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Auf nach Mexiko!

Nun ist es also soweit! wir haben die USA und Kanada auf Umwegen von Nord nach Süd durchquert und stehen nach 12658 km und 788 Stunden Fahrzeit an der Grenze zu Mexico – genauer gesagt in Douglas, Arizona. Morgen früh brechen wir in eine andere Welt auf und sind schon gespannt, was uns dort erwartet. Und weil wir nicht wissen, ob’s dort ähnlich oft wie hier offene Drahtlosnetzwerke gibt, schreiben wir schnell noch einen letzten Gruß ;-)

Wir wünschen euch allen einen guten Rutsch ins Jahr 2010 und melden uns wieder, sobald wir können.

lg Phil & Manu

Frohe Weihnachten

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Wir haben zwar hier in New Mexico keinen Schnee aber aber ein bisserl Weiße Weihnachten dürfen auch wir erleben! vielleicht sogar weißer als viele von euch in Österreich oder anderen Teilen der Welt :-)

Wir bedanken uns für alle Weihnachtsgrüße und hoffen ihr begleitet uns auch weiterhin auf unserer Reise!

Wir wünschen allen Lesern unseres Blogs frohe Weihnachten, Merry Christmas und Feliz Navidad!

 

 

Liebe Grüße von Manu & Phil aus New Mexico!

Mesquite/NV bis Las Cruces/NM 3.11.09 – 17.12.09

Schon wieder ist viel zu viel Zeit zwischen unseren Blog-Einträgen vergangen! Unsere Aufenthaltserlaubnis für die USA endet ja am 8.12., was uns ein wenig unter Zeitdruck brachte – da blieb zwischen den anderen Erledigungen, die noch in den USA zu machen waren nicht viel Zeit.

Nevada haben wir relativ schnell hinter uns gelassen – Las Vegas und das Valley of Fire waren die beiden Sehenswürdigkeiten, für die wir uns Zeit genommen haben. Nach Mesquite ging‘s ein kurzes Stück durch Arizona. Über den Virgin River Gorge – eine Schlucht, durch die der Virgin River das um einige hundert Meter höher gelegene Hochplateau um Saint George verlässt, gelangten wir nach Saint George, Washington und schließlich zum Zion National Park in Utah.

Zion war der Beginn einer außergewöhnlich schönen Strecke. Die Schluchten und Canyons aus tiefrotem Sandstein, in denen sich die Straße durch den Park windet und der Kontrast zum dunkelblauen Himmel sowie die herbstlich leuchtend gelb gefärbten Bäume geben dem Park um diese Jahreszeit einen besonderen Reiz. Am Ende der Straße durch den Park jedoch gelangt man an einen Tunnel, der einige Meter hinter einer vertikalen Felswand parallel zu dieser aus dem Zion Canyon hinaus führt, ca. eine Meile lang, nicht beleuchtet und sehr schmal ist. Radfahren? –verboten!

Shuttleservice gibt’s auch keines. Als Radfahrer ist man gezwungen, auf ein ausreichend großes Fahrzeug zu warten, auf das man die Räder und das Gepäck laden kann um sich auf die andere Seite führen zu lassen. Eine der wenigen Gelegenheiten zu der wir froh waren, dass die Amerikaner eine Vorliebe für maßlos überdimensionierte Autos haben. Innerhalb von 10 Minuten hatten wir einen Pickup Truck gefunden, der uns auf die andere Seite brachte.

Nach dem Zion National Park bogen wir Richtung Norden zum Bryce Canyon ab. Glücklicherweise blieben wir zwischen den Parks auf relativ großer Höhe und konnten ohne viel unnötiges Auf und Ab in einem Tag den Dixie National Forest kurz vor dem Bryce Canyon National Park erreichen.

Schon von weitem kann man die roten Sandsteintürme des Dixie National Forest sehen, die am Abend noch eindrucksvoller beleuchtet sind. Unser Zeltplatz war mit 2235 m der bisher höchste unserer Reise, was sich durch relativ frostige -7°C beim Frühstück erkennen ließ.

Der Bryce Canyon bietet nochmal eine eindrucksvolle Steigerung zur ohnehin schon sehr interessanten Landschaft des Dixie National Forest. Vom über 2400m hoch gelegenen Rand des Canyons blickt man über ein Tal mit unzähligen schmalen hellgelb bis dunkelrot gefärbten Steinsäulen zwischen denen sich tiefe Schluchten öffnen. Natürlich wurden wir auch hier wieder von anderen Touristen angesprochen und gefragt, wohin wir mit unserem schweren Gepäck denn unterwegs seien. Eine der Neugierigen meinte sie wäre selbst mit dem Rad auf einer Reise um die Welt unterwegs und war relativ verblüfft als ich sie fragte ob ihr Name Astrid wäre. Tatsächlich war die Radlerin diejenige, die ebenfalls in Kanada die Taylors getroffen hatte und ca. zwei Wochen nach uns in Shelton bei ihnen zu Gast war. Sie hatte ihr Rad in Las Vegas gelassen und war nun mit einem Mietauto durch die Nationalparks unterwegs. Aufgrund ihres Alters (ca. 50) und der Tatsache, dass sie auf eigene Faust mit dem Rad um die Welt unterwegs war, war relativ leicht zu erraten, dass es sich um diejenige Astrid handeln musste, deren Website (www.cyclingfullcircle.com) wir von Kip und Marya erfahren und bereits gelesen hatten.

Nach dem Bryce Canyon führte uns unsere Route durch das Escalante National Monument und auch hier hatten wir wieder eine interessante Begegnung. Kurz nach der Ortschaft Escalante kamen uns zwei Radler entgegen – relativ leicht bepackt, aber wie so viele amerikanische Reiseradler auf Surly Long Haul Trucker Rädern. Die Beiden – Tanya und Michael aus Salt Lake City verbrachten ihren Urlaub in Boulder und waren gerade zum Einkaufen unterwegs – auf ihren Rädern, ca. 50 km von ihrem Hotel entfernt und auf einer Strecke, auf der sie hin und zurück je ca. 1000 Höhenmeter zu bewältigen hatten – keine typischen Amerikaner also. Wir fragten sie, ob es in Boulder einen Campingplatz gäbe, da die letzten paar Campgrounds alle geschlossen waren und wir auf der Suche nach einer Dusche waren und wurden prompt eingeladen, die Dusche in ihrem Hotelzimmer zu benutzen. Dieses Angebot ließen wir uns natürlich nicht entgehen und hatten eigentlich vor, uns nach der Dusche in oder kurz nach Boulder einen Zeltplatz zu suchen. Als wir allerdings in der Boulder Mountain Lodge bei den beiden ankamen meinten sie wir könnten doch gleich bei ihnen im Hotelzimmer schlafen, da sie ohnehin noch ein freies Doppelbett hatten. Unser Gepäck konnten wir über Nacht in ihrem Van verstauen, nur die Räder konnten wir darin nicht mehr unterbringen, da den meisten Platz schon die sechs Räder von Tanya und Michael einnahmen.

Am nächsten Tag brachen wir relativ früh auf, verließen möglichst unauffällig das Hotelgelände und wurden kurz nach dem Frühstück schon wieder von Tanya und Michael eingeholt, die sich diesmal die Strecke über den 2926 m hohen Boulder Mountain Pass nach Torrey ausgesucht hatten. Die beiden scheinen jeden Tag ihres Urlaubs eine Radtour mit über 2000 Höhenmetern und um die 100km Länge zu machen – nicht schlecht auch ohne schweres Gepäck!

Der Boulder Mountain, den wir ebenfalls überquerten war mit seinen 2926 m unser bisher höchster Pass (350 m höher als die Großglockner Hochalpenstraße, die höchste befestigte Passstraße in Österreich!). Auf der Abfahrt auf der Nordseite trafen wir nochmal Tanya und Michael, die gerade am Rückweg waren und suchten uns etwas später kurz vor dem Capitol Reef National Park einen Zeltplatz.

Auch Capitol Reef erschien mir diesmal wesentlich eindrucksvoller als beim letzten Besuch, was wahrscheinlich teilweise an der herbstlichen Färbung der Bäume und daran lag, dass man am Rad einfach viel mehr Zeit hat, die Landschaft zu sehen.

Auf der Strecke durch die San Rafael Wüste ab Hanksville begleitete uns wieder mal ein kleiner Sandsturm aus südlicher Richtung, der zwar anfangs ganz angenehm war, da er uns relativ schnell nach Green River blies, jedoch ab der Richtungsänderung der Straße dort ein wenig mühsam wurde. Trotzdem überboten wir unsere bisher längste Tagesetappe von Vancouver Island und campten nach 126 km etwas abseits einer kleinen dirt road in der Wüste ca. 40 km vor Moab. Schon im Capitol Reef National Park hatten wir gehört, dass für die kommende Nacht etwas Niederschlag und Wind zu erwarten war. Wir verankerten daher unser Zelt so gut wie möglich und hofften auf nicht allzu starken Wind. Tatsächlich war der Wind nicht wirklich schlimm, jedoch hatten wir nicht damit gerechnet, dass ein wenig Regen die Straße an der wir campten in ein derart heimtückisches Schlammloch verwandeln würde. Schon das möglichst saubere Einpacken des Zeltes gestaltete sich als echte Herausforderung und der Schlamm, der sich innerhalb weniger Schritte an den Schuhen ansammelte ließ uns vermuten, dass auch die Räder bald eine gründliche Reinigung nötig haben würden. Zusätzlich wurde uns der Start in den Tag auch noch durch einen Patschen an meinem Hinterrad vermiest, den zu flicken bei leichtem Regen, Schlamm und ca. 5°C auch nicht wirklich ein Vergnügen war.

Was wir nicht geahnt hatten war, dass der Schlamm so klebrig war, dass sich innerhalb weniger Meter eine mehrere cm dicke Schicht davon auf den Reifen festsetzte, die letztendlich die Räder vollständig zum Blockieren brachte. Für die 600 Meter von unserem Zeltplatz zur asphaltierten Straße benötigten wir so fast zwei Stunden, da wir die Räder zu zweit schieben und teilweise das Gepäck abladen und zur Straße tragen mussten.

Der Regen hörte glücklicherweise bald wieder auf und wir suchten uns am Straßenrand einen Platz zum Frühstücken und erholten uns von der morgendlichen Schufterei, nur um nach dem Frühstück zu entdecken, dass ich im Hinterrad schon wieder keine Luft mehr hatte. Ich hatte beim ersten Mal das winzige Drahtstück, das noch im Reifen steckte nicht gefunden, was dem neuen Schlauch und mir natürlich wieder zum Verhängnis wurde. Insgesamt waren wir uns einig, dass die Pannenserie eines Freitags des 13. Novembers durchaus würdig war. Trotzdem sind wir mit unseren Reifen noch mehr als zufrieden, denn insgesamt vier Patschen auf unseren mittlerweile je 10000 gefahrenen Kilometern sind durchaus zu verkraften.

Wegen des ziemlich verzögerten Starts erreichten wir am Abend erst gegen 20 Uhr den Campground im Arches National Park. Wenigstens hatten wir aber noch Gelegenheit, die Park Avenue mit ihren roten Fels-Finnen und –Türmen und einige der Felsbögen im Park bei Sonnenuntergang zu bewundern. In der Park Avenue allerdings trafen wir auf eine ganze Horde Fotografen, die gemeinsam einen Fotoausflug machten und nachdem sie uns gesehen hatten absolut kein Interesse mehr für irgendwelche Felsformationen zeigten. Stattdessen hielten sie uns mindestens eine Viertelstunde damit auf, unsere verdreckten Räder und uns in unserer schlammigen Radkleidung zu fotografieren. Der Anführer der Horde war übrigens ein Steirer aus Leoben, der allerdings schon 40 Jahre in den USA lebt und kaum mehr Deutsch spricht.

Am Devil’s Garden Campground im Arches National Park hatten wir zum ersten Mal auf unserer Reise das Vergnügen, morgens in einem schneebedeckten Zelt aufzuwachen. Glücklicherweise war aber zumindest die Temperatur in der Nacht recht erträglich und die Wolken hatten sich in der Früh auch wieder größtenteils verzogen so dass wir den Park bei Sonnenschein den ganzen Tag genießen konnten.

Erst gegen Abend als wir in Moab ankamen setzte wieder bösartiger Schneeregen ein und die Aussicht darauf, das Zelt im Regen aufbauen und im Freien kochen zu müssen gefiel uns gar nicht. Wir beschlossen also, bevor wir uns einen Zeltplatz suchten noch im Supermarkt einen 10000 km-Jubiläumskuchen und ein Abendessen zu besorgen und hofften insgeheim darauf, dass uns jemand zu sich nachhause einladen würde. Offenbar waren aber unsere schlammigen Räder etwas abschreckend, so dass die ersten drei Leute, die uns ansprachen und über unsere Reise befragten keinerlei Absicht erkennen ließen, uns einzuladen. Erst die vierte Familie bot uns an, in ihrer Garage zu campen. Gut, dass wir uns beim Essen unseres Brathändels und des 10000 km Kuchens vorm Supermarkt so lang Zeit gelassen hatten J!

Die Warrens ( http://thewarrensogden.blogspot.com )waren selbst nur für ein paar Tage und einen 50 km Geländelauf (den sie offenbar recht erfolgreich absolviert hatten) in Moab und die heiße Dusche und beheizte Garage, die sie uns in Ihrem Apartmenthaus anboten waren mehr als willkommen zumal über Nacht gut 10 cm Schnee fielen und die Temperatur um einige Grad absackte.

Die folgenden Tage radelten wir durch schneebedeckte Landschaft südlich von Moab dahin, campten einmal in der Nähe des Wilson Arch und einmal in Verdure bei frostigen Temperaturen von -7°C und -9°C bevor wir endlich in der Nähe von Kayenta wieder mal einen Zeltplatz fanden der deutlich unter 2000 m Höhe lag. Am Weg nach Kayenta, südlich von Blanding war mein mittlerweile vierter Patschen zu verzeichnen – natürlich wieder ein kleines Drahtstück aus einem der zerfetzten LKW- Reifen, die hier alle paar hundert Meter am Straßenrand liegen. Diese Drahtstücke aus den Reifenkarkassen waren bisher das einzige, was an meinen Reifen Patschen verursachte – alle Dornen, Glasscherben usw. stecken die Marathon Plus Reifen relativ locker weg. Weshalb sich aber die Patschen jetzt nach 10000 km plötzlich so häufen haben wir noch nicht herausgefunden.

Nachdem das Ende unserer Aufenthaltsgenehmigung für die USA immer näher rückte entschieden wir uns den Mesa Verde National Park und die Slot Canyons in Page auszulassen und durchs Monument Valley direkt zum Grand Canyon zu fahren.

Im Monument Valley hatten wir zwar Sonnenschein, leider war es aber sehr diesig, so dass die berühmten, hier „Buttes“ genannten roten Felstürme nicht richtig zur Geltung kamen. Zumindest hätten wir uns für ein paar gute Fotos deutlich bessere Sichtverhältnisse gewünscht.

Vom Monument Valley ging’s weiter über Tuba City Richtung Grand Canyon – nicht ohne einige Bedenken das Wetter betreffend, da uns schon mehrere Leute vor den tiefen Temperaturen gewarnt hatten, die dort um diese Jahreszeit oft herrschen. Zu unserer Überraschung campten wir aber im Kaibab National Forest kurz vorm Grand Canyon auf 1800 m bei angenehmen +5°C.

Auch die Besichtigung des South Rim des Canyons auf über 2200 m Höhe konnten wir bei Sonne und angenehmer Temperatur, wenn auch mit kühlem Wind genießen. Richtig kalt wurde es erst südlich vom Grand Canyon in Tusayan am Ten X Campground. -11°C war unsere bisher kälteste Nacht im Zelt, wenngleich durch die trockene Luft auch das Zelt diesmal trocken blieb und das Campen dadurch wesentlich angenehmer war als einige Tage zuvor in Verdure, wo sich im Innenzelt an den Wänden durch die Feuchtigkeit der Atemluft eine ca. 2-3 mm dicke Reifschicht gebildet hatte, die gegen Morgen begann, sich abzulösen und auf unsere Schlafsäcke zu rieseln. Auch unter diesen Bedingungen hielten uns die Schlafsäcke aber angenehm warm, nur das Aufstehen und anschließende Frühstücken bei um die -10° ist etwas gewöhnungsbedürftig, zumal die Temperatur erst 10-20 Minuten nach Sonnenaufgang spürbar ansteigt.

In Flagstaff belohnten wir uns für die zahlreichen Höhenmeter, die wir am Grand Canyon absolviert hatten wieder einmal mit einem chinesischen All You Can Eat Buffet und quartieren uns für zwei Tage beim Couchsurfer Mark und seiner Mitbewohnerin Tabitha ein. Wir hatten eigentlich geplant, nur eine Nacht in Flagstaff zu bleiben, jedoch hatten wir einige Probleme mit den lokalen Postämtern zu überwinden, was einen vollen Tag in Anspruch nahm. Wir hatten uns einige Pakete per General Delivery auf ein Postamt in Flagstaff schicken lassen und waren relativ enttäuscht, als von den 6 erwarteten Paketen (Taucherbrillen von zuhause, Reservereifen von einem Internetshop, Poleholder von Hilleberg sowie Kopfhörer und ein Moskitonetz von Amazon) nur eines am Postamt lagernd war.

Durch umfangreiche Internet-Recherche und Telefoniererei am nächsten Tag war nicht mehr herauszufinden, als dass die Pakete eigentlich am Hauptpostamt liegen müssten, wo wir aber am Vortag schon gewesen waren und nur eines davon bekommen hatten. Relativ hoffnungslos fuhren wir also nochmal zum Postamt – diesmal bewaffnet mit den Tracking–Daten, die wir im Internet für eines der Pakete hatten abrufen können und siehe da – als die Angestellten sich etwas Mühe gaben und nach den Paketen suchten tauchten tatsächlich noch zwei weitere davon auf.

Gänzlich verschollen blieb nur meine Taucherbrille. Die Reservereifen und das Moskitonetz waren zu den Absendern zurückgeschickt worden und wir konnten bei Amazon und www.everybicycletire.com einen erneuten Versand an ein anderes Postamt in Organ, New Mexico veranlassen. Vielleicht haben wir ja beim nächsten Mal mehr Glück.

Mark und Tabitha waren sehr angenehme Gastgeber und es stellte sich heraus, dass wir uns durch die zusätzliche Übernachtung in Flagstaff ein weiteres Frühstück bei -12°C erspart hatten. Um uns auch in den nächsten Tagen neue Kälterekorde zu ersparen beschlossen wir, nicht, wie zunächst geplant direkt nach White Sands zu fahren, sondern zuerst nach Süden Richtung Phoenix und Tucson aufzubrechen, da wir in dieser Richtung schneller aus den Bergen in tiefer gelegene Gegenden kamen. Zudem hatte uns Tabitha die Adresse einer Freundin – Casey – in Tucson gegeben, die in einem Radgeschäft arbeitet und wir hofften dort herausfinden zu können, weshalb Manus Hinterradnabe seit 2000 km komische Geräusche machte. Wir hatten die Nabe zwar in Fresno schon einmal zerlegt, jedoch konnten wir den Freilauf nicht abnehmen, da dazu ein 14 mm Inbusschlüssel nötig ist, den zu finden sich sowohl in Fresno als auch in Las Vegas als unmöglich herausgestellt hatte.

Da die Zeit drängte nahmen wir von Flagstaff aus die Interstate 17 nach Süden, was sich als Fehler herausstellte. Es gibt auf der I17 zwar durchgehend einen breiten Pannenstreifen, den man als Radfahrer benutzen muss, jedoch war dieser genau im Bereich der Abfahrt ins Verde Valley mit extrem grobem Asphalt belegt auf dem zudem noch jede Menge Müll herumlag. Die 13 Meilen mit 6% Gefälle waren somit nicht wirklich zu genießen und bescherten uns stattdessen insgesamt 3 Patschen. Meine beiden waren auf ein Metallteil, das die Karkasse meines Hinterreifens beschädigte und eine Metallplatte aus der ein Stahlstift ragte zurückzuführen. Manus Patschen war von der gewöhnlichen LKW-Karkassen-Draht-Sorte.

Zusätzlich zu unserem Patschenunglück entdeckte ich beim Flicken auch noch einen Riss in meiner hinteren Felge – ca. 3-4 cm lang von einer Speiche beidseits entlang der Mittellinie der Felge verlaufend. Somit war in Tucson also neben Manus Freilauf auch ein neues Hinterrad für mich fällig.

In Phoenix waren wir gerade bei McDonalds mit Internetrecherchen bezüglich Ersatzteilen und Unterkunft für Tucson beschäftigt als wir von zwei älteren Herren angesprochen wurden und wieder einmal die üblichen Fragen gestellt bekamen. Die beiden zeigten großes Interesse an unserer Reise und gaben nach kurzer Verhandlung per Telefon kurzerhand bei ihren Frauen zuhause Bescheid, dass am Abend zwei Gäste zu verköstigen wären. Zunächst boten sie uns an, uns im Auto mitsamt den Rädern mit zu sich nachhause zu nehmen, als wir ihnen erzählten, dass Tucson unser nächstes Ziel wäre fassten sie nach kurzem Telefonat mit einem Freund den Entschluss, diesen am nächsten Tag in Tucson zu besuchen und uns gleich mitzunehmen. Die Angebote – sowohl das Abendessen als auch der Transport nach Tucson kamen wie gerufen, da der Großraum Phoenix extrem ausgedehnt ist und wir wahrscheinlich über einen Tag zur Durchquerung der Stadt gebraucht hätten. Zudem konnten wir so etwas Zeit gewinnen bevor unsere Aufenthaltsgenehmigung ablief.

Die beiden und ihre Familien waren sehr freundlich und auch das Abendessen war ausgezeichnet, jedoch hatten wir, wie sich herausstellte recht unterschiedliche Meinungen bezüglich amerikanischer Politik. Die beiden waren Bush Anhänger, die gerne Sarah Palin als neue Präsidentin gesehen hätten, waren Atomkraftbefürworter und hielten das amerikanische Gesundheitssystem für das beste der Welt und konnten daher public healthcare nichts abgewinnen…

Am nächsten Tag erreichten wir trotz heftigem Sandsturm und Gegenwind innerhalb von zwei Stunden Tucson – und waren heilfroh, nicht auf den Rädern unterwegs zu sein, zumal auch die Landschaft alles andere als interessant war.

In Tucson ließen wir uns direkt bei Bicas, dem Radshop, in dem Casey arbeitet, absetzen und trafen dort zufällig auch einen der Warmshowers-Hosts, die wir aus Phoenix angeschrieben hatten. Ignacio arbeitet zufälligerweise auch bei Bicas und wohnt mit seiner Frau Daniela und Sohn Damiano nur wenige hundert Meter von dort entfernt. Eine besser gelegene Unterkunft hätten wir wohl gar nicht erwischen können.

DSC_9167Bicas ist kein Radgeschäft im eigentlichen Sinne, sondern eher eine öffentliche Werkstatt, in der man gegen Bezahlung am eigenen Rad arbeiten kann. Zudem werden gebrauchte Radkomponenten verkauft und was nicht mehr verkauft werden kann wird zu Kunstwerken zusammengeschweißt, die einmal im Jahr auf einer Auktion verkauft werden.    

Leider war auch bei Bicas kein 14er Inbusschlüssel zu finden, jedoch konnten wir beim Ordinary Bike Shop, wo wir einen neuen Freilauf für Manu und eine neue Felge für mich bestellten, den Freilauf gleich kostenlos montieren lassen.

Die Zeit, die uns blieb während wir auf die bestellten Teile warteten, nutzten wir, um ins ca. 100 km entfernte Nogales an der mexikanischen Grenze zu fahren, um unsere Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern. Von der amerikanischen Botschaft in Österreich war uns auf Anfrage zwar geraten worden, nach Mexiko auszureisen und uns bei der erneuten Einreise in die USA eine neue Aufenthaltsgenehmigung ausstellen zu lassen, jedoch weigerten sich die Grenzbeamten bei der Ausreise, die Aufenthaltsgenehmigungen aus unseren Pässen zu entfernen. Stattdessen mussten wir bei der Grenzstation bei der Wiedereinreise eine Verlängerung beantragen, die uns allerdings für 12$ problemlos für ein Monat ausgestellt wurde.

Zurück in Tucson stellte sich heraus, dass wir bei unserem Mexico-Ausflug wahrscheinlich großes Glück gehabt hatten, denn meine Felge hatte auf den nur 240 Kilometern noch einige neue Risse entwickelt und hätte wahrscheinlich nicht mehr allzu lange durchgehalten. Nachdem die weiteren Risse so schnell aufgetaucht waren beschloss ich, auch die vordere Felge auszutauschen und bestellte sie ebenfalls beim gleichen Shop. Während die erste Felge innerhalb von zwei Werktagen geliefert wurde, warteten wir auf die zweite jedoch eine ganze Woche, was uns quasi einen kurzen Urlaub vom Radfahren bescherte, den wir auch sehr genossen, da wir wirklich angenehme Gastgeber hatten. Auch über Mittelamerika konnten wir etwas mehr erfahren, da Daniela mehrere Jahre in Guatemala und Nicaragua gearbeitet hatte. Zudem war Carl Kurz, der für Bikes Not Bombs in den letzten 25 Jahren in El Salvador, Nicaragua und Guatemala gearbeitet hatte mit seiner Familie noch einige Tage zu Gast.

DSC_9276Erwähnenswert ist auch Damiano, das sechsmonatige Baby von Daniela und Ignacio, das eindeutig das bravste und fröhlichste Baby ist, das wir je gesehen haben. In der ganzen Zeit die wir in Tucson verbracht haben, hat er höchstens zwei Mal geschrien und sonst meistens bis über beide Ohren gegrinst – insbesondere wenn Manu sich mit ihm beschäftigte.

Zum ersten Mal auf unserer Reise fiel uns auch das Aufbrechen in Tucson nach der kurzen Pause etwas schwer und wir hoffen Daniela, Ignacio und Damiano einmal in Österreich als Besucher empfangen zu können.

DSC_9285Nachdem wir nun wieder etwas mehr Zeit hatten konnten wir es uns leisten, nicht die direkte Route nach Las Cruces über die Interstate 10 zu nehmen, sondern über Sonoita, Tombstone, Gleeson, Courtland und Pearce die landschaftlich schönere Strecke durch die Berge zu nehmen, die uns Ignacio vorgeschlagen hatte. DSC_9301Erst in Wilcox waren wir gezwungen, wieder auf die I10 zu fahren, da wir die Bergstraße über die Chiricahua Mountains, die schon schneebedeckt waren, vermeiden wollten.

Schon von Sunsites in Arizona schrieben wir einen Warmshowers Host in Las Cruces an, bei dem wir eine Nacht bleiben wollen bevor wir nach Organ und White Sands aufbrechen und bekamen innerhalb von fünf Minuten eine positive Antwort. DSC_9328Auf unserem weiteren Weg nach New Mexico  hatten wir einen weiteren Tag mit Rückenwind, gleich darauf einen mit bösartigem Gegenwind, einen kurzen Regen in der Wüste, wieder ein paar Nächte mit –4 bis -6°C und begegneten erstmals einer Klapperschlange, um die wir einen großen Bogen machten. Mittlerweile sind wir in Las Cruces angekommen und haben endlich Zeit, den Blog zu aktualisieren.

Neue Fotos online

Ich habe gerade die Fotos von Mesquite/Nevada bis Tucson Arizona auf die Website geladen – ab sofort wird bei den GPS Koordinaten auch die Seehöhe (Altitude) angezeigt. Die Neuen Fotos befinden sich in den Kategorien USA/Arizona und USA/Utah.

Der neue Reisebericht zu den Fotos folgt bald.

San Francisco bis Mesquite 8.10.09 – 5.11.09

Am Weg von Berkeley zurück zum Highway 1 nahmen wir bis Daly City die BART (Bay Area Rapid Transit – sowas wie unsere Schnellbahn) um uns die erneute Fahrt durch die hügelige Stadt zu ersparen. Von dort ging es weiter über Pacifica an die Küste. Der Highway südlich von Pacifica ist zwar als Pacific Coast Bike Route beschildert, jedoch zum Radfahren ziemlich ungeeignet – kurvig, schmal und ohne befahrbares Bankett – nicht gerade angenehm. Die Küste ist dafür umso schöner – teils weiße Sandstrände, teils steil abfallende Kliffs säumen die Westseite des Highways und die Hügel bleiben natürlich auch hier wieder nicht aus – 1000 Höhenmeter am Tag sind keine Seltenheit. Vor Monterey kamen wir dann wieder in landwirtschaftlich intensiv genutztes Gebiet – Kohlsprossen, Erdbeeren und Artischocken werden hier angebaut – Zum Abendessen gab‘s daher frisches Gemüse.

In Santa Cruz fanden wir ein gut sortiertes Radgeschäft, wo wir einige Ersatzteile besorgten, die wahrscheinlich in Mittel- und Südamerika schwer zu bekommen sind – Ersatzkugellager für meine Naben, noch einige Reservespeichen, Schaltzüge und Kettenöl. Geeignete Reifen und Bremsbeläge für unsere Scheibenbremsen sucht man leider auch hier vergeblich. Für Manus SLX Bremsen hätten wir zwar schon einige Male passende Bremsbeläge gefunden, doch kosten diese hier zwei– bis dreimal soviel wie zuhause. Für Formula Bremsen gibt’s überhaupt keine Ersatzteile – die dürften hier nicht sonderlich populär sein – wir werden also einige Dinge noch im Internet bestellen und uns auf ein Postamt am Weg schicken lassen.

Am Weg nach Monterey wurden wir von Einheimischen vor einem größeren Sturm gewarnt, der gerade im Anzug war. Nachdem wir schon in Santa Cruz gesehen hatten, dass die Campgrounds deshalb gesperrt wurden stellten wir uns darauf ein, die Nacht in Monterey in einem Youth Hostel zu verbringen. Kurz vor Monterey in Seaside begannen wir, nach einer günstigen Unterkunft zu suchen und landeten schließlich im Seaside Inn, das erstens günstiger als das einzige Hostel in Monterey war und zudem den Vorteil hatte, dass wir die Räder mit ins Zimmer nehmen durften.

Nachdem die Sturmwarnung auch für den nächsten Tag aufrecht blieb entschieden wir uns, noch eine zweite Nacht im Motel zu bleiben und besichtigten das Monterey Bay Aquarium – angeblich eines der größten Aquarien der Welt und das einzige, dem es bereits mehrmals gelungen ist, einen Weißen Hai für einige Monate erfolgreich zu beherbergen und anschließend wieder auszusetzen. Wir hatten das Glück, dass gerade wieder ein kleiner Weißer Hai ins Aquarium gekommen war, der im Outer Bay Becken neben Hammerhaien, Thunfischen und Delfinfischen seine Runden drehte.

Insgesamt war das Aquarium das schönste, das wir bisher gesehen hatten und ist den relativ hohen Eintrittspreis auf jeden Fall wert.

Von Seaside fuhren wir über Monterey und Carmel weiter nach Süden und bogen kurz nach Big Sur wieder Richtung Inland ab. Die Nacimiento – Fergusson Road, die von der Küste über die Coastal Range führt ist zwar mit dem Rad eine kleine Herausforderung, lohnt sich aber wegen des schönen Ausblicks auf jeden Fall. In engen Serpentinen windet sie sich von der Küste bis auf über 800m Höhe und bietet von mediterranen Graslandschaften über Eichenwälder bis zu Redwoods jede Menge Abwechslung. Auch die Fauna hat einige Überraschungen parat – zum Ersten Mal auf unserer Reise sahen wir eine Tarantel – interessant, diese Tiere mal in freier Wildbahn statt im Terrarium zu sehen. Es blieb auch nicht bei einer Sichtung denn die Viecherln gibt’s da anscheinend haufenweise – Manu hörte jedenfalls am nächsten Tag bei 18 Stück zu zählen auf. Gut zu wissen, dass man die Schuhe in der Früh wohl ab jetzt gut ausschütteln sollte um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Möglichkeiten zum Campen sucht man auf der Westseite der Coastal Range leider vergeblich und wir mussten einen großen Teil der Abfahrt auf der Ostseite schon bei Dunkelheit bewältigen bis wir zum ersten Campground kamen.

Nachdem es weder in Jolon noch in San Lucas eine Möglichkeit gibt, Nahrungsmittel zu kaufen mussten wir am weiteren Weg Richtung Fresno den Umweg über King City in Kauf nehmen, da zwischen King City und Coalinga am Hwy 198 eine längere einsame Strecke zu erwarten war – wir hatten uns schon wieder daran gewöhnt, zumindest einmal alle 100 km an einem Supermarkt vorbeizukommen und daher nicht recht viel Vorräte dabei.

Das nächste Problem am Hwy 198 sollten die Zäune sein, die sich am Straßenrand kilometerweit entlang ziehen und keinen Platz zum Campen lassen – nachdem wir schon ca. 20 km nach einem Schlafplatz gesucht hatten klopften wir daher bei einer Farm an die Tür und fragten, ob wir hinterm Haus campen dürften. Der Besitzer – John stellte sich als sehr freundlich heraus und kaum hatten wir das Zelt aufgebaut kam er nochmal heraus und bot uns an, uns zum Abendessen ein paar Steaks zu braten – ein Angebot, dem wir nicht widerstehen konnten. Irgendwie dürften wir einen mitleiderregenden Eindruck gemacht haben, denn statt nur eines Steaks bekamen wir ein dreigängiges Abendessen serviert – Clam Chowder, Steak mit Kartofferl und Broccoli und dann noch Erdbeeren als Nachspeise und nicht zu vergessen – am nächsten Tag noch ein Frühstück!

Der weitere Verlauf des Hwy 198 war bis Coalinga wieder eine sehr interessante und sehr abwechslungsreiche Strecke. Ab Coalinga beginnt jedoch das Farmland, das das gesamte Tal ausfüllt, größtenteils völlig flach ist und die wohl ödeste Gegend unserer Reise war. Bis Fresno sieht man für über 100 km nichts anderes mehr als quadratische Felder im 2 km Raster. Fresno ist fast genauso öde wie das umgebende Farmland, doch hatten wir das Glück, wieder mal einen sehr netten Gastgeber über Couchsurfing gefunden zu haben. Wir nutzten unseren Aufenthalt um endlich wieder mal richtiges Brot zu backen, Ersatzteile und Landkarten für Mittel- und Südamerika zu kaufen, unseren Blog zu aktualisieren und die Dinge, die in Fresno nicht zu bekommen waren im Internet zu bestellen.

Von Fresno aus ging’s weiter zum Kings Canyon und anschließend zum Sequoia National Park und wir konnten zum zweiten Mal innerhalb einer Woche unseren Tageshöhenmeter-Rekord verbessern – von 1700 hm am Hwy 1 und Nacimiento Fergusson Road auf 2001 hm von Squaw Valley bis zum Fir Campground kurz vorm Sequoia National Park. Für die Anstrengung wurden wir durch die eindrucksvollen Sequoias und den anschließenden Downhill vom Park zurück in die Foothills entschädigt – 1200 Höhenmeter steil bergab, nur unterbrochen durch eine kurze Pause um einen Schwarzbären zu beobachten, der etwas abseits der Straße gerade genüsslich und völlig unbeeindruckt von den zahlreichen Touristen, die ihn fotografierten, sein Abendessen verspeiste.

Die Sequoias – bis zu 311 Fuß hoch und mit Durchmessern bis zu 12 Metern sind nochmal eine eindrucksvolle Steigerung zu den Coast Redwoods, die zwar mit bis zu 376 Fuß etwas höher werden aber einen viel geringeren Durchmesser haben.

Im Sequoia National Park trafen wir auch zufällig Ted, unseren Host aus Berkeley wieder, der gerade mit zwei Couchsurfern eine kleine Runde durch einige Nationalparks machte.

Von den Foothills der Sierra Nevada kamen wir wieder zurück ins San Joaquin Valley mit seinen endlosen Feldern, nur unterbrochen von vereinzelten Orangen-, Zitronen- und Granatapfelplantagen, die wir die nächsten zwei Tage zu durchqueren hatten.

Erst kurz vor Bakersfield beginnt die Landschaft wieder etwas hügeliger zu werden und die Felder weichen Viehweiden – die teilweise mit Unmengen an ohnehin knappem Wasser bewässert werden. Bakersfield ist ungefähr so attraktiv wie Fresno – kein Platz um sich unnötig lange darin aufzuhalten.

Am Hwy 58 verließen wir Bakersfield wieder und nahmen die lange Steigung zum Tehachapi Pass in Angriff. Wir kamen bis Keene, wo uns der Besitzer eines Cafés einlud, im Garten des Cafés zu campen, was uns sehr gelegen kam, da in näherer Umgebung keine anderen Zeltplätze zu finden waren. In der Früh gab‘s dann noch einen Gratis-Kaffee – so stellt man sich einen netten Campground vor!

In Keene konnten wir endlich den stark befahrenen Freeway 58 verlassen und auf der Tehachapi Loop Road weiter bis zum Pass hinauf radeln um auf der anderen Seite des Berges plötzlich eine völlig andere Landschaft vorzufinden – Die Mojave Wüste mit den ersten Joshua Trees erstreckt sich bis zum Horizont. Nach der Mittagspause in Mojave kamen wir am flachen Terrain gut voran und lernten am Abend auch gleich einen Vorzug der Wüste zu schätzen – es gibt alle paar 100 Meter einen geeigneten Zeltplatz mit ebenem Boden – wir campten also einfach einige 100 Meter vom Highway entfernt, schlugen das Zelt bei beginnender Dunkelheit auf und standen rechtzeitig bevor es wieder richtig hell wurde auf um unseren Zeltplatz wieder zu räumen – Eine Vorgangsweise, die wir in den nächsten Wochen wohl öfter anwenden würden.

Am Morgen setzte beim Frühstück in der Wüste ein recht unangenehmer Sandsturm ein, der uns zwang, das Frühstück abzubrechen und aufzubrechen – glücklicherweise kam der Wind von Westen und blies somit in unsere Richtung, was uns bis Barstow eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 km/h und 75 gefahrene km vor der Mittagspause bescherte.

Leider änderte sich unsere Fahrtrichtung am Nachmittag und es ging nur mehr mit ca. 10 km/h am Highway 247 nach Süden weiter Richtung Lucerne Valley – das fühlte sich ungefähr an wie der Wechsel von der Autobahn in die 30er Zone – mit Gegenwind haben wir noch so unsere Probleme auch wenn wir mittlerweile wahrscheinlich relativ fit sind.

Weiter durch die Wüste kamen wir Tags darauf bis kurz vor Yucca Valley und wurden wieder mal unerwartet eingeladen – diesmal von einem technischen Zeichner, dessen Spitznamen (seinen richtigen fanden wir nicht heraus) wir leider beide sofort wieder vergaßen. Wir verbrachten einen netten Abend mit ihm und seiner Frau in Mesa bei veganem Essen und fanden heraus, dass er zu Fuß von Kalifornien bis Kolumbien gewandert war – allerdings schon vor ca. 30 Jahren, weshalb er uns nicht allzu viele nützliche Tipps für die Weiterreise geben konnte.

Durch den Joshua Tree Nationalpark mit seinen beeindruckenden Felshaufen und natürlich den sehr bemerkenswerten Joshua Trees fuhren wir weiter um über fast endlose Wüstentäler und einige kleinere Berge das Mojave National Preserve zu erreichen, in dem wir nun zum dritten Mal zufällig Paul (www.panamericantour.net) trafen. Er hatte sich mittlerweile von seinem Freund Chris getrennt, den wir zufällig auch einige Wochen zuvor an der kalifornischen Küste getroffen hatten nachdem wir die beiden zuletzt noch gemeinsam in Stewart / Britisch Columbia und davor in der Nähe von Dawson City im Yukon getroffen hatten. Die Radlerwelt ist jedenfalls klein – Wahrscheinlich werden wir einen der beiden spätestens im Süden Mexicos wieder treffen.

Das Mojave National Preserve gefiel uns landschaftlich fast genau so gut wie der Joshua Tree National Park und auch hier gibt es in den höheren Lagen wieder Yuccas und Joshua Trees, die der Gegend einen sehr speziellen Eindruck verleihen.

Nach weiteren 100 Kilometern erreichten wir endlich Las Vegas – Die Südeinfahrt, der Hwy 604 setzt sich direkt in den Las Vegas Boulevard, den berühmten Strip mit Unmengen an Casinos fort, die sich seit meinem letzten Besuch hier noch deutlich vermehrt haben. Wir kamen günstiger weise genau zur einbrechenden Dämmerung an, wodurch wir das eindrucksvolle Lichtspektakel, das der Stadt in der Nacht ihre besondere Atmosphäre verleiht erleben konnten.

Eine Unterkunft hatten wir bei Kevin, einem der Administratoren von www.warmshowers.com gefunden. Der Weg durch die Stadt bis zu seinem Haus war diesmal nicht so anstrengend wie bei anderen Städten, da es alle paar Meter irgendein verrücktes oder spektakuläres Gebäude gibt, über das man sich wundern kann. Trotzdem waren wir froh, als wir nach ca. 20 km im dichten Stadtverkehr endlich „zuhause“ angekommen waren.

Kevin stellte sich als sehr freundlich heraus und auch sein Haus ließ nichts zu wünschen übrig – Eigenes Schlafzimmer, Bad, große Küche mit Ausstattung zum Brotbacken – was will man mehr?

Die Zeit in Las Vegas war relativ knapp da wir ja nicht mehr lange in den USA bleiben dürfen und noch mehr als 3000 km zu bewältigen haben – trotzdem konnten wir die meisten Besorgungen, die wir vor Mexico noch machen wollten erledigen – neue Sitzmatten, Permethrin Spray, DEET und Karten von Utah und Arizona bekamen wir bei REI, wohin uns Kevin begleitete. Das überfällige Geburtstagsessen gab’s im „The Orleans“-Casino, das wir übrigens sehr empfehlen möchten – das Buffet ist sehr vielfältig und das Essen ist größtenteils sehr gut – besonders auch die Salate und Desserts. Zudem stimmt der Preis, da das Casino nicht direkt am Strip sondern etwas westlich davon liegt.

Brot wurde natürlich auch wieder gebacken – diesmal wieder mit ausreichend Roggenmehl, das wir in Fresno leider nirgends finden konnten. Nur die Internet-Erledigungen, die auch schon wieder dringend anstanden konnten wir leider nicht machen, da die Modemverbindung, die Kevin nutzt für die meisten Websites, unter Anderem auch für Google Maps, viel zu langsam ist.

Nach einem „Ruhetag“ in Las Vegas brachen wir wieder Richtung Nordosten auf und kamen noch fast bis zum Valley of Fire State Park. Nach dem Trubel in der Stadt ist das Campen in der Wüste wieder sehr angenehm – viel länger als 1-2 Tage hätten wir es in Las Vegas wahrscheinlich ohnehin nicht ausgehalten.

Über das Valley of Fire fuhren wir weiter nach Logandale und holten dort unsere Landkarten und Ersatzteile ab, die wir per general delivery aufs Postamt hatten schicken lassen – bis auf ein Paket für Manu, das wir aus Österreich erwarteten war auch tatsächlich alles rechtzeitig angekommen. Glücklicherweise kann man die Pakete, die man noch erwartet relativ problemlos auf ein anderes post office weiterleiten lassen.

Am Abend hatten wir bei McDonalds in Mesquite nochmal die Gelegenheit, einige Emails zu verschicken, ein Moskitonetz für Malariagegenden zu bestellen und den Versand unserer Reservereifen, auf die wir schon seit Fresno warten zu organisieren. Das alles können wir dann hoffentlich in Flagstaff/Arizona am Postamt abholen.

Von Mesquite aus geht’s jetzt weiter in die Berge zum Zion und Bryce Canyon National Park.

Fotos zum Aktuellen Eintrag gibt’s in den Kategorien Kalifornien und Nevada.

Prince Rupert/BC bis Shelton/WA 15.8.09 – 6.9.09

Die Fährüberfahrt von Prince Rupert nach Port Hardy auf Vancouver Island gestaltete sich weniger spektakulär als wir uns erhofft hatten – Wir sahen zwar Wale, jedoch kam keiner davon dem Schiff so nahe, dass man erkennen hätte können, um welche Spezies es sich handelte. Von den meisten war ohnehin nur der Blas und manchmal eine Rückenflosse zu sehen. Aber zumindest können wir nun behaupten, wir hätten viele Wale gesehen – immerhin waren es um die 20, die am Nachmittag auf der südlichen Hälfte der Überfahrt zu beobachten waren. (Wir vermuten, dass die Erzählungen von anderen Leuten, die von vielen Walen gesprochen hatten auch auf 1 km entfernte Rückenflossen und Atemluftfontänen bezogen waren.)

In Port Hardy gibt es glücklicherweise wenige Kilometer vom Fährhafen entfernt einen Campingplatz, auf dem wir mitten in der Nacht ankamen. Unglücklicherweise sind die Zeltplätze dort aber so klein, dass wir mit unserem Zelt kaum genug Platz fanden und die Heringe in die Büsche spannen mussten. Dafür gibt’s Gratisduschen mit Südamerika-Flair und das alles um 10$ – also durchaus angemessen für kanadische Verhältnisse.

Die Strecke von Port Hardy gen Süden war wenig interessant und recht hügelig, so dass es kein Problem war, pro Tag auf mehr als 1000 Höhenmeter zu kommen, ohne jedoch dafür in den Genuss Schöner Aussichten zu kommen, da die dichten Jungwälder beidseits der Straße recht effizient die Fernsicht beeinträchtigen. Die erste landschaftlich interessantere Passage durchquerten wir am zweiten Tag – Einen kleinen Pass von dem aus man zumindest einige Nachbarhügel und die schneebedeckten Berge in der Ferne sehen konnte. Zudem sind die Wälder, die noch nicht abgeholzt und wiederaufgeforstet wurden sehr bemerkenswert. An Wildcampmöglichkeiten mangelt es allerdings am 19er Highway etwas und so suchten wir teilweise 30-40km nach einem geeigneten Zeltplatz.

Kurz nach Campbell River trafen wir Paul, einen Ausflugsradler und Künstler, der per Segelboot von Vancouver nach Port Hardy gefahren war und nun mit dem Rad nachhause fuhr. Wir unterhielten uns einige Zeit mit ihm und wurden prompt eingeladen, im Garten seiner Tante in Black Creek mit ihm zu campen. Der vermeintlich abwesende Cousine Hannah jagten wir allerdings einen gehörigen Schrecken ein, da sie nicht damit gerechnet hatte, bei ihrer Rückkehr von der Arbeit in ihrem Garten zwei Zelte, drei Räder und drei spaghettikochende, in der Dämmerung unerkennbare Radler vorzufinden. Glücklicherweise hatte sie jedoch noch nicht die Polizei gerufen, sondern nur einen ihrer Nachbarn mitgebracht, um nachzusehen, was die Fahrradgang in ihrem Garten anstellte.

Paul konnte ihrer Verwirrung glücklicherweise schnell Abhilfe verschaffen und wir hatten mit den beiden noch einen sehr lustigen Abend.

Von Qualicum Beach aus fuhren wir nach Westen über Port Alberni nach Ucluelet. Dort hofften wir beim einzigen Couchsurfer im Ort unterzukommen, der laut seinem Profil eine Schlafgelegenheit anbieten konnte. Leider konnten wir jedoch bei ihm nicht übernachten, sondern bekamen nur einen Tipp zum Campen – Fletcher’s Beach sollte angeblich gut zum Wildcampen geeignet sein, und stellte sich tatsächlich als wunderschöne einsame Bucht heraus, die nur von vereinzelten Einheimischen besucht wurde. Leider war es jedoch unmöglich, unsere Räder über den steilen, felsigen und engen Weg bis zur Bucht zu bringen und wir mussten unser Zelt letztendlich wieder mal im Wald ohne Meerblick und Strand aufschlagen.

Tofino, das etwas nördlich von Ucluelet an der Westküste von Vancouver Island nahe am Pacific Rim National Park liegt und von dem uns schon zahlreiche Leute vorgeschwärmt hatten stellte sich als sehr touristisches kleines Dörfchen heraus, in dem man für einen Zeltplatz pro Nacht bis zu 56$ zahlt, das aber außer einem langen Sandstrand nicht viel zu bieten hat, wenn’s wie bei uns den ganzen Vormittag regnet. Am Nachmittag hatten wir zwar noch die Gelegenheit bei Sonnenschein aber trotzdem recht diesigem Wetter die viel gelobte Long Beach – einen kilometerlangen Sandstrand zwischen Tofino und Ucluelet zu erkunden und den Surfern etwas zuzusehen, was jedoch den Gesamteindruck von Tofino auch nicht sonderlich aufwertet, wenn man Sandstränden nicht viel abgewinnen kann.

Wir können den Hype um Vancouver Island nicht ganz nachvollziehen – vielleicht sind wir von den Landschaftlich wirklich sehr schönen Strecken in Alaska, im Yukon und im Norden British Columbias einfach ein bisserl verwöhnt. Ein wenig hat sicher auch das Wetter dazu beigetragen, dass wir keinen so überragenden Eindruck von der Insel gewonnen haben. Zum anderen muss man wahrscheinlich mehr in die weniger dicht besiedelten Gebiete der Insel vordringen – zB. Auf Kajaktouren oder beim Wandern, um einen besseren Eindruck von der Natur Vancouver Islands zu bekommen.

Die Teile der Insel, die uns gefallen haben sollen aber natürlich nicht unerwähnt bleiben: Der Cameron und der Sproat Lake haben wirklich glasklares Wasser, wie man es in Österreich wohl nur am Grünen See oder am Samaranger See zu sehen bekommt und haben dabei trotzdem angenehme Badetemperatur von 22°C. Wir hätten viel dafür gegeben, die beiden Seen mit unseren Tauchausrüstungen zu erkunden – leider ist zum einen das Tauchen in Seen in Kanada nicht sehr verbreitet, weils ja genug Küste gibt und zum anderen mit 200$ pro Tauchtag (am Meer) mit 2 Tauchgängen in Tofino auch unangenehm teuer. Der Kenedy River mit seinen zahlreichen Wasserfällen und Felsbecken, in denen sein unglaublich smaragdgrünes aber klares Wasser zu Geltung kommt hat uns auch sehr beeindruckt, ebenso wie die 800 Jahre alten bis zu 76 m hohen und 9 m im Umfang messenden Douglas-Firs im Cathedral Grove State Park.
In Coombs gibt’s einen netten Farmers Market und ein gar nicht so teures aber gut sortiertes Delikatessen-Geschäft mit Rasen und Ziegen am Dach.

Zurück an der Ostküste, verabschiedeten wir uns in Nanaimo von Vancouver Island und nahmen die Fähre nach Horseshoe Bay, von wo wir über den Marine Drive an der Küste entlang nach Nord Vancouver fuhren. Die wunderschönen Häuser an der Küste lassen einen schon vermuten, warum Vancouver einer der Städte mit der höchsten Lebensqualität der Welt ist – auch wenn die Grundstückspreise in dieser Gegend weit jenseits von gut und böse liegen.

In Nord Vancouver wurden wir von den Bryants, die uns vor langer Zeit im Yukon eingeladen hatten, sie in Vancouver zu besuchen, sehr herzlich empfangen. Wir genossen unser eigenes Zimmer mit eigenem Bad, und nahmen die Gelegenheit wahr die Küche ausgiebig in Anspruch zu nehmen und zwei Leibe richtiges Brot zu backen – Das Brot in Nordamerika hat nämlich den Namen unserer Meinung nach nicht verdient. Speziell das allgegenwärtige Sandwichbrot, von dem ½ Meter ca. ein Pfund wiegt besteht eigentlich zum Großteil aus Luft und wenn man es Vakuumverpackt, würde es sich wahrscheinlich nicht mehr von Tortillas unterscheiden.

Vancouver selbst ist tatsächlich eine sehr schöne und sehr internationale Stadt – der hohe Anteil an asiatischen Einwanderern ist wohl auch für die hohe Qualität des Sushis verantwortlich, das wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Für alle Sushi Fans können wir das Restaurant Toyama in der Seymour Street 757 wärmstens empfehlen – All You Can Eat Sushi für 11.95$ mit einer Qualität, die wahrscheinlich alles, was man in Wien bekommt übertrifft. Zudem bestellt man hier das Sushi so oft man will von der Karte und es wird von den drei Köchen an der Sushitheke frisch hergestellt, anstatt auf Tellern einige runden durchs Restaurant zu drehen, bevor sich einer der Gäste der Vernichtung annimmt.

Weiters empfehlenswert sind das Schweizerhaus (lecker Seafood) sowie der Markt auf Granville Island.

Wir verbrachten 4 Tage in Vancouver und ob der netten Familie und der schönen Stadt fiel es uns etwas schwer, uns wieder auf den Weg zu machen. Trotzdem war etwas Bewegung dringend nötig denn wir hatten in den 4 Tagen ungefähr gleich viel gegessen, wie normalerweise an 100 km Tagen :-)

Wir verließen Nordvancouver am Vormittag, sollten es allerdings nicht recht weit bringen, denn nach 60 km wurden wir schon wieder vor einem Supermarkt angesprochen und für den Abend zum Spanferkelessen bzw. zur Übernachtung eingeladen. Peter und Johanna, beide holländischer Abstammung wohnten in Surrey, einem der Vororte von Vancouver, knapp an der Staatsgrenze. Das Spanferkel ließen wir sie allerdings alleine essen, da wir weder auf eine große Party mit vielen unbekannten, noch auf deftige Küche Lust hatten.

Am nächsten Tag überquerten wir unsere zweite Staatsgrenze, um erneut in die USA einzureisen. Unsere Aufenthaltsgenehmigung wurde leider nicht verlängert und somit müssen wir spätestens am 8.12.09 nach Mexiko ausreisen.

Unsere Nächste Station war Seattle, das wir auf Empfehlung von Ed, unserem Host in Vancouver besuchten und das uns sogar besser gefiel als Vancouver. Die Vororte waren zwar bei der Anreise etwas mühsam zu durchqueren so dass wir erst gegen 22:00 bei unseren Warmshowers Hosts ankamen, aber Seattle Downtown ist wirklich schön und vor allem der Pike Place Market mit dem ersten Starbucks Coffeshop der Welt hat uns in seinen Bann gezogen. Auch das Aquarium ist durchaus sehenswert und schon wieder verbrachten wir mehr Zeit als geplant in der schönen Stadt. Nach drei Tagen setzten wir unsere Reise endlich fort und machten uns auf den Weg nach Shelton zur nächsten Einladung :-) Wir nahmen die Fähre von Seattle nach Bremerton und bemerkten gegen 17:00, dass vermutlich keiner der Campingplätze in der Nähe ohne größere Umwege zu erreichen sein würde. Da Shelton nur mehr 50 km entfernt war, wir uns in der Wartezeit auf die Fähre wieder mal ziemlich vollgegessen hatten, fanden, dass uns etwas mehr Bewegung nicht schaden könnte und für den nächsten Tag schlechtes Wetter angesagt war, beschlossen wir, einen etwas längeren Tag einzulegen und uns nach Shelton durchzukämpfen. Wir absolvierten also trotz der ca. drei Stunden, die wir durch das Warten auf die Fähre und die Überfahrt verloren hatten einen weiteren 100 km Tag – um uns in Shelton wieder 2 Tage auszuruhen. Die Taylors waren wundervolle Gastgeber, erlaubten uns wieder, die Küche mit Brotbacken zu verwüsten und versorgen uns mit wundervollem gebratenem Lachsfilet und selbstgemachtem Brombeerwein. Wir revanchierten uns daher mit Semmelknödeln und Schwammerlsauce, die großen Anklang fanden und auch bei uns wieder ein fast unangenehmes Völlegefühl hinterließen. Wir sind mittlerweile ja der Meinung, dass wir auf der Reise eher an Gewicht zunehmen statt abnehmen werden. Zu lecker sind die kulinarischen Verlockungen, denen wir allerorts ausgesetzt sind!

Die Fotos sind wieder mal aufgeteilt – auf Kanada / BC und USA / WA

Fairbanks (Alaska) bis Dawson City (Kanada)

In Fairbanks hatten wir von Dales Tante angeboten bekommen, einige Nächte bei ihr zu bleiben – geplant war zwar nur eine Übernachtung, aber es war uns ob der extrem netten Familie und des großartigen Frühstücks einfach nicht möglich so schnell wieder aufzubrechen :-)

Zudem hatten wir in Fairbanks noch einiges zu erledigen – Einkäufe für die vor uns liegende, vermeintlich einsame Strecke Richtung Kanada, einiges an zusätzlicher Ausrüstung – vor allem einen Packsack für die 120$ die wir in Nahrungsmittel investiert hatten und verschiedene Teile für die Räder waren zu besorgen. So verbrachten wir fast einen ganzen Tag damit, unsere Ausrüstung zu komplettieren und die Nahrungsreserven aufzustocken.

Für alle, die in Fairbanks Radteile suchen ist Beaver Sports auf der College Road ein heißer Tip – Haben uns dort Rückspiegel (Myrrorcle – auch sehr empfehlenswert), Packsack und Flaschenhalter gekauft.

Die Strecke bis Delta Junction war relativ uninteressant – die Straße verläuft über weite Strecken schnurgerade und es gibt nicht mal viele Hügel. Wir übernachteten einmal am Harding Lake wo am Abend eine Rauchwolke von einem offenbar nahen Waldbrand für Weltuntergangsstimmung sorgt (so dunkel wie da wird’s sonst hier nichtmal in der Nacht) und legten unsere bisher längsten Tagesetappen mit jeweils über 80 km zurück, so dass wir doch noch wie vereinbart am Dienstag Abend bei Lara (Couch Surfing) in Delta Junction ankamen. Lara nahm uns sehr freundlich auf, war allerdings recht beschäftigt und ließ uns über Nacht allein in ihrer Wohnung weil sie auf ihrem Grundstück noch einiges zu erledigen hatte. Wir sollten sie am nächsten Tag zufällig bei der Stadtbibliothek wieder treffen, wo wir am öffentlich zugänglichen WiFi Hotspot unsere Emails checkten.

Sie hatte unterwegs Mike mitgenommen, der eigentlich auch am gleichen Tag bei ihr hätte übernachten sollen. Mike aus Saskatchewan (mikeonbike.wordpress.com) ist von Inuvik über Dawson und den Top of the World Highway gerade Richtung Anchorage und dann weiter nach Süden für unbestimmte Zeit mit unbestimmtem Ziel am Fahrrad unterwegs und gab uns einige sehr gute Tips für die weitere Reise mit – auf einen davon freuten wir uns die nächsten zwei Tage – Fast Eddy’s Restaurant in Tok – Salatbuffet –Eat as much as you can! – darf man eigentlich nicht auslassen wenn man in Alaska am Rad unterwegs ist, wo frisches Gemüse und Obst aufgrund der hohen Transportkosten doch sehr teuer und selten ist.

Fast Eddy’s war sogar noch besser als erwartet, denn zusätzlich zu Unmengen an Obst und Gemüse bekamen wir noch gratis Internet, was unseren Aufenthalt im Restaurant auf knappe 4 Stunden verlängerte und uns beiden ein dezentes  Völlegefühl bescherte :-) . Glücklicherweise liegt der günstige Alaskan Stoves Campground (mit gratis Duschen – immer sehr wichtig!) gleich gegenüber auf der anderen Seite des Flugfeldes (auch ein Tip von Mike).

Der nächste Tag am Rad endete für Manu unerwartet schmerzhaft nach einem Sturz bei km 35 am Taylor Highway – glücklicherweise nur mit ein paar Schürfwunden und einem ordentlichen Schreck. Wir fanden auch relativ schnell einen geeigneten Zeltplatz zum Ausruhen und konnten am nächsten Tag relativ problemlos wieder weiterradeln und die wunderschöne aber auch relativ hügelige Landschaft genießen.

Die Landschaft blieb die nächsten Tage bis zur kanadischen Grenze sehr schön und erreichte dort einen Höhepunkt – Der Ausblick am fast 1300m hoch gelegenen Grenzübergang ist einfach phantastisch.

Unterwegs dorthin nahm jedoch die Straßenqualität immer mehr ab und die letzten Steigungen vor der Grenze auf relativ weichem Schotter zehrten beträchtlich an unseren Kräften, so dass wir uns schon kurz nach der Grenze auf über 1200m Höhe einen Zeltplatz suchten – der aber auch einer der schönsten auf unserer bisherigen Tour war.

Auch der weitere Verlauf des Top of the World Highway in Kanada kann sich durchaus mit dem USA–Teil messen, auch wenn die anfangs asphaltierte Straße bald wieder zur Schotterpiste wird, die teilweise in noch wesentlich schlechterem Zustand ist als in Alaska (washboard über die gesamte Straßenbreite), was dann in Kombination mit mehr als 1300 Höhenmetern am Tag den Wunsch aufkommen ließ, in Dawson City wieder mal einen Ruhetag einzulegen, heiße Dusche und Internet nach mehreren Tagen in der Wildnis zu genießen und auch die Vorräte für die weitere Tour am Klondike Highway Richtung Whitehorse wieder aufzufüllen.

Dawson City – am Yukon River gelegen – überraschte uns mit bezauberndem Goldgräberflair und einer sehr bunten Innenstadt, die uns um einiges besser gefällt als die Städte bisher in Alaska.

Vom Top of the World Highway aus erreicht man es mit der Fähre über den Yukon nach einer 20 km langen Abfahrt von fast 800 Höhenmetern und ist dann auch gleich mitten in der Stadt, was allerdings nicht schwer ist, da es mit etwas über 1300 Einwohnern ja auch nicht wirklich groß ist.

Heute haben wir uns also nach nur ca. 40 km am Rad, wovon man auf 20km nichtmal treten musste hier etwas ausgeruht und brechen morgen nach Steward Crossing auf.

Die neuen Fotos sind diesmal übrigens in der Galerie auf USA und Kanada aufgeteilt.

Anchorage bis Fairbanks 21.6. – 4.7.09

Die Strecke von Anchorage nach Wasilla ist ziemlich anstrengend, da sie die meiste Zeit direkt neben dem stark befahrenen Highway am Radweg entlangführt. Kurz vor Wasilla gibts einen recht schönen RV Park mit gratis Duschen und Internet, auf dem wir für eine Nacht campten.

Die Weitere Strecke verläuft am Parks Highway entlang nach Norden und ist weiterhin relativ unspektakulär, da man vom Highway aus nur manchmal links und rechts ein bisschen weiter in die Landschaft sieht weil er durch dichten Mischwald verläuft. Mit einem Zwischenstopp am Nancy Lake fuhren wir bis Talkeetna, wo wir bei Ralf übernachteten.

Ralf ist Deutscher und lebt seit 15 Jahren in Alaska. Seit einigen Monaten betreibt er einen Bikeshop in Talkeetna und ist selbst schon von Alaska bis Washington geradelt. Wir haben ihn über www.warmshowers.org gefunden und erfahren, dass er erst vor kurzer Zeit vier weitere Panamericana–Reisende beherbergt hat – zwei davon kannten wir auch schon von ihrer Website (www.2-play-on-earth.net).

Bei Ralf hats uns sehr gefallen – wir durften direkt in seinem Shop schlafen und da gabs natürlich einiges interessantes zu sehen weil er ein richtiger Spezialist für ausgefallene Räder und alles was damit zu tun hat ist. Wir tratschten dann auch am nächsten Tag noch lang mit ihm und kamen so erst wesentlich später als geplant wieder auf die Straße.

Noch einen weiteren Tag änderte sich an der Landschaft nicht viel doch am 25.6. kamen wir endlich ins etwas hügeligere Vorland der Alaska Range, das an der Grenze des Denali State Parks beginnt, und hatten auch zum ersten mal die Gelegenheit den Mt.McKinley zu sehen, der leider jedoch meistens in dicke Wolken gehüllt ist. 

Sobald wir etwas höher kamen lichtete sich der Wald und gab den Blick auf die grandiose Landschaft Alaskas mit ihren hohen Bergen und zahlreichen Seen frei.

Von Cantwell aus vereinbarten wir mit Nate – auch von warmshowers.org – dass wir eine Nacht bei ihm im Denali Village verbringen würden, erreichten ihn allerdings erst einen Tag später als geplant, da uns wieder mal Gegenwind Regen und Kälte etwas zu schaffen machten und wir beschlossen schon kurz nach Cantwell unser Zelt aufzuschlagen. Am nächten Tag hatten wir dadurch nur eine kurze Etappe zu fahren und nutzten die Zeit um im Denali Village einzukaufen und Interneterledigungen zu machen.

Nate empfing uns sehr freundlich und organisierte uns sogar ein kostenloses Abendessen aus der Mitarbeiterkantine des McKinley Chalets Resorts – ein Angebot, dass wir mit unserem fast unstillbaren Hunger natürlich nicht ablehnen konnten.

Wieder mal waren wir die Attraktion des Abends  – schon vor unserer Ankunft wussten wohl schon fast alle 500 Mitarbeiter des Resorts, dass wir demnächst auftauchen würden uns so wurden wir auch noch auf einen Drink in die Lynx Bar eingeladen, den wir allerdings gerne abgelehnt hätten weil uns die 10-15 neuen Bekanntschaften für den Abend eigentlich schon genug waren…

Die folgenden 3 Tage verbrachten wir im Denali National Park, der sich eindeutig als der Höhepunkt unserer bisherigen Reise herausstellte. Die Landschaft ist einfach genial und auch an Tieren gibt’s einiges zu sehen. Besonders die Strecke auf der Park Road zwischen Igloo Creek Campground und Polychrome Pass ist wunderschön und gab uns Gelegenheit 6 Bären, Bergziegen, Erdhörnchen, Hasen, ein Karibu und einen Elch zu beobachten.

 

 

 

Uns wurde zwar von verschiedenen Leuten geraten, mit dem Bus in den Park zu fahren, doch finden wir, dass der Park viel besser mit dem Rad zu besichtigen ist. Der Busverkehr, vor dem wir gewarnt wurden ist gut erträglich (ca. alle 10-20 Minuten kommt mal ein Bus vorbei) und ab Meile 14 haben private Fahrzeuge nur mehr sehr eingeschränkte Zufahrt zum Park wodurch sich der Verkehr insgesamt in angenehmen Grenzen hält.

Am Igloo Creek Campground mit seinen 7 Campsites trafen wir gleich 4 Reiseradler – zuerst Ulli und Biene aus Österreich und Deutschland, die in den vergangenen 16 Monaten von Wien nach Bangkog geradelt sind und nun von Alaska nach Süden weiterfahren. Auch ihre Website (www.pedalglobal.net) haben wir bei unseren Reisevorbereitungen zufällig schon angesehen. Und am zweiten Abend kamen noch die beiden Schweizer Julia und Raphael  (www.juraz.ch.vu) vorbei, die von Calgary bis Panama geradelt, von dort nach Vancouver zurückgeflogen und von Vancouver mit dem Schiff nach Alaska gefahren waren und nun die letzten 6 Wochen ihrer einjährigen Reise durch Alaska radeln.

Auf der Strecke von Denali nach Fairbanks hatten wir nochmal die Gelegenheit an einem klaren Bach eine kalte Dusche zu nehmen, wie schon kurz vor Cantwell im Culitna River – recht erfrischend bei 10 bzw. 12°C Wassertemperatur aber manchmal einfach notwendig.

Bis Fairbanks wird die Strecke dann wieder relativ uninteressant und – was schlimmer ist – es gibt keine Bäche mehr, die geeignet wären um Trinkwasser daraus zu filtern – so waren wir gezwungen bei einem Restaurant an der Straße unsere Wassersäcke anzufüllen, die sich mit ihrem zusätzlichen Gewicht schon bei kleineren Hügeln recht unangenehm bemerkbar machen. Die Strecke von Denali bis Nenana an der Mündung des Nenana in den Tanana River ist zwar relativ flach aber die Hügel zwischen Nenana und Fairbanks haben uns in den letzten zwei Tagen mit unserem Gepäck und dem zusätzlichen Wasser doch etwas zu schaffen gemacht, zumal auch die Temperaturen mit über 30°C für uns momentan noch ziemlich ungewohnt sind. Trotzdem scheinen wir Mittlerweile ganz gut eingefahren zu sein und fahren täglich schon 70-80km statt der 50, die wir uns am Anfang vorgenommen hatten.

Hier in Fairbanks sind wir bei Dales Tante eingeladen, die wir heute Abend besuchen werden nachdem wir die Gastronomie der ersten Stadt mit über 5000 Einwohnern seit Anchorage ausgiebig in Anspruch genommen haben.

 

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Geotagging funktioniert

Wir haben den Tag bei Dale in Anchorage verbracht und dazu genutzt, alle unsere Internet-Erledigungen zu machen bevor wir wieder in die Wildnis aufbrechen.

In der Fotogalerie gibts jetzt unter manchen Fotos einen Link mit den GPS Koordinaten bei denen das Foto gemacht wurde, der ein Google Maps Fenster öffnet in dem die Position des Fotos angezeigt wird.

Von Anchorage nach Seward und zurück(9.6.09 bis 19.6.09)

 
9.6.

Ankunft in Alaska; durch Anchorage zu Dales Haus

Die Einreise in die USA war recht problemlos – wir haben ein Aufenthaltserlaubnis für 180 Tage bekommen und die Zöllner haben uns nur eine Tasche und die beiden Fahrräder auspacken lassen – nur um zu sehen, ob die Reifen nicht vielleicht schmutzig sind.

Nachdem wir die Räder zusammengebaut hatten – was etwas länger gedauert hat, als wir eigentlich erwartet hatten – wohl teilweise aufgrund der doch recht langen Anreise,  versuchten wir Dale zu erreichen, den wir unter www.couchsurfing.com gefunden hatten  – leider ohne Erfolg – unsere beiden Handys hatten keinen Empfang – obwohl wir von Tele Ring die Auskunft bekommen hatten, dass das Roaming in den USA funktionieren sollte. Am Münztelefon hieß es: “no access to this number”, also fuhren wir auf gut Glück zu der Adresse, die uns Dale gegeben hatte. Natürlich war auch da niemand anzutreffen und wir überlegten schon, ob wir uns einfach den nächsten Campingplatz suchen sollten als sich ein Auto vor dem Haus einparkte, aus dem Jim und Erika sprangen. Wie sich herausstellen sollte – Mitbewohner von Dale. Die beiden fragten ob wir Couchsurfer wären, drückten uns einen Schlüssel zur Wohnung in die Hand und fuhren wieder weg – zum Baden. Sie wären in ein paar Stunden wieder da ließen sie uns wissen.

10.6.

Shopping in Anchorage & Dale und seine Untermieter

Dale selbst kam erst am nächsten Tag wieder nachhause – Er hatte geglaubt wir kommen erst am Mittwoch – kein Problem nachdem ja Jim und Erika ohnehin zuhause waren. Die beiden wohnen selbst erst seit einem Monat bei Dale, nachdem sie ursprünglich nur als Couchsurfer bei ihm übernachtet hatten.

Nach einer längeren Tour durch Anchorage, das sich als eher unattraktiv erwies lernten wir Mittwoch Abend auch Dale kennen – den Besitzer des Hauses. Am Abend kamen auch noch alle anderen Bewohner vorbei – insgesamt 8 Leute aus den anderen 3 Wohnungen die Dale vermietet. Etwas viele Eindrücke für den ersten Tag in Alaska – es waren natürlich alle schon über unser Vorhaben informiert und wollten dann natürlich auch genau wissen, was wir selbst noch garnicht geplant hatten.

11.6.

Einpacken und später Aufbruch Richtung Süden

Wir brachen  am Nachmittag Richtung Seward auf – ein kleiner Küstenort auf der Kenai Halbinsel und mussten dabei wieder durch die ganze Stadt, die sich erstaunlich weit ausdehnt. Insgesamt 20 km legten wir noch in Anchorage zurück bevor wir zum ersten Mal in unverbautes Gebiet kamen.

Kurz danach führte die Straße in den Chugach State Park und am ersten Parkplatz mit Visitor Information kamen wir mit 2 Alaskanerinnen ins Gespräch, die mit Rennrädern unterwegs waren. Eine von ihnen war lustigerweise letztes Jahr in Wien und hat Verwandte in Golling.

Die beiden empfahlen uns einen Campingplatz in Indian und meinten wir hätten einen guten Tag für die Strecke ausgesucht, weil wir Rückenwind hatten.

Der Rückenwind hielt allerdings nicht lang und für den ersten Tag hatten wir dann auch noch relativ viel unangenehmen Gegenwind und waren recht froh, als wir kurz nach Sonnenuntergang gegen 23:00 den Campingplatz erreichten.

12.6.

1. Campingplatz Indian bis Waldcamp vor dem Turnagain Pass

Von Indian gings weiter am Cook Inlet entlang anfangs wieder mit Gegenwind über Girdwood bis einige km vor dem Turnagain Pass, wo wir zum 2. Mal unser Zelt aufschlugen.

Der Tag war insgesamt wettermäßig unspektakulär – 12-14°C, windig und bewölkt.  Kurz nach der Abzweigung nach Whittier fotografierte Manu einen Elch – leider unabsichtlich mit Blendenautomatik und 1/1600 – also relativ unterbelichtet :-( . Die Belugas und Orcas, die im Cook Inlet zu beobachten sein sollen haben wir leider nicht gesehen.

Dafür gibts aber jede Menge Hooligans – kleine, angeblich ölige Fische, die dadurch auffallen, dass sie bei Ebbe am Sand liegen bleiben und dann von den Möwen gefressen werden oder vertrocknen.

Zwischen den trockenen Fischen am Sand fotografierten wir auch noch zwei Weißkopfseeadler  – leider aus zu großer Entfernung für gute Fotos, aber als Beweis reichts.

13.6.

Über den Turnagain Pass bis Moose Pass

Weiter gings über den Turnagain Pass ins Landesinnere  – weiterhin am landschaftlich sehr schönen aber durch den Wochenendverkehr leider stark befahrenen Seward Highway. Erst nach der Kreuzung an der der Hwy No. 9 vom Hwy No. 1 Abzweigt ließ der Verkehr ziemlich stark nach und wir fanden kurz nach den ersten Häusern von Moose Pass einen schönen Zeltplatz zwischen hohen Bergen an einem Teich.

Das Wetter  war anfangs sehr schön, später wieder bewölkt wie in den letzten Tagen mit kurzen Regenschauern zwischendurch. Wir sind jedoch mit unserer Regenausrüstung sehr zufrieden, so dass uns ein kurzer Regen ab und zu  nicht übermäßig stört.

14.6.

Moose Pass bis Seward

Von unserem Zeltplatz kamen wir nach ca. 10 km durch die eigentliche Ortschaft Moose Pass – ein Goldgräbernest mit 118 Einwohnern an einem kleinen See – schön gelegen, aber doch sehr einsam 30 Meilen nördlich von Seward, das auch nur 3000 Einwohner hat.

In Seward gönnten wir uns zum Abendessen ein saftiges Steak und ein wirklich gutes Lachsfilet mit 1/2 Pfund King Crab legs, dies im Angebot dazu gab – sehr lecker nach der Reis- und Nudeldiät der letzten Tage.

Das mit dem Essen ist überhaupt etwas schwierig hier in Alaska wenn man am Rad unterwegs ist – Gut dass es in Seward einen großen Safeway gibt – wir haben nämlich ganz deutlich unterschätzt, was man zu zweit beim Radeln so alles verdrücken kann in 4 Tagen.

Am Campingplatz in Seward sahen wir am Abend noch zwei Hasen und einen Seeotter – erstaunlich viel Getier mitten im Ort.

15.6.

Seward bis Kenai Fjords National Park

Nachdem wir nun schon hier unten in Seward waren ließen wir uns natürlich auch den Kenai Fjords National Park nicht entgehen  – Der Eingang zum Park liegt ca. 13 km westlich von Seward und so wurde diesmal die Radetappe ehr kurz. Dafür sind wir aber am Abend noch zum Exit Glacier spaziert, der schon knapp hinter dem Parkeingang endet und vom Harding Ice Field gespeist wird – sehr imposant, obwohl er in den letzten 100 Jahren um einige 100m zurückgewichen ist. Im Park sind an den Wanderwegen Schilder platziert, die die frühere Ausdehnung des Gletschers markieren – allein seit 1997 dürfte er um ca. 70-100m geschrumpft sein – ziemlich erschreckend.

Trotzdem ist der Park noch immer wunderschön und die Landschaft sieht aus, wie man Alaska oder Kanada aus dem Fernsehen kennt. Es ist einfach alles ein bisschen größer und auch grüner als bei uns, weil sehr viele Laubbäume neben den Nadelbäumen wachsen – mit den schneebedeckten Bergen beidseits der Täler eine wirklich großartige Kulisse.

Nur die Bären, vor denen man überall gewarnt wird haben wir noch nicht gesehen… kommt schon noch. 

16.6.

Kenai Fjords National Park bis Moose Pass

Heute war zur Abwechslung mal optimales Radwetter – kühl und bewölkt, aber kein Regen. Manu fuhr zum ersten mal mit ihren Clipschuhen -  da gings gleich um einiges flotter voran und so erreichten wir gegen 18:00 wieder unseren Zeltplatz etwas nördlich von Moose Pass – Wir müssen ja nun die ganze Strecke wieder zurück nach Anchorage und wollen von dort über den Denali National Park nach Fairbanks. Den Abstecher in den Süden hatten wir unternommen weil Dale und seine Mieter uns die Kenai Halbinsel empfohlen hatten – als “one of the top 10 scenic highways in the States”. War auch wirklich sehr schön, nur hatten wir nicht mit so viel Verkehr gerechnet.

17.6.

Moose Pass bis Bertas Creek Campground

Wie haben unseren ersten Grizzly gesehen! Oder Brown Bear wie die Einheimischen dazu sagen…

Ist ganz gemütlich quer über die Rest Area an der Hope Rd. Jct. spaziert und auf der anderen Straßenseite im Wald verschwunden, nachdem er sich allerdings zuvor ca. 1/4h lang von 15-20 Leuten, die alle aus ihren Autos sprangen, nachdem sie mit quietschnden Reifen auf die Rest Area eingebogen waren fotografieren ließ.

18.6.

Bertas Creek Campground bis Bird Creek Campground

Am Bertas Creek Campground sind wir mit unserem ersten anderen Reiseradler ins Gespräch gekommen – Alex auch Quebec ist Student, unterrichtet in den Sommerferien See Kajaking in Alaska und radelt an seinen freien Tagen auf die Kenai Halbinsel.

19.6.

Bird Creek Campground bis Anchorage

Nachdem wir Alex zufällig schon wieder getroffen haben – er übernachtete am gleichen Campgrond wie wir brachen wir Richtung Anchorage auf – wieder mal mit Gegenwind aber diesmal ohne Regen und sitzten jetzt beim McDonalds am WIFI Hotspot… 

Fotos gibts sobald wir das mit dem Breeze Browser Template ausgeklügelt haben…