausstellte. Es gibt in San Jose und Umgebung zwar zahlreiche gute Radgeschäfte, die allerdings alle keine geeigneten Felgen hatten. Der Generalimporteur von DTSwiss hätte zwar innerhalb eines Monats Felgen beschaffen können, was uns allerdings zu lang erschien, da ja die lateinamerikanischen Zeitangaben äußerst vorsichtig zu genießen sind. Auch bei Mavic hatten wir kein Glück – Der Distributor meinte, der Markt wäre einfach zu klein, um Downhill-Teile zu importieren.

Zumindest bekamen wir für Manu in Grecia bei Ciclo Cuco einen Satz neuer Ritzel, Kettenblätter und Ketten, die sie auch schon dringend nötig hatte.

Meine Schaltung funktioniert bisher noch ganz gut, was vielleicht am Qualitätsunterschied zwischen Shimano SLX und Deore XT Teilen liegt oder daran, dass ich drei und Manu nur zwei Ketten verwendet, die wir alle 1000 km abwechselnd montieren.

Von unserer Gastfamilie in Heredia wurden wir sehr herzlich aufgenommen, ausgezeichnet verköstigt und in einem eigenen Haus für uns allein untergebracht, dessen Mieter einige Tage vor unserer Ankunft ausgezogen war. Nachdem nur die „Kinder“ Maria Isabel und Juan Pablo Englisch sprachen hatten wir auch ausreichend Gelegenheit Spanisch zu üben.

Am 20.5. kam Dani wie geplant in San Jose an, und wir mieteten uns für die nächsten zwei Wochen ein neues Gefährt. Als ersten Ausflug machten wir eine Coffee-Tour bei Britt – Einem der bekannten Kaffeehersteller Costa Ricas. Wir hatten zuvor auf Tripadvisor die Bewertungen für verschiedene Touren gelesen und die Britt Tour aufgrund der vielen positiven Kritiken ausgesucht, stellten aber leider wieder einmal fest, dass man sich als Europäer nicht ganz auf die Ansichten der US-Amerikaner verlassen kann, die prinzipiell alles awesome finden und offenbar sehr leicht zu begeistern sind. Die Coffee Tour hatte jedenfalls relativ wenig Informationsgehalt und dafür umso mehr flache Unterhaltung in Form einer inszenierten Beziehungsgeschichte zweier Kaffeeplantagenarbeiter zu bieten. Zumindest das Mittagsbuffet war gut, wenn auch die Gesamtleistung die 47 US$ pro Person nicht wert war. Barista Session - VerkostungDer einzig wirklich Interessante Teil war die Barista Session am Ende, wo uns gezeigt wurde, wie man verschiedene Kaffeegetränke herstellt.

Für den ersten richtigen Reisetag mit Dani hatten wir uns vorgenommen den Volcán Poás zu besuchen, der nahe Heredia liegt und dessen Krater man auf einer bis zum Ende asphaltierten Straße erreichen kann. Die Anfahrt bis zum 2500m hoch gelegenen Parkeingang ging ungewohnt flott, jedoch fuhren wir, je höher wir kamen durch immer dichteren Nebel – nicht gerade die beste Voraussetzung um einen Vulkan zu besichtigen, weshalb wir uns dazu entschlossen, den Vulkan vorerst auszulassen und bei unserer Rückkehr nach Heredia nochmal vorbeizuschauen, falls das Wetter dann mitspielte.

El mundo de las serpientesUnterwegs zur nächsten Station, dem Volcán Arenal schauten wir zunächst in Grecia bei der „Mundo de las serpientes“ – einem Schlangenzoo – vorbei, der von einem Österreicher gegründet worden war und viele der einheimischen Giftschlangen beherbergte. Wir genossen eine ausgezeichnete Führung durch die Anlage mit ihren fast 60 Terrarien und bekamen sogar die Gelegenheit, eine der ungefährlichen und friedlichen Schlangen – die braune Regenbogenboa in Händen zu halten, was keiner von uns zuvor je probiert hatte. Besonders Manu konnte man die anfängliche Abneigung deutlich vom Gesicht ablesen.

FortunaAm Nachmittag fuhren wir noch weiter nach Fortuna, von wo aus wir den Volcán Arenal besichtigen wollten, der permanent aktiv ist und dessen kleine Eruptionen man besonders bei Nacht gut beobachten kann – natürlich nur bei klarer Sicht und nicht bei dem strömenden Regen, der uns mit Einbruch der Dunkelheit in Fortuna empfing.

Die Wanderung im Parque Nacional Volcán Arenal am nächsten Tag war ebenfalls wieder eine nasse Angelegenheit denn es begann wieder Mal gerade in dem Moment zu regnen, als wir uns am weitesten vom Auto entfernt hatten, was uns einen recht schlammigen Rückweg durch den interessantesten Teil des Parks und für die nächsten Tage nasse Schuhe bescherte. Am Abend gegen 22:00 war der Berg zum ersten Mal vollständig zu sehen und wir sprangen ins Auto, um vielleicht doch noch die erhofften glühenden Lavaströme zu sehen. Volcán Arenal bei NachtTatsächlich fanden wir eine Stelle an der Straße, wo bereits zahlreiche Schaulustige den Vulkan beobachteten und sahen von der Bergspitze große glühende Felsbrocken ins Tal donnern, was sogar noch aus der relativ großen Entfernung, in der wir uns befanden, zu hören war. Richtige Lavaströme waren zwar nicht dabei, trotzdem war der Mini-Vulkanausbruch aber recht interessant. Wir hatten zwar auch schon am Tag die Felsen gesehen, die immer wieder über das Geröllfeld des Arenal hinunterpurzeln, doch sieht man bei Tageslicht nicht, dass diese tatsächlich glühen, weshalb der Vulkan bei Dunkelheit wesentlich eindrucksvoller ist.

Am nächsten Tag erlebten wir eines der Highlights unserer Costa Rica Rundreise – die Puentes Colgantes Arenal – ein Wanderwegsystem das über einige bis zu beinahe 100 m hohe Hängebrücken durch dichten Primärwald gebaut wurde und etwas westlich des Volcán Arenal liegt. Puentes Colgantes del ArenalHier konnten wir die dichte Vegetation des Urwaldes einmal aus anderer Perspektive bewundern und den Bromelien- und Lianenbewuchs der Bäume bis in große Höhe bestaunen. Zudem sahen wir einige exotische, bunte Vögel, darunter einen Tukan, unsere ersten Brüllaffen, ein Agouti und eine relativ große Schlange zusammengewickelt in einem Baum.

Nachdem wir wesentlich mehr Zeit bei den Hängebrücken verbrachten als wir gedacht hatten erreichten wir abends nicht mehr, wie geplant, Santa Elena sondern nur Tilarán und brachen am nächsten Tag frühmorgens über die Schotterstraße nach Santa Elena auf. Schon bei der Touristeninformation zwei Kilometer vor dem eigentlichen Ort wurde uns das Sunset Hotel empfohlen und ein Nachsaisonsrabatt ausverhandelt. Trotzdem waren wir erst etwas skeptisch, denn wir hatten von einigen noch günstigeren Unterkünften im Reiseführer gelesen. Als wir uns das Hotel ansahen und noch einen niedrigeren Preis ausverhandeln konnten waren aber schnell alle Zweifel verflogen, denn die Aussicht vom Bett aus auf den Golf von Nicoya war tatsächlich etwas Besonderes, wenngleich wir sie auch nur beim Einchecken genießen konnten, da den restlichen Tag dichter Nebel das einzige war, was wir sahen – wie sich das ja für ein Nebelwaldreservat auch gehört.

Kolibris in Santa ElenaDas eigentliche Reservat liegt nochmal um einige hundert Meter höher als der Ort Santa Elena wodurch sich auch die Vegetation dramatisch ändert. Während auf Höhe des Hotels der Laubwald nicht viel anders aussieht als bei uns in Österreich, sind im eigentlichen Nebelwald die Bäume völlig mit Bromelien, Moosen, und Lianen bewachsen, so dass man kaum einmal ein Stück freiliegende Rinde findet. Auch wenn es gerade nicht regnet, tropft der kondensierende Nebel unablässig aus den Baumkronen, und die Moose, die an den Bäumen wachsen, sind mit Wasser getränkt wie Schwämme. Auf der Wanderung durch den Nebelwald hörten wir die unterschiedlichsten Vögel aus den Bäumen pfeifen, bekamen allerdings nur wenige von ihnen tatsächlich zu sehen. Auch mit den Faultieren und Pumas hatten wir hier kein Glück – zu dicht ist die Vegetation, um die gut getarnten Tiere zu finden. Die Chance auf Faultiere scheint hier auch nicht allzu groß zu sein, denn angeblich berichten auch die Guides, die täglich mehrmals Touristen durch den Park führen, nur ca. ein Mal monatlich von einer Sichtung. Manu, die etwas früher zum Auto zurückkehrte, hatte am Rückweg das Glück, ein Gürteltier zu sehen – Tiere, die wir bisher nur in recht flacher Form auf den Straßen gesehen hatten.

Zurück im Hotel fanden wir heraus, dass unsere Zimmernachbarn Margit und Markus aus Salzburg waren, verabredeten uns zum Abendessen in Santa Elenaund bekamen so gerade hier in den Bergen den besten Fisch auf unserer Rundreise serviert.

Parque Nacional Rincón de la ViejaAuch beim nächsten Vulkan, den wir besichtigen wollten machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Der Rincon de la Vieja war natürlich nicht zu sehen, und der Regen wurde immer stärker, je näher wir dem Parkeingang kamen – ungewöhnliche Bedingungen für die an sich recht trockene Provinz Guanacaste, wie uns versichert wurde.

Nachdem der Regen auch nach einer Stunde Warten nicht weniger wurde, blieb uns nichts anders übrig, als nach Liberia zurückzufahren und den Nachmittag im Kaffeehaus abzusitzen. Glücklicherweise bekamen wir am nächsten Tag noch die Gelegenheit, den Nationalpark in einigen regenfreien Stunden am Vormittag zu besichtigen bevor zur Weiterfahrt nach Playa del Coco wieder der gewohnte Starkregen einsetzte.

In Playa del Coco fanden wir ein nettes Apartment mit Küche und beschlossen, die Unterwasserwelt am Pazifik zu erkunden, da an Badewetter nicht zu denken war. AbendessenDie holländische Tauchbasis Rich Coast Divers machte erst auch einen recht guten Eindruck und wir machten einige schöne Tauchgänge in der näheren Umgebung, wollten aber eigentlich einen Ausflug auf die Islas Murcielago unternehmen, die in der Region die besten Tauchplätze bieten sollen und wo man mit großer Wahrscheinlichkeit Bullenhaie und manchmal Mantas beobachten kann. In der DuscheDie Mindestteilnehmerzahl für die Ausfahrt auf die Islas Murcielago war zwar mit drei Personen angegeben, doch schienen wir drei der Tauchbasis nicht genug finanziellen Anreiz zu bieten, um die Ausfahrt zu organisieren. Das Wetter wurde immer wieder als Ausrede genannt wobei an mindestens drei der vier Tage, die wir in Playa del Coco verbrachten das Wetter eigentlich gut war und eine Ausfahrt sicher möglich gewesen wäre.

Playa FlamingoRelativ enttäuscht über den erneut abgesagten Murcielago Ausflug am vierten Tag, nachdem wir extra einen Tag länger geblieben waren, um doch noch auf die Inseln zu kommen, machten wir uns auf den Weg zum Manuel Antonio Nationalpark. Unterwegs querten wir den Rio Grande de Tarcoles, wo wir zahlreiche Krokodile, faul im Schlamm liegend, beobachten konnten und machten eine kurze Pause in Esterillos Oeste am Strand zum Mittagessen. In Quepos fanden wir relativ schnell eine Unterkunft im Zentrum und hatten noch Zeit für einen Spaziergang durch die Stadt und den Sonnenuntergang am Meer. Die sehr netten Hotelbesitzer empfahlen uns ein gutes und günstiges Fischrestaurant, wo wir zum ersten Mal Dorado (Delphinfisch) probierten, der uns sehr schmeckte, jedoch von den ausgezeichneten Calamari noch übertroffen wurde.

Der Manuel Antonio Nationalpark ist eine große Touristenattraktion was man schon daran merkt, dass schon ca. einen Kilometer vor dem Eingang Parkguides mit gelben Warnwesten alle Autos aufhalten und unter dem Vorwand, die nähren Parkplätze wären alle voll, am Straßenrand zum Parken einweisen. Das ganze dient dazu, den Touristen als erste eine Tour anbieten zu können – noch vor den zahlreichen anderen Guides, die an den drei weiteren Parkplätzen, die natürlich nicht voll sind, das gleiche probieren.

FaultierNachdem die Guides lästig, aufdringlich und teuer waren entschlossen wir uns, den Park auf eigene Faust zu erkunden, was sich nicht als Fehler herausstellte. Durch die zahlreichen Touristen, die sogar jetzt in der Regenzeit den Park besuchen ist es relativ einfach, herauszufinden, wo es etwas zu sehen gibt, da garantiert bei jedem Faultier und Affen schon einen Gruppe von Leuten oder ein Guide mit seiner Gruppe steht, deren Blicken man nur zu folgen braucht, um sogar die unauffälligen Faultiere auszumachen. Insgesamt sahen wir drei Faultiere, zwei Gruppen von Brüllaffen, zahlreiche größere Eidechsen, drei Leguana und Unmengen an schwarz-orangen Landkrabben. Trotzdem hätten wir uns von dem Park eigentlich mehr erwartet, und verstanden nicht ganz, weshalb alle davon so begeistert zu sein scheinen.

Den Nachmittag nach dem Parkbesuch zuhause, denn der Regen wollte wieder einmal nicht aufhören. Das Highlight des Nachmittages war ein Erdbeben, das wir auf der Terrasse unseres Hotels miterlebten und das uns einen gehörigen Schrecken einjagte, denn mit einer Stärke von 6.1 und dem Epizentrum in unmittelbarer Umgebung brachte es unser ohnehin wackliges Hotel gehörig zum Schaukeln. Abends wechselten wir ins Dos Locos – das mexikanische Restaurant im Zentrum, wo’s wieder Fisch (diesmal leider völlig ausgetrocknet) gab.Quepos nach der Sintflut Neben dem Erdbeben war der Sturm, der einsetzte als wir vom Essen wieder zurück im Hotel waren, die zweite Naturkatastrophe des Tages und richtete auch wesentlich mehr Schaden an. Uns hielt er durch das laute Scheppern des Wellblechdaches und durch den waagerechten Regen, der in der Nacht den Weg durch die Ritzen des Fensters über dem Bett fand einige Zeit wach, und an der Strandpromenade war am nächsten Tag gut die Hälfte aller Bäume entwurzelt oder abgebrochen.

Nachdem für die Gegend um San Jose auch für den letzten Tag vor Danis Abreise wieder schlechtes Wetter angesagt war, hatten wir am Nachmittag beschlossen, statt nochmal zum Volcán Poás zu fahren zwei Tauchgänge in Quepos zu machen. Das Tauchcenter Oceans Unlimited hatte einen guten ersten Eindruck hinterlassen – vor allem auch dadurch, dass uns der englische Tauchlehrer ehrlich gesagt hatte, dass wir keine gute Sichtweiten zu erwarten hatten, da wir einfach zur falschen Jahreszeit gekommen waren.

Am Tag nach dem Sturm waren wir uns allerdings nicht mehr so sicher ob sich die Tauchgänge wirklich lohnen würden denn zumindest an der Küste unmittelbar vor Quepos hatte sich die Trübung des Wassers deutlich verstärkt. Nachdem allerdings die Tauchlehrer, die diesmal im Shop waren versicherten, sie würden schon einen guten Platz mit brauchbarer Sichtweite finden vertrauten wir ihnen, was sich diesmal als Fehler herausstellte. Nach dem ersten Tauchgang mit einer Sichtweite von ca. 1,5 bis 2 m, uninteressanter Unterwasserlandschaft und einer ziemlich enttäuschenden Tierwelt beschlossen wir, den zweiten Tauchgang abzusagen. Erst meinten zwar die zahlreichen einheimischen Tauchlehrer, die mit uns an Bord waren, dass wir trotzdem den vollen Preis zu zahlen hätten, der Engländer, mit dem wir schon am Vortag gesprochen hatten, erließ uns aber letztendlich doch fast die Hälfte des Preises noch bevor wir nach einer Ermäßigung fragten. Die einheimischen Tauchlehrer dagegen zeigten weder bei der Diskussion um das unsinnige 45 Minuten Tauchgangslimit, noch bei unserem Wunsch, den zweiten Tauchgang auszusetzen viel Kooperationsbereitschaft.

Regen aussitzenAls Nachmittagsprogramm wollten wir uns ein Schmetterlingshaus ansehen, das allerdings auch aufgrund von Sturmschäden geschlossen war – ebenso, wie das Restaurant Agua Azul, das uns empfohlen worden war.

Am nächsten Tag am Weg zurück nach Heredia waren glücklicherweise die zuvor gesperrten Straßen wieder geräumt, doch die Sturmschäden waren noch überall zu sehen – ganze Alleen waren dem Wind zum Opfer gefallen.

Inge und HaraldKurz vor Tarcoles trafen wir auf der Straße noch zwei Reiseradler – Inge und Harald aus Deutschland, von denen wir zum ersten Mal schon in den USA gehört hatten, da sie mit ihren bunten Radtaschen auch schon anderen Radlern aufgefallen waren.

Für den Abend hatten wir mit unserer Gastfamilie in Heredia ein gemeinsames Abendessen vereinbart und wurden in ein nettes Restaurant mit typisch Costa-ricanischer Küche geführt, von dessen Terrasse man bei regenfreiem Wetter einen schönen Ausblick auf das Lichtermeer San Joses, Alajuelas und Heredias gehabt hätte.

Den Vormittag vor Danis Abreise nutzten wir noch für eine kurze Tour durch San Jose auf der die Mädels noch die wichtigsten Besorgungen (Schuhe und T-Shirts) für Heim- bzw. Weiterreise machten.

Unsere restlichen Pausentage in Heredia verbrachten wir mit der Wartung unserer Räder, Internetsurfen und dem Besuch des Inbioparque in Heredia, wo wir neben einer weiteren kleinen Schlangenaustellung und einigen Pfeilgiftfröschen doch noch einen Schmetterlingspark zu sehen bekamen.

Als wir von Heredia wieder aufbrachen kündigte der Wetterbericht für die gesamte nächste Woche Gewitter – meistens sogar ganztägig – an. So schlimm wurde es glücklicherweise doch nicht und der Regen beschränkte sich die ersten drei Tage auf den Nachmittag. Wir hatten beschlossen, zur Karibikküste hinauf zu fahren und an der Karibikseite Costa Ricas nach Panama zu radeln, da wir die Pazifikseite ja schon kannten und den Verkehr dort teilweise schon im Auto als unangenehm empfunden hatten. Am Weg durch San Jose besorgten wir für Manu noch ein neues Schaltwerk, da seit dem Austausch der Kette, Zahnkränze und Kettenblätter zwar die Kette nicht mehr durchrutschte aber die Schaltpräzision trotzdem noch mangelhaft war.

DSC_6819Die Strecke bis Cartago auf der CA2 war stark befahren und autobahnartig ausgebaut. Ab Cartago gelangt man auf der CA10 durch sehr schöne und bergige Kaffeanbaugebiete nach Turrialba und Siquirres. Immer wieder sahen wir den gerade sehr aktiven Vulkan Turrialba, von dem eine mehrere hundert Meter lange Rauchfahne in immer wechselnde Richtung wehte und wir waren uns einig, dass uns das Radeln durch die Gegend hier eigentlich besser gefällt, als zB. durch den sehr touristischen Manuel Antonio Nationalpark zu wandern. DSC_6824Es war einfach schön, nach so langer Zeit wieder auf der Straße zu sein. Ab der Einmündung der CA10 auf die CA32 bei Siquirres teilten wir uns die Straße bis Puerto Limon, das wir umfuhren, mit unzähligen Bananenlastern. Den netten kleinen Küstenort Cahuita erreichten wir wieder einmal, wie unsere beiden letzten Quartiere in Paraiso und Siquirres bei strömendem Regen.

DSC_6839Schon seit Puerto Limon gab es in der Bevölkerung einen hohen Anteil Schwarzer, die auch wieder Englisch sprechen, wie in Belize und Honduras. Der kreolische Dialekt, den wir in Belize oft hörten fiel uns hier allerdings nicht auf – ca. 1/3 der Bevölkerung stammt von den englischsprachigen Inseln Jamaica oder Barbados.

      DSC_6866Ab Cahuita verließen wir die Küste mit ihren Kokoshainen und fuhren durch dichten und sehr schönen Dschungel und Bananenplantagen nach Sixaola, wo wir die Grenze zu Panama passierten – unser bisher wider Erwarten einfachster Grenzübertritt – denn wir hatten gehört, dass man hier oft lange braucht, ausreichend Bargeld und ein Ausreiseticket vorlegen müsste. Ein Ausreiseflugticket hatten wir uns aus unserem e-Ticket von Frankfurt nach Anchorage durch Datums- und Flugdatenänderung zwar gebastelt, jedoch wurde weder dieses, noch unsere Finanzen überprüft und auch unser Gemüse fürs Abendessen, das man angeblich nicht einführen darf, durften wir behalten.

DSC_6872Panama macht bisher einen ganz guten Eindruck – die Leute sind freundlich, bezahlt wird in Dollar, die Straße ist wesentlich besser ausgebaut als in Costa Rica und der Verkehr ist rücksichtsvoll, wenn auch die zahlreichen Steigungen mit bis zu 15% nach der langen Radelpause relativ hart sind und uns gehörig ins Schwitzen bringen. Die Supermärkte sind wieder fest in chinesischer Hand, es gibt aber zumindest deutlich mehr Auswahl und bessere Preise als in Belize.                             

Neue Fotos online!

Die Fotos unserer zweiwöchigen Mietauto-Rundreise in Costa Rica mit Dani sind nun online. Ab Heredia gibt’s nun auch wieder GPS Koordinaten, da uns Dani jede Menge Ersatzteile und einen neuen GPS Logger aus Österreich mitgebracht hat. Der neue Reisebericht ist in Arbeit, könnte aber noch ein bisserl dauern.

Die neuen Fotos befinden sich in den Kategorien Nicaragua und Costa_Rica.

Neue Fotos online

Die Fotos von Utila (Honduras) bis Playa Gigante (Nicaragua) sind jetzt in den Kategorien Honduras und Nicaragua zu finden. Leider diesmal ohne GPS Koordinaten, da ich meinen GPS Receiver verloren habe.

Außerdem sind die voraussichtliche Route und die Statistikseite jetzt wieder aktuell.

Morgen geht’s weiter nach Costa Rica!

Auf nach Mexiko!

Nun ist es also soweit! wir haben die USA und Kanada auf Umwegen von Nord nach Süd durchquert und stehen nach 12658 km und 788 Stunden Fahrzeit an der Grenze zu Mexico – genauer gesagt in Douglas, Arizona. Morgen früh brechen wir in eine andere Welt auf und sind schon gespannt, was uns dort erwartet. Und weil wir nicht wissen, ob’s dort ähnlich oft wie hier offene Drahtlosnetzwerke gibt, schreiben wir schnell noch einen letzten Gruß 😉

Wir wünschen euch allen einen guten Rutsch ins Jahr 2010 und melden uns wieder, sobald wir können.

lg Phil & Manu

Frohe Weihnachten

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Wir haben zwar hier in New Mexico keinen Schnee aber aber ein bisserl Weiße Weihnachten dürfen auch wir erleben! vielleicht sogar weißer als viele von euch in Österreich oder anderen Teilen der Welt 🙂

Wir bedanken uns für alle Weihnachtsgrüße und hoffen ihr begleitet uns auch weiterhin auf unserer Reise!

Wir wünschen allen Lesern unseres Blogs frohe Weihnachten, Merry Christmas und Feliz Navidad!

 

 

Liebe Grüße von Manu & Phil aus New Mexico!

Mesquite/NV bis Las Cruces/NM 3.11.09 – 17.12.09

Schon wieder ist viel zu viel Zeit zwischen unseren Blog-Einträgen vergangen! Unsere Aufenthaltserlaubnis für die USA endet ja am 8.12., was uns ein wenig unter Zeitdruck brachte – da blieb zwischen den anderen Erledigungen, die noch in den USA zu machen waren nicht viel Zeit.

Nevada haben wir relativ schnell hinter uns gelassen – Las Vegas und das Valley of Fire waren die beiden Sehenswürdigkeiten, für die wir uns Zeit genommen haben. Nach Mesquite ging‘s ein kurzes Stück durch Arizona. Über den Virgin River Gorge – eine Schlucht, durch die der Virgin River das um einige hundert Meter höher gelegene Hochplateau um Saint George verlässt, gelangten wir nach Saint George, Washington und schließlich zum Zion National Park in Utah.

Zion war der Beginn einer außergewöhnlich schönen Strecke. Die Schluchten und Canyons aus tiefrotem Sandstein, in denen sich die Straße durch den Park windet und der Kontrast zum dunkelblauen Himmel sowie die herbstlich leuchtend gelb gefärbten Bäume geben dem Park um diese Jahreszeit einen besonderen Reiz. Am Ende der Straße durch den Park jedoch gelangt man an einen Tunnel, der einige Meter hinter einer vertikalen Felswand parallel zu dieser aus dem Zion Canyon hinaus führt, ca. eine Meile lang, nicht beleuchtet und sehr schmal ist. Radfahren? –verboten!

Shuttleservice gibt’s auch keines. Als Radfahrer ist man gezwungen, auf ein ausreichend großes Fahrzeug zu warten, auf das man die Räder und das Gepäck laden kann um sich auf die andere Seite führen zu lassen. Eine der wenigen Gelegenheiten zu der wir froh waren, dass die Amerikaner eine Vorliebe für maßlos überdimensionierte Autos haben. Innerhalb von 10 Minuten hatten wir einen Pickup Truck gefunden, der uns auf die andere Seite brachte.

Nach dem Zion National Park bogen wir Richtung Norden zum Bryce Canyon ab. Glücklicherweise blieben wir zwischen den Parks auf relativ großer Höhe und konnten ohne viel unnötiges Auf und Ab in einem Tag den Dixie National Forest kurz vor dem Bryce Canyon National Park erreichen.

Schon von weitem kann man die roten Sandsteintürme des Dixie National Forest sehen, die am Abend noch eindrucksvoller beleuchtet sind. Unser Zeltplatz war mit 2235 m der bisher höchste unserer Reise, was sich durch relativ frostige -7°C beim Frühstück erkennen ließ.

Der Bryce Canyon bietet nochmal eine eindrucksvolle Steigerung zur ohnehin schon sehr interessanten Landschaft des Dixie National Forest. Vom über 2400m hoch gelegenen Rand des Canyons blickt man über ein Tal mit unzähligen schmalen hellgelb bis dunkelrot gefärbten Steinsäulen zwischen denen sich tiefe Schluchten öffnen. Natürlich wurden wir auch hier wieder von anderen Touristen angesprochen und gefragt, wohin wir mit unserem schweren Gepäck denn unterwegs seien. Eine der Neugierigen meinte sie wäre selbst mit dem Rad auf einer Reise um die Welt unterwegs und war relativ verblüfft als ich sie fragte ob ihr Name Astrid wäre. Tatsächlich war die Radlerin diejenige, die ebenfalls in Kanada die Taylors getroffen hatte und ca. zwei Wochen nach uns in Shelton bei ihnen zu Gast war. Sie hatte ihr Rad in Las Vegas gelassen und war nun mit einem Mietauto durch die Nationalparks unterwegs. Aufgrund ihres Alters (ca. 50) und der Tatsache, dass sie auf eigene Faust mit dem Rad um die Welt unterwegs war, war relativ leicht zu erraten, dass es sich um diejenige Astrid handeln musste, deren Website (www.cyclingfullcircle.com) wir von Kip und Marya erfahren und bereits gelesen hatten.

Nach dem Bryce Canyon führte uns unsere Route durch das Escalante National Monument und auch hier hatten wir wieder eine interessante Begegnung. Kurz nach der Ortschaft Escalante kamen uns zwei Radler entgegen – relativ leicht bepackt, aber wie so viele amerikanische Reiseradler auf Surly Long Haul Trucker Rädern. Die Beiden – Tanya und Michael aus Salt Lake City verbrachten ihren Urlaub in Boulder und waren gerade zum Einkaufen unterwegs – auf ihren Rädern, ca. 50 km von ihrem Hotel entfernt und auf einer Strecke, auf der sie hin und zurück je ca. 1000 Höhenmeter zu bewältigen hatten – keine typischen Amerikaner also. Wir fragten sie, ob es in Boulder einen Campingplatz gäbe, da die letzten paar Campgrounds alle geschlossen waren und wir auf der Suche nach einer Dusche waren und wurden prompt eingeladen, die Dusche in ihrem Hotelzimmer zu benutzen. Dieses Angebot ließen wir uns natürlich nicht entgehen und hatten eigentlich vor, uns nach der Dusche in oder kurz nach Boulder einen Zeltplatz zu suchen. Als wir allerdings in der Boulder Mountain Lodge bei den beiden ankamen meinten sie wir könnten doch gleich bei ihnen im Hotelzimmer schlafen, da sie ohnehin noch ein freies Doppelbett hatten. Unser Gepäck konnten wir über Nacht in ihrem Van verstauen, nur die Räder konnten wir darin nicht mehr unterbringen, da den meisten Platz schon die sechs Räder von Tanya und Michael einnahmen.

Am nächsten Tag brachen wir relativ früh auf, verließen möglichst unauffällig das Hotelgelände und wurden kurz nach dem Frühstück schon wieder von Tanya und Michael eingeholt, die sich diesmal die Strecke über den 2926 m hohen Boulder Mountain Pass nach Torrey ausgesucht hatten. Die beiden scheinen jeden Tag ihres Urlaubs eine Radtour mit über 2000 Höhenmetern und um die 100km Länge zu machen – nicht schlecht auch ohne schweres Gepäck!

Der Boulder Mountain, den wir ebenfalls überquerten war mit seinen 2926 m unser bisher höchster Pass (350 m höher als die Großglockner Hochalpenstraße, die höchste befestigte Passstraße in Österreich!). Auf der Abfahrt auf der Nordseite trafen wir nochmal Tanya und Michael, die gerade am Rückweg waren und suchten uns etwas später kurz vor dem Capitol Reef National Park einen Zeltplatz.

Auch Capitol Reef erschien mir diesmal wesentlich eindrucksvoller als beim letzten Besuch, was wahrscheinlich teilweise an der herbstlichen Färbung der Bäume und daran lag, dass man am Rad einfach viel mehr Zeit hat, die Landschaft zu sehen.

Auf der Strecke durch die San Rafael Wüste ab Hanksville begleitete uns wieder mal ein kleiner Sandsturm aus südlicher Richtung, der zwar anfangs ganz angenehm war, da er uns relativ schnell nach Green River blies, jedoch ab der Richtungsänderung der Straße dort ein wenig mühsam wurde. Trotzdem überboten wir unsere bisher längste Tagesetappe von Vancouver Island und campten nach 126 km etwas abseits einer kleinen dirt road in der Wüste ca. 40 km vor Moab. Schon im Capitol Reef National Park hatten wir gehört, dass für die kommende Nacht etwas Niederschlag und Wind zu erwarten war. Wir verankerten daher unser Zelt so gut wie möglich und hofften auf nicht allzu starken Wind. Tatsächlich war der Wind nicht wirklich schlimm, jedoch hatten wir nicht damit gerechnet, dass ein wenig Regen die Straße an der wir campten in ein derart heimtückisches Schlammloch verwandeln würde. Schon das möglichst saubere Einpacken des Zeltes gestaltete sich als echte Herausforderung und der Schlamm, der sich innerhalb weniger Schritte an den Schuhen ansammelte ließ uns vermuten, dass auch die Räder bald eine gründliche Reinigung nötig haben würden. Zusätzlich wurde uns der Start in den Tag auch noch durch einen Patschen an meinem Hinterrad vermiest, den zu flicken bei leichtem Regen, Schlamm und ca. 5°C auch nicht wirklich ein Vergnügen war.

Was wir nicht geahnt hatten war, dass der Schlamm so klebrig war, dass sich innerhalb weniger Meter eine mehrere cm dicke Schicht davon auf den Reifen festsetzte, die letztendlich die Räder vollständig zum Blockieren brachte. Für die 600 Meter von unserem Zeltplatz zur asphaltierten Straße benötigten wir so fast zwei Stunden, da wir die Räder zu zweit schieben und teilweise das Gepäck abladen und zur Straße tragen mussten.

Der Regen hörte glücklicherweise bald wieder auf und wir suchten uns am Straßenrand einen Platz zum Frühstücken und erholten uns von der morgendlichen Schufterei, nur um nach dem Frühstück zu entdecken, dass ich im Hinterrad schon wieder keine Luft mehr hatte. Ich hatte beim ersten Mal das winzige Drahtstück, das noch im Reifen steckte nicht gefunden, was dem neuen Schlauch und mir natürlich wieder zum Verhängnis wurde. Insgesamt waren wir uns einig, dass die Pannenserie eines Freitags des 13. Novembers durchaus würdig war. Trotzdem sind wir mit unseren Reifen noch mehr als zufrieden, denn insgesamt vier Patschen auf unseren mittlerweile je 10000 gefahrenen Kilometern sind durchaus zu verkraften.

Wegen des ziemlich verzögerten Starts erreichten wir am Abend erst gegen 20 Uhr den Campground im Arches National Park. Wenigstens hatten wir aber noch Gelegenheit, die Park Avenue mit ihren roten Fels-Finnen und –Türmen und einige der Felsbögen im Park bei Sonnenuntergang zu bewundern. In der Park Avenue allerdings trafen wir auf eine ganze Horde Fotografen, die gemeinsam einen Fotoausflug machten und nachdem sie uns gesehen hatten absolut kein Interesse mehr für irgendwelche Felsformationen zeigten. Stattdessen hielten sie uns mindestens eine Viertelstunde damit auf, unsere verdreckten Räder und uns in unserer schlammigen Radkleidung zu fotografieren. Der Anführer der Horde war übrigens ein Steirer aus Leoben, der allerdings schon 40 Jahre in den USA lebt und kaum mehr Deutsch spricht.

Am Devil’s Garden Campground im Arches National Park hatten wir zum ersten Mal auf unserer Reise das Vergnügen, morgens in einem schneebedeckten Zelt aufzuwachen. Glücklicherweise war aber zumindest die Temperatur in der Nacht recht erträglich und die Wolken hatten sich in der Früh auch wieder größtenteils verzogen so dass wir den Park bei Sonnenschein den ganzen Tag genießen konnten.

Erst gegen Abend als wir in Moab ankamen setzte wieder bösartiger Schneeregen ein und die Aussicht darauf, das Zelt im Regen aufbauen und im Freien kochen zu müssen gefiel uns gar nicht. Wir beschlossen also, bevor wir uns einen Zeltplatz suchten noch im Supermarkt einen 10000 km-Jubiläumskuchen und ein Abendessen zu besorgen und hofften insgeheim darauf, dass uns jemand zu sich nachhause einladen würde. Offenbar waren aber unsere schlammigen Räder etwas abschreckend, so dass die ersten drei Leute, die uns ansprachen und über unsere Reise befragten keinerlei Absicht erkennen ließen, uns einzuladen. Erst die vierte Familie bot uns an, in ihrer Garage zu campen. Gut, dass wir uns beim Essen unseres Brathändels und des 10000 km Kuchens vorm Supermarkt so lang Zeit gelassen hatten J!

Die Warrens ( http://thewarrensogden.blogspot.com )waren selbst nur für ein paar Tage und einen 50 km Geländelauf (den sie offenbar recht erfolgreich absolviert hatten) in Moab und die heiße Dusche und beheizte Garage, die sie uns in Ihrem Apartmenthaus anboten waren mehr als willkommen zumal über Nacht gut 10 cm Schnee fielen und die Temperatur um einige Grad absackte.

Die folgenden Tage radelten wir durch schneebedeckte Landschaft südlich von Moab dahin, campten einmal in der Nähe des Wilson Arch und einmal in Verdure bei frostigen Temperaturen von -7°C und -9°C bevor wir endlich in der Nähe von Kayenta wieder mal einen Zeltplatz fanden der deutlich unter 2000 m Höhe lag. Am Weg nach Kayenta, südlich von Blanding war mein mittlerweile vierter Patschen zu verzeichnen – natürlich wieder ein kleines Drahtstück aus einem der zerfetzten LKW- Reifen, die hier alle paar hundert Meter am Straßenrand liegen. Diese Drahtstücke aus den Reifenkarkassen waren bisher das einzige, was an meinen Reifen Patschen verursachte – alle Dornen, Glasscherben usw. stecken die Marathon Plus Reifen relativ locker weg. Weshalb sich aber die Patschen jetzt nach 10000 km plötzlich so häufen haben wir noch nicht herausgefunden.

Nachdem das Ende unserer Aufenthaltsgenehmigung für die USA immer näher rückte entschieden wir uns den Mesa Verde National Park und die Slot Canyons in Page auszulassen und durchs Monument Valley direkt zum Grand Canyon zu fahren.

Im Monument Valley hatten wir zwar Sonnenschein, leider war es aber sehr diesig, so dass die berühmten, hier „Buttes“ genannten roten Felstürme nicht richtig zur Geltung kamen. Zumindest hätten wir uns für ein paar gute Fotos deutlich bessere Sichtverhältnisse gewünscht.

Vom Monument Valley ging’s weiter über Tuba City Richtung Grand Canyon – nicht ohne einige Bedenken das Wetter betreffend, da uns schon mehrere Leute vor den tiefen Temperaturen gewarnt hatten, die dort um diese Jahreszeit oft herrschen. Zu unserer Überraschung campten wir aber im Kaibab National Forest kurz vorm Grand Canyon auf 1800 m bei angenehmen +5°C.

Auch die Besichtigung des South Rim des Canyons auf über 2200 m Höhe konnten wir bei Sonne und angenehmer Temperatur, wenn auch mit kühlem Wind genießen. Richtig kalt wurde es erst südlich vom Grand Canyon in Tusayan am Ten X Campground. -11°C war unsere bisher kälteste Nacht im Zelt, wenngleich durch die trockene Luft auch das Zelt diesmal trocken blieb und das Campen dadurch wesentlich angenehmer war als einige Tage zuvor in Verdure, wo sich im Innenzelt an den Wänden durch die Feuchtigkeit der Atemluft eine ca. 2-3 mm dicke Reifschicht gebildet hatte, die gegen Morgen begann, sich abzulösen und auf unsere Schlafsäcke zu rieseln. Auch unter diesen Bedingungen hielten uns die Schlafsäcke aber angenehm warm, nur das Aufstehen und anschließende Frühstücken bei um die -10° ist etwas gewöhnungsbedürftig, zumal die Temperatur erst 10-20 Minuten nach Sonnenaufgang spürbar ansteigt.

In Flagstaff belohnten wir uns für die zahlreichen Höhenmeter, die wir am Grand Canyon absolviert hatten wieder einmal mit einem chinesischen All You Can Eat Buffet und quartieren uns für zwei Tage beim Couchsurfer Mark und seiner Mitbewohnerin Tabitha ein. Wir hatten eigentlich geplant, nur eine Nacht in Flagstaff zu bleiben, jedoch hatten wir einige Probleme mit den lokalen Postämtern zu überwinden, was einen vollen Tag in Anspruch nahm. Wir hatten uns einige Pakete per General Delivery auf ein Postamt in Flagstaff schicken lassen und waren relativ enttäuscht, als von den 6 erwarteten Paketen (Taucherbrillen von zuhause, Reservereifen von einem Internetshop, Poleholder von Hilleberg sowie Kopfhörer und ein Moskitonetz von Amazon) nur eines am Postamt lagernd war.

Durch umfangreiche Internet-Recherche und Telefoniererei am nächsten Tag war nicht mehr herauszufinden, als dass die Pakete eigentlich am Hauptpostamt liegen müssten, wo wir aber am Vortag schon gewesen waren und nur eines davon bekommen hatten. Relativ hoffnungslos fuhren wir also nochmal zum Postamt – diesmal bewaffnet mit den Tracking–Daten, die wir im Internet für eines der Pakete hatten abrufen können und siehe da – als die Angestellten sich etwas Mühe gaben und nach den Paketen suchten tauchten tatsächlich noch zwei weitere davon auf.

Gänzlich verschollen blieb nur meine Taucherbrille. Die Reservereifen und das Moskitonetz waren zu den Absendern zurückgeschickt worden und wir konnten bei Amazon und www.everybicycletire.com einen erneuten Versand an ein anderes Postamt in Organ, New Mexico veranlassen. Vielleicht haben wir ja beim nächsten Mal mehr Glück.

Mark und Tabitha waren sehr angenehme Gastgeber und es stellte sich heraus, dass wir uns durch die zusätzliche Übernachtung in Flagstaff ein weiteres Frühstück bei -12°C erspart hatten. Um uns auch in den nächsten Tagen neue Kälterekorde zu ersparen beschlossen wir, nicht, wie zunächst geplant direkt nach White Sands zu fahren, sondern zuerst nach Süden Richtung Phoenix und Tucson aufzubrechen, da wir in dieser Richtung schneller aus den Bergen in tiefer gelegene Gegenden kamen. Zudem hatte uns Tabitha die Adresse einer Freundin – Casey – in Tucson gegeben, die in einem Radgeschäft arbeitet und wir hofften dort herausfinden zu können, weshalb Manus Hinterradnabe seit 2000 km komische Geräusche machte. Wir hatten die Nabe zwar in Fresno schon einmal zerlegt, jedoch konnten wir den Freilauf nicht abnehmen, da dazu ein 14 mm Inbusschlüssel nötig ist, den zu finden sich sowohl in Fresno als auch in Las Vegas als unmöglich herausgestellt hatte.

Da die Zeit drängte nahmen wir von Flagstaff aus die Interstate 17 nach Süden, was sich als Fehler herausstellte. Es gibt auf der I17 zwar durchgehend einen breiten Pannenstreifen, den man als Radfahrer benutzen muss, jedoch war dieser genau im Bereich der Abfahrt ins Verde Valley mit extrem grobem Asphalt belegt auf dem zudem noch jede Menge Müll herumlag. Die 13 Meilen mit 6% Gefälle waren somit nicht wirklich zu genießen und bescherten uns stattdessen insgesamt 3 Patschen. Meine beiden waren auf ein Metallteil, das die Karkasse meines Hinterreifens beschädigte und eine Metallplatte aus der ein Stahlstift ragte zurückzuführen. Manus Patschen war von der gewöhnlichen LKW-Karkassen-Draht-Sorte.

Zusätzlich zu unserem Patschenunglück entdeckte ich beim Flicken auch noch einen Riss in meiner hinteren Felge – ca. 3-4 cm lang von einer Speiche beidseits entlang der Mittellinie der Felge verlaufend. Somit war in Tucson also neben Manus Freilauf auch ein neues Hinterrad für mich fällig.

In Phoenix waren wir gerade bei McDonalds mit Internetrecherchen bezüglich Ersatzteilen und Unterkunft für Tucson beschäftigt als wir von zwei älteren Herren angesprochen wurden und wieder einmal die üblichen Fragen gestellt bekamen. Die beiden zeigten großes Interesse an unserer Reise und gaben nach kurzer Verhandlung per Telefon kurzerhand bei ihren Frauen zuhause Bescheid, dass am Abend zwei Gäste zu verköstigen wären. Zunächst boten sie uns an, uns im Auto mitsamt den Rädern mit zu sich nachhause zu nehmen, als wir ihnen erzählten, dass Tucson unser nächstes Ziel wäre fassten sie nach kurzem Telefonat mit einem Freund den Entschluss, diesen am nächsten Tag in Tucson zu besuchen und uns gleich mitzunehmen. Die Angebote – sowohl das Abendessen als auch der Transport nach Tucson kamen wie gerufen, da der Großraum Phoenix extrem ausgedehnt ist und wir wahrscheinlich über einen Tag zur Durchquerung der Stadt gebraucht hätten. Zudem konnten wir so etwas Zeit gewinnen bevor unsere Aufenthaltsgenehmigung ablief.

Die beiden und ihre Familien waren sehr freundlich und auch das Abendessen war ausgezeichnet, jedoch hatten wir, wie sich herausstellte recht unterschiedliche Meinungen bezüglich amerikanischer Politik. Die beiden waren Bush Anhänger, die gerne Sarah Palin als neue Präsidentin gesehen hätten, waren Atomkraftbefürworter und hielten das amerikanische Gesundheitssystem für das beste der Welt und konnten daher public healthcare nichts abgewinnen…

Am nächsten Tag erreichten wir trotz heftigem Sandsturm und Gegenwind innerhalb von zwei Stunden Tucson – und waren heilfroh, nicht auf den Rädern unterwegs zu sein, zumal auch die Landschaft alles andere als interessant war.

In Tucson ließen wir uns direkt bei Bicas, dem Radshop, in dem Casey arbeitet, absetzen und trafen dort zufällig auch einen der Warmshowers-Hosts, die wir aus Phoenix angeschrieben hatten. Ignacio arbeitet zufälligerweise auch bei Bicas und wohnt mit seiner Frau Daniela und Sohn Damiano nur wenige hundert Meter von dort entfernt. Eine besser gelegene Unterkunft hätten wir wohl gar nicht erwischen können.

DSC_9167Bicas ist kein Radgeschäft im eigentlichen Sinne, sondern eher eine öffentliche Werkstatt, in der man gegen Bezahlung am eigenen Rad arbeiten kann. Zudem werden gebrauchte Radkomponenten verkauft und was nicht mehr verkauft werden kann wird zu Kunstwerken zusammengeschweißt, die einmal im Jahr auf einer Auktion verkauft werden.    

Leider war auch bei Bicas kein 14er Inbusschlüssel zu finden, jedoch konnten wir beim Ordinary Bike Shop, wo wir einen neuen Freilauf für Manu und eine neue Felge für mich bestellten, den Freilauf gleich kostenlos montieren lassen.

Die Zeit, die uns blieb während wir auf die bestellten Teile warteten, nutzten wir, um ins ca. 100 km entfernte Nogales an der mexikanischen Grenze zu fahren, um unsere Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern. Von der amerikanischen Botschaft in Österreich war uns auf Anfrage zwar geraten worden, nach Mexiko auszureisen und uns bei der erneuten Einreise in die USA eine neue Aufenthaltsgenehmigung ausstellen zu lassen, jedoch weigerten sich die Grenzbeamten bei der Ausreise, die Aufenthaltsgenehmigungen aus unseren Pässen zu entfernen. Stattdessen mussten wir bei der Grenzstation bei der Wiedereinreise eine Verlängerung beantragen, die uns allerdings für 12$ problemlos für ein Monat ausgestellt wurde.

Zurück in Tucson stellte sich heraus, dass wir bei unserem Mexico-Ausflug wahrscheinlich großes Glück gehabt hatten, denn meine Felge hatte auf den nur 240 Kilometern noch einige neue Risse entwickelt und hätte wahrscheinlich nicht mehr allzu lange durchgehalten. Nachdem die weiteren Risse so schnell aufgetaucht waren beschloss ich, auch die vordere Felge auszutauschen und bestellte sie ebenfalls beim gleichen Shop. Während die erste Felge innerhalb von zwei Werktagen geliefert wurde, warteten wir auf die zweite jedoch eine ganze Woche, was uns quasi einen kurzen Urlaub vom Radfahren bescherte, den wir auch sehr genossen, da wir wirklich angenehme Gastgeber hatten. Auch über Mittelamerika konnten wir etwas mehr erfahren, da Daniela mehrere Jahre in Guatemala und Nicaragua gearbeitet hatte. Zudem war Carl Kurz, der für Bikes Not Bombs in den letzten 25 Jahren in El Salvador, Nicaragua und Guatemala gearbeitet hatte mit seiner Familie noch einige Tage zu Gast.

DSC_9276Erwähnenswert ist auch Damiano, das sechsmonatige Baby von Daniela und Ignacio, das eindeutig das bravste und fröhlichste Baby ist, das wir je gesehen haben. In der ganzen Zeit die wir in Tucson verbracht haben, hat er höchstens zwei Mal geschrien und sonst meistens bis über beide Ohren gegrinst – insbesondere wenn Manu sich mit ihm beschäftigte.

Zum ersten Mal auf unserer Reise fiel uns auch das Aufbrechen in Tucson nach der kurzen Pause etwas schwer und wir hoffen Daniela, Ignacio und Damiano einmal in Österreich als Besucher empfangen zu können.

DSC_9285Nachdem wir nun wieder etwas mehr Zeit hatten konnten wir es uns leisten, nicht die direkte Route nach Las Cruces über die Interstate 10 zu nehmen, sondern über Sonoita, Tombstone, Gleeson, Courtland und Pearce die landschaftlich schönere Strecke durch die Berge zu nehmen, die uns Ignacio vorgeschlagen hatte. DSC_9301Erst in Wilcox waren wir gezwungen, wieder auf die I10 zu fahren, da wir die Bergstraße über die Chiricahua Mountains, die schon schneebedeckt waren, vermeiden wollten.

Schon von Sunsites in Arizona schrieben wir einen Warmshowers Host in Las Cruces an, bei dem wir eine Nacht bleiben wollen bevor wir nach Organ und White Sands aufbrechen und bekamen innerhalb von fünf Minuten eine positive Antwort. DSC_9328Auf unserem weiteren Weg nach New Mexico  hatten wir einen weiteren Tag mit Rückenwind, gleich darauf einen mit bösartigem Gegenwind, einen kurzen Regen in der Wüste, wieder ein paar Nächte mit –4 bis -6°C und begegneten erstmals einer Klapperschlange, um die wir einen großen Bogen machten. Mittlerweile sind wir in Las Cruces angekommen und haben endlich Zeit, den Blog zu aktualisieren.

GPS Track

Unter “Bisherige Route” ist ab sofort unser gesamter GPS-Track (sofern unser GPS Logger geladen und eingeschalten war) online. Blaue Tracks sind ok, rote zeigen Strecken ohne gültigen GPS-Fix an.

Die Lücken zwischen Prince Rupert/BC und Port Hardy/BC sowie zwischen Phoenix/AZ und Tucson/AZ befinden sich auf Strecken die wir mit der Fähre bzw. mit dem Auto zurückgelegt haben.

Wenn man an beliebiger Stelle auf den Track klickt wird das Datum angezeigt, zu dem wir uns an der jeweiligen Position aufgehalten haben.

Die Karte ist mit ca. 1,5 MB relativ groß und kann je nach Internetverbindung relativ langsam geladen werden. Wenn eine Fehlermeldung über ein nicht reagierendes Script auf der Website angezeigt wird sollte man das Script einfach weiter laufen lassen – es dauert einfach eine gewisse Zeit bis es geladen ist. (Die originalen GPS Daten umfassen ca. 500 MB!)

Viel Spaß damit!

Neue Fotos online

Ich habe gerade die Fotos von Mesquite/Nevada bis Tucson Arizona auf die Website geladen – ab sofort wird bei den GPS Koordinaten auch die Seehöhe (Altitude) angezeigt. Die Neuen Fotos befinden sich in den Kategorien USA/Arizona und USA/Utah.

Der neue Reisebericht zu den Fotos folgt bald.