Fairbanks (Alaska) bis Dawson City (Kanada)

In Fairbanks hatten wir von Dales Tante angeboten bekommen, einige Nächte bei ihr zu bleiben – geplant war zwar nur eine Übernachtung, aber es war uns ob der extrem netten Familie und des großartigen Frühstücks einfach nicht möglich so schnell wieder aufzubrechen :-)

Zudem hatten wir in Fairbanks noch einiges zu erledigen – Einkäufe für die vor uns liegende, vermeintlich einsame Strecke Richtung Kanada, einiges an zusätzlicher Ausrüstung – vor allem einen Packsack für die 120$ die wir in Nahrungsmittel investiert hatten und verschiedene Teile für die Räder waren zu besorgen. So verbrachten wir fast einen ganzen Tag damit, unsere Ausrüstung zu komplettieren und die Nahrungsreserven aufzustocken.

Für alle, die in Fairbanks Radteile suchen ist Beaver Sports auf der College Road ein heißer Tip – Haben uns dort Rückspiegel (Myrrorcle – auch sehr empfehlenswert), Packsack und Flaschenhalter gekauft.

Die Strecke bis Delta Junction war relativ uninteressant – die Straße verläuft über weite Strecken schnurgerade und es gibt nicht mal viele Hügel. Wir übernachteten einmal am Harding Lake wo am Abend eine Rauchwolke von einem offenbar nahen Waldbrand für Weltuntergangsstimmung sorgt (so dunkel wie da wird’s sonst hier nichtmal in der Nacht) und legten unsere bisher längsten Tagesetappen mit jeweils über 80 km zurück, so dass wir doch noch wie vereinbart am Dienstag Abend bei Lara (Couch Surfing) in Delta Junction ankamen. Lara nahm uns sehr freundlich auf, war allerdings recht beschäftigt und ließ uns über Nacht allein in ihrer Wohnung weil sie auf ihrem Grundstück noch einiges zu erledigen hatte. Wir sollten sie am nächsten Tag zufällig bei der Stadtbibliothek wieder treffen, wo wir am öffentlich zugänglichen WiFi Hotspot unsere Emails checkten.

Sie hatte unterwegs Mike mitgenommen, der eigentlich auch am gleichen Tag bei ihr hätte übernachten sollen. Mike aus Saskatchewan (mikeonbike.wordpress.com) ist von Inuvik über Dawson und den Top of the World Highway gerade Richtung Anchorage und dann weiter nach Süden für unbestimmte Zeit mit unbestimmtem Ziel am Fahrrad unterwegs und gab uns einige sehr gute Tips für die weitere Reise mit – auf einen davon freuten wir uns die nächsten zwei Tage – Fast Eddy’s Restaurant in Tok – Salatbuffet –Eat as much as you can! – darf man eigentlich nicht auslassen wenn man in Alaska am Rad unterwegs ist, wo frisches Gemüse und Obst aufgrund der hohen Transportkosten doch sehr teuer und selten ist.

Fast Eddy’s war sogar noch besser als erwartet, denn zusätzlich zu Unmengen an Obst und Gemüse bekamen wir noch gratis Internet, was unseren Aufenthalt im Restaurant auf knappe 4 Stunden verlängerte und uns beiden ein dezentes  Völlegefühl bescherte :-) . Glücklicherweise liegt der günstige Alaskan Stoves Campground (mit gratis Duschen – immer sehr wichtig!) gleich gegenüber auf der anderen Seite des Flugfeldes (auch ein Tip von Mike).

Der nächste Tag am Rad endete für Manu unerwartet schmerzhaft nach einem Sturz bei km 35 am Taylor Highway – glücklicherweise nur mit ein paar Schürfwunden und einem ordentlichen Schreck. Wir fanden auch relativ schnell einen geeigneten Zeltplatz zum Ausruhen und konnten am nächsten Tag relativ problemlos wieder weiterradeln und die wunderschöne aber auch relativ hügelige Landschaft genießen.

Die Landschaft blieb die nächsten Tage bis zur kanadischen Grenze sehr schön und erreichte dort einen Höhepunkt – Der Ausblick am fast 1300m hoch gelegenen Grenzübergang ist einfach phantastisch.

Unterwegs dorthin nahm jedoch die Straßenqualität immer mehr ab und die letzten Steigungen vor der Grenze auf relativ weichem Schotter zehrten beträchtlich an unseren Kräften, so dass wir uns schon kurz nach der Grenze auf über 1200m Höhe einen Zeltplatz suchten – der aber auch einer der schönsten auf unserer bisherigen Tour war.

Auch der weitere Verlauf des Top of the World Highway in Kanada kann sich durchaus mit dem USA–Teil messen, auch wenn die anfangs asphaltierte Straße bald wieder zur Schotterpiste wird, die teilweise in noch wesentlich schlechterem Zustand ist als in Alaska (washboard über die gesamte Straßenbreite), was dann in Kombination mit mehr als 1300 Höhenmetern am Tag den Wunsch aufkommen ließ, in Dawson City wieder mal einen Ruhetag einzulegen, heiße Dusche und Internet nach mehreren Tagen in der Wildnis zu genießen und auch die Vorräte für die weitere Tour am Klondike Highway Richtung Whitehorse wieder aufzufüllen.

Dawson City – am Yukon River gelegen – überraschte uns mit bezauberndem Goldgräberflair und einer sehr bunten Innenstadt, die uns um einiges besser gefällt als die Städte bisher in Alaska.

Vom Top of the World Highway aus erreicht man es mit der Fähre über den Yukon nach einer 20 km langen Abfahrt von fast 800 Höhenmetern und ist dann auch gleich mitten in der Stadt, was allerdings nicht schwer ist, da es mit etwas über 1300 Einwohnern ja auch nicht wirklich groß ist.

Heute haben wir uns also nach nur ca. 40 km am Rad, wovon man auf 20km nichtmal treten musste hier etwas ausgeruht und brechen morgen nach Steward Crossing auf.

Die neuen Fotos sind diesmal übrigens in der Galerie auf USA und Kanada aufgeteilt.

Anchorage bis Fairbanks 21.6. – 4.7.09

Die Strecke von Anchorage nach Wasilla ist ziemlich anstrengend, da sie die meiste Zeit direkt neben dem stark befahrenen Highway am Radweg entlangführt. Kurz vor Wasilla gibts einen recht schönen RV Park mit gratis Duschen und Internet, auf dem wir für eine Nacht campten.

Die Weitere Strecke verläuft am Parks Highway entlang nach Norden und ist weiterhin relativ unspektakulär, da man vom Highway aus nur manchmal links und rechts ein bisschen weiter in die Landschaft sieht weil er durch dichten Mischwald verläuft. Mit einem Zwischenstopp am Nancy Lake fuhren wir bis Talkeetna, wo wir bei Ralf übernachteten.

Ralf ist Deutscher und lebt seit 15 Jahren in Alaska. Seit einigen Monaten betreibt er einen Bikeshop in Talkeetna und ist selbst schon von Alaska bis Washington geradelt. Wir haben ihn über www.warmshowers.org gefunden und erfahren, dass er erst vor kurzer Zeit vier weitere Panamericana–Reisende beherbergt hat – zwei davon kannten wir auch schon von ihrer Website (www.2-play-on-earth.net).

Bei Ralf hats uns sehr gefallen – wir durften direkt in seinem Shop schlafen und da gabs natürlich einiges interessantes zu sehen weil er ein richtiger Spezialist für ausgefallene Räder und alles was damit zu tun hat ist. Wir tratschten dann auch am nächsten Tag noch lang mit ihm und kamen so erst wesentlich später als geplant wieder auf die Straße.

Noch einen weiteren Tag änderte sich an der Landschaft nicht viel doch am 25.6. kamen wir endlich ins etwas hügeligere Vorland der Alaska Range, das an der Grenze des Denali State Parks beginnt, und hatten auch zum ersten mal die Gelegenheit den Mt.McKinley zu sehen, der leider jedoch meistens in dicke Wolken gehüllt ist. 

Sobald wir etwas höher kamen lichtete sich der Wald und gab den Blick auf die grandiose Landschaft Alaskas mit ihren hohen Bergen und zahlreichen Seen frei.

Von Cantwell aus vereinbarten wir mit Nate – auch von warmshowers.org – dass wir eine Nacht bei ihm im Denali Village verbringen würden, erreichten ihn allerdings erst einen Tag später als geplant, da uns wieder mal Gegenwind Regen und Kälte etwas zu schaffen machten und wir beschlossen schon kurz nach Cantwell unser Zelt aufzuschlagen. Am nächten Tag hatten wir dadurch nur eine kurze Etappe zu fahren und nutzten die Zeit um im Denali Village einzukaufen und Interneterledigungen zu machen.

Nate empfing uns sehr freundlich und organisierte uns sogar ein kostenloses Abendessen aus der Mitarbeiterkantine des McKinley Chalets Resorts – ein Angebot, dass wir mit unserem fast unstillbaren Hunger natürlich nicht ablehnen konnten.

Wieder mal waren wir die Attraktion des Abends  – schon vor unserer Ankunft wussten wohl schon fast alle 500 Mitarbeiter des Resorts, dass wir demnächst auftauchen würden uns so wurden wir auch noch auf einen Drink in die Lynx Bar eingeladen, den wir allerdings gerne abgelehnt hätten weil uns die 10-15 neuen Bekanntschaften für den Abend eigentlich schon genug waren…

Die folgenden 3 Tage verbrachten wir im Denali National Park, der sich eindeutig als der Höhepunkt unserer bisherigen Reise herausstellte. Die Landschaft ist einfach genial und auch an Tieren gibt’s einiges zu sehen. Besonders die Strecke auf der Park Road zwischen Igloo Creek Campground und Polychrome Pass ist wunderschön und gab uns Gelegenheit 6 Bären, Bergziegen, Erdhörnchen, Hasen, ein Karibu und einen Elch zu beobachten.

 

 

 

Uns wurde zwar von verschiedenen Leuten geraten, mit dem Bus in den Park zu fahren, doch finden wir, dass der Park viel besser mit dem Rad zu besichtigen ist. Der Busverkehr, vor dem wir gewarnt wurden ist gut erträglich (ca. alle 10-20 Minuten kommt mal ein Bus vorbei) und ab Meile 14 haben private Fahrzeuge nur mehr sehr eingeschränkte Zufahrt zum Park wodurch sich der Verkehr insgesamt in angenehmen Grenzen hält.

Am Igloo Creek Campground mit seinen 7 Campsites trafen wir gleich 4 Reiseradler – zuerst Ulli und Biene aus Österreich und Deutschland, die in den vergangenen 16 Monaten von Wien nach Bangkog geradelt sind und nun von Alaska nach Süden weiterfahren. Auch ihre Website (www.pedalglobal.net) haben wir bei unseren Reisevorbereitungen zufällig schon angesehen. Und am zweiten Abend kamen noch die beiden Schweizer Julia und Raphael  (www.juraz.ch.vu) vorbei, die von Calgary bis Panama geradelt, von dort nach Vancouver zurückgeflogen und von Vancouver mit dem Schiff nach Alaska gefahren waren und nun die letzten 6 Wochen ihrer einjährigen Reise durch Alaska radeln.

Auf der Strecke von Denali nach Fairbanks hatten wir nochmal die Gelegenheit an einem klaren Bach eine kalte Dusche zu nehmen, wie schon kurz vor Cantwell im Culitna River – recht erfrischend bei 10 bzw. 12°C Wassertemperatur aber manchmal einfach notwendig.

Bis Fairbanks wird die Strecke dann wieder relativ uninteressant und – was schlimmer ist – es gibt keine Bäche mehr, die geeignet wären um Trinkwasser daraus zu filtern – so waren wir gezwungen bei einem Restaurant an der Straße unsere Wassersäcke anzufüllen, die sich mit ihrem zusätzlichen Gewicht schon bei kleineren Hügeln recht unangenehm bemerkbar machen. Die Strecke von Denali bis Nenana an der Mündung des Nenana in den Tanana River ist zwar relativ flach aber die Hügel zwischen Nenana und Fairbanks haben uns in den letzten zwei Tagen mit unserem Gepäck und dem zusätzlichen Wasser doch etwas zu schaffen gemacht, zumal auch die Temperaturen mit über 30°C für uns momentan noch ziemlich ungewohnt sind. Trotzdem scheinen wir Mittlerweile ganz gut eingefahren zu sein und fahren täglich schon 70-80km statt der 50, die wir uns am Anfang vorgenommen hatten.

Hier in Fairbanks sind wir bei Dales Tante eingeladen, die wir heute Abend besuchen werden nachdem wir die Gastronomie der ersten Stadt mit über 5000 Einwohnern seit Anchorage ausgiebig in Anspruch genommen haben.

 

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Geotagging funktioniert

Wir haben den Tag bei Dale in Anchorage verbracht und dazu genutzt, alle unsere Internet-Erledigungen zu machen bevor wir wieder in die Wildnis aufbrechen.

In der Fotogalerie gibts jetzt unter manchen Fotos einen Link mit den GPS Koordinaten bei denen das Foto gemacht wurde, der ein Google Maps Fenster öffnet in dem die Position des Fotos angezeigt wird.

Von Anchorage nach Seward und zurück(9.6.09 bis 19.6.09)

 
9.6.

Ankunft in Alaska; durch Anchorage zu Dales Haus

Die Einreise in die USA war recht problemlos – wir haben ein Aufenthaltserlaubnis für 180 Tage bekommen und die Zöllner haben uns nur eine Tasche und die beiden Fahrräder auspacken lassen – nur um zu sehen, ob die Reifen nicht vielleicht schmutzig sind.

Nachdem wir die Räder zusammengebaut hatten – was etwas länger gedauert hat, als wir eigentlich erwartet hatten – wohl teilweise aufgrund der doch recht langen Anreise,  versuchten wir Dale zu erreichen, den wir unter www.couchsurfing.com gefunden hatten  – leider ohne Erfolg – unsere beiden Handys hatten keinen Empfang – obwohl wir von Tele Ring die Auskunft bekommen hatten, dass das Roaming in den USA funktionieren sollte. Am Münztelefon hieß es: “no access to this number”, also fuhren wir auf gut Glück zu der Adresse, die uns Dale gegeben hatte. Natürlich war auch da niemand anzutreffen und wir überlegten schon, ob wir uns einfach den nächsten Campingplatz suchen sollten als sich ein Auto vor dem Haus einparkte, aus dem Jim und Erika sprangen. Wie sich herausstellen sollte – Mitbewohner von Dale. Die beiden fragten ob wir Couchsurfer wären, drückten uns einen Schlüssel zur Wohnung in die Hand und fuhren wieder weg – zum Baden. Sie wären in ein paar Stunden wieder da ließen sie uns wissen.

10.6.

Shopping in Anchorage & Dale und seine Untermieter

Dale selbst kam erst am nächsten Tag wieder nachhause – Er hatte geglaubt wir kommen erst am Mittwoch – kein Problem nachdem ja Jim und Erika ohnehin zuhause waren. Die beiden wohnen selbst erst seit einem Monat bei Dale, nachdem sie ursprünglich nur als Couchsurfer bei ihm übernachtet hatten.

Nach einer längeren Tour durch Anchorage, das sich als eher unattraktiv erwies lernten wir Mittwoch Abend auch Dale kennen – den Besitzer des Hauses. Am Abend kamen auch noch alle anderen Bewohner vorbei – insgesamt 8 Leute aus den anderen 3 Wohnungen die Dale vermietet. Etwas viele Eindrücke für den ersten Tag in Alaska – es waren natürlich alle schon über unser Vorhaben informiert und wollten dann natürlich auch genau wissen, was wir selbst noch garnicht geplant hatten.

11.6.

Einpacken und später Aufbruch Richtung Süden

Wir brachen  am Nachmittag Richtung Seward auf – ein kleiner Küstenort auf der Kenai Halbinsel und mussten dabei wieder durch die ganze Stadt, die sich erstaunlich weit ausdehnt. Insgesamt 20 km legten wir noch in Anchorage zurück bevor wir zum ersten Mal in unverbautes Gebiet kamen.

Kurz danach führte die Straße in den Chugach State Park und am ersten Parkplatz mit Visitor Information kamen wir mit 2 Alaskanerinnen ins Gespräch, die mit Rennrädern unterwegs waren. Eine von ihnen war lustigerweise letztes Jahr in Wien und hat Verwandte in Golling.

Die beiden empfahlen uns einen Campingplatz in Indian und meinten wir hätten einen guten Tag für die Strecke ausgesucht, weil wir Rückenwind hatten.

Der Rückenwind hielt allerdings nicht lang und für den ersten Tag hatten wir dann auch noch relativ viel unangenehmen Gegenwind und waren recht froh, als wir kurz nach Sonnenuntergang gegen 23:00 den Campingplatz erreichten.

12.6.

1. Campingplatz Indian bis Waldcamp vor dem Turnagain Pass

Von Indian gings weiter am Cook Inlet entlang anfangs wieder mit Gegenwind über Girdwood bis einige km vor dem Turnagain Pass, wo wir zum 2. Mal unser Zelt aufschlugen.

Der Tag war insgesamt wettermäßig unspektakulär – 12-14°C, windig und bewölkt.  Kurz nach der Abzweigung nach Whittier fotografierte Manu einen Elch – leider unabsichtlich mit Blendenautomatik und 1/1600 – also relativ unterbelichtet :-( . Die Belugas und Orcas, die im Cook Inlet zu beobachten sein sollen haben wir leider nicht gesehen.

Dafür gibts aber jede Menge Hooligans – kleine, angeblich ölige Fische, die dadurch auffallen, dass sie bei Ebbe am Sand liegen bleiben und dann von den Möwen gefressen werden oder vertrocknen.

Zwischen den trockenen Fischen am Sand fotografierten wir auch noch zwei Weißkopfseeadler  – leider aus zu großer Entfernung für gute Fotos, aber als Beweis reichts.

13.6.

Über den Turnagain Pass bis Moose Pass

Weiter gings über den Turnagain Pass ins Landesinnere  – weiterhin am landschaftlich sehr schönen aber durch den Wochenendverkehr leider stark befahrenen Seward Highway. Erst nach der Kreuzung an der der Hwy No. 9 vom Hwy No. 1 Abzweigt ließ der Verkehr ziemlich stark nach und wir fanden kurz nach den ersten Häusern von Moose Pass einen schönen Zeltplatz zwischen hohen Bergen an einem Teich.

Das Wetter  war anfangs sehr schön, später wieder bewölkt wie in den letzten Tagen mit kurzen Regenschauern zwischendurch. Wir sind jedoch mit unserer Regenausrüstung sehr zufrieden, so dass uns ein kurzer Regen ab und zu  nicht übermäßig stört.

14.6.

Moose Pass bis Seward

Von unserem Zeltplatz kamen wir nach ca. 10 km durch die eigentliche Ortschaft Moose Pass – ein Goldgräbernest mit 118 Einwohnern an einem kleinen See – schön gelegen, aber doch sehr einsam 30 Meilen nördlich von Seward, das auch nur 3000 Einwohner hat.

In Seward gönnten wir uns zum Abendessen ein saftiges Steak und ein wirklich gutes Lachsfilet mit 1/2 Pfund King Crab legs, dies im Angebot dazu gab – sehr lecker nach der Reis- und Nudeldiät der letzten Tage.

Das mit dem Essen ist überhaupt etwas schwierig hier in Alaska wenn man am Rad unterwegs ist – Gut dass es in Seward einen großen Safeway gibt – wir haben nämlich ganz deutlich unterschätzt, was man zu zweit beim Radeln so alles verdrücken kann in 4 Tagen.

Am Campingplatz in Seward sahen wir am Abend noch zwei Hasen und einen Seeotter – erstaunlich viel Getier mitten im Ort.

15.6.

Seward bis Kenai Fjords National Park

Nachdem wir nun schon hier unten in Seward waren ließen wir uns natürlich auch den Kenai Fjords National Park nicht entgehen  – Der Eingang zum Park liegt ca. 13 km westlich von Seward und so wurde diesmal die Radetappe ehr kurz. Dafür sind wir aber am Abend noch zum Exit Glacier spaziert, der schon knapp hinter dem Parkeingang endet und vom Harding Ice Field gespeist wird – sehr imposant, obwohl er in den letzten 100 Jahren um einige 100m zurückgewichen ist. Im Park sind an den Wanderwegen Schilder platziert, die die frühere Ausdehnung des Gletschers markieren – allein seit 1997 dürfte er um ca. 70-100m geschrumpft sein – ziemlich erschreckend.

Trotzdem ist der Park noch immer wunderschön und die Landschaft sieht aus, wie man Alaska oder Kanada aus dem Fernsehen kennt. Es ist einfach alles ein bisschen größer und auch grüner als bei uns, weil sehr viele Laubbäume neben den Nadelbäumen wachsen – mit den schneebedeckten Bergen beidseits der Täler eine wirklich großartige Kulisse.

Nur die Bären, vor denen man überall gewarnt wird haben wir noch nicht gesehen… kommt schon noch. 

16.6.

Kenai Fjords National Park bis Moose Pass

Heute war zur Abwechslung mal optimales Radwetter – kühl und bewölkt, aber kein Regen. Manu fuhr zum ersten mal mit ihren Clipschuhen -  da gings gleich um einiges flotter voran und so erreichten wir gegen 18:00 wieder unseren Zeltplatz etwas nördlich von Moose Pass – Wir müssen ja nun die ganze Strecke wieder zurück nach Anchorage und wollen von dort über den Denali National Park nach Fairbanks. Den Abstecher in den Süden hatten wir unternommen weil Dale und seine Mieter uns die Kenai Halbinsel empfohlen hatten – als “one of the top 10 scenic highways in the States”. War auch wirklich sehr schön, nur hatten wir nicht mit so viel Verkehr gerechnet.

17.6.

Moose Pass bis Bertas Creek Campground

Wie haben unseren ersten Grizzly gesehen! Oder Brown Bear wie die Einheimischen dazu sagen…

Ist ganz gemütlich quer über die Rest Area an der Hope Rd. Jct. spaziert und auf der anderen Straßenseite im Wald verschwunden, nachdem er sich allerdings zuvor ca. 1/4h lang von 15-20 Leuten, die alle aus ihren Autos sprangen, nachdem sie mit quietschnden Reifen auf die Rest Area eingebogen waren fotografieren ließ.

18.6.

Bertas Creek Campground bis Bird Creek Campground

Am Bertas Creek Campground sind wir mit unserem ersten anderen Reiseradler ins Gespräch gekommen – Alex auch Quebec ist Student, unterrichtet in den Sommerferien See Kajaking in Alaska und radelt an seinen freien Tagen auf die Kenai Halbinsel.

19.6.

Bird Creek Campground bis Anchorage

Nachdem wir Alex zufällig schon wieder getroffen haben – er übernachtete am gleichen Campgrond wie wir brachen wir Richtung Anchorage auf – wieder mal mit Gegenwind aber diesmal ohne Regen und sitzten jetzt beim McDonalds am WIFI Hotspot… 

Fotos gibts sobald wir das mit dem Breeze Browser Template ausgeklügelt haben…

Endlich unterwegs!

Seit dem letzten Eintrag ist ja nun schon einige Zeit vergangen – trotzdem war die Vorbereitungszeit nicht zu kurz. Speziell die Ausstattung und der Zusammenbau der Räder war noch eine kleine Herausforderung.

Mittlerweile haben wir aber alle Vorbereitungen abgeschlossen und sitzen im Zug nach Frankfurt. Nach einer erholsamen Nacht im Zug fliegen wir morgen um 10:25 von Frankfurt nach Anchorage.

Unsere erste Unterkunft in Anchorage ist auch schon “gebucht” – Dale der Couchsurfer lässt uns bei sich übernachten und wir sind schon sehr gespannt auf ihn.

Auch vom Abschied von Familie und Freunden am Wiener Westbahnhof gibt‘s schon Fotos in der Galerie und sobald wir wieder mal an ein offenes WLAN oder Internetcafé kommen werden wir sie hochladen.

Fahrräder sind fertig – zumindest fast

Wir wissen nun endlich, wie unsere Räder tatsächlich ausgestattet sein werden. Für mich stand ohnehin bereits seit längerer Zeit fest, was an meinem Bike für die Reise alles verbaut sein sollte. Ich habe die aktuelle Ausstattung ja größtenteils auch schon 2006 auf meiner Tour in Südschweden verwendet und war damals ganz zufrieden damit. Was noch nicht ganz ideal war, war die Befestigung des Tubus Swing Vorderradträgers an der Federgabel, da die Taschen dabei relativ weit vor der Lenkachse befestigt sind und die Lenkung doch ziemlich stark beeinträchtigen – das werde ich noch mit einer angepassten Befestigung auszugleichen probieren.

Ich habe mich aufgrund einiger anderer Reiseberichte für die Verwendung von Federgabel und Scheibenbremsen entschieden, obwohl diese nicht ganz zur typischen Reiseradausstattung gehören. Ich glaube aber, dass wir Defekte an diesen Systemen größtenteils selbst beheben können, bzw. die Zuverlässigkeit dieser Teile mittlerweile relativ hoch ist. Viele hilfreiche Informationen zu diesem Thema findet man im Radreise & Fernradler Forum.

Bei Manus Rad haben wir lange überlegt, und uns letztendlich entschieden, es selbst aufzubauen, da die fertigen Räder meist nicht unseren Vorstellungen entsprachen bzw. zu teuer waren. Wir haben daher Rahmen, Laufräder, Gabel und Schaltgruppe extra bestellt und werden das Rad selbst zusammenbauen. Einige Teile haben wir bereits geliefert bekommen, den Rest sollten wir diese Woche noch erhalten.

US Visum

Eigentlich aus Zufall sind wir darauf gekommen, dass wir ein Visum für die Reise durch die USA brauchen. Nachdem wir uns die Informationen über das neue Visa Waiver Program auf der Website der amerikanischen Botschaft angesehen hatten, waren wir eigentlich der Meinung, dass es nicht nötig sein würde ein Visum zu beantragen, da wir uns ja nicht länger als 90 Tage durchgehend in den USA aufhalten werden.
Glücklicherweise haben uns Max und Heidi (www.2roadrunners-on-tour.at), zwei "Kollegen", die die Reise schon hinter sich haben, den Tip gegeben, dass man trotzdem ein Visum braucht, weil eine Ausreise nach Kanada nicht als echte Unterbrechung des USA Aufenthaltes gesehen wird.
Tatsächlich haben wir von der Botschaft die Information bekommen, dass ein Aufenthalt in Kanada nur ein "sidetrip" ist, auch wenn er über 2 Monate dauert. Eigenartige Regelung… aber noch eigenartiger ist das Procedere, um an ein sogenanntes Nichteinwanderungsvisum zu kommen – man muss telefonisch bei einer 0900er Nummer für über 2€/Minute einen Termin für ein persönliches Interview am amerikanischen Konsulat vereinbaren, um den amerikanischen Behörden zu verdeutlichen, dass man "eine feste Bindung an sein Heimatland" hat und nicht vielleicht auf die Idee kommt, sich dauerhaft in den USA einzunisten.
Wir sind jedenfalls schon auf den Verlauf des Interviews gespannt – ob dem Konsularbeamten wohl unser Reiseplan ein bisschen eigenartig vorkommen wird?

Galerie online

Nach langem Tüfteln und Probieren habe ich es jetzt endlich geschafft, meine alten Fotogalerien so anzupassen, daß sie auch im neuen WordPress Blog einigermaßen verwendbar sind. Hat lang gedauert, dafür kenn ich mich jetzt um einiges besser mit Cascading Style Sheets und HTML aus…
Fertig ist die Anpassung trotzdem noch nicht, aber in nächster Zeit werden noch weitere Fotos von früheren Urlauben dazukommen. Falls ihr irgendwo einen Fehler in der Darstellung oder Programmierung findet, schreibt doch bitte einfach einen kurzen Kommentar.

Startprobleme beim Flug mit Condor

Am Freitag, 13.2.09 ist es endlich soweit – wir buchen einen Flug nach Anchorage. Auf www.fliegen.de haben wir ein günstiges Angebot gefunden – Wien-Anchorage als Direktflug mit Condor am 9.6.09 um 1104€ für 2 Personen. Günstigere Flüge mit Zwischenstopps in Frankfurt gibt es zwar auch, aber da müsste man ja am Zubringerflug mit Lufthansa oder AUA jede Menge fürs Übergepäck zahlen. Außerdem sind wir der Meinung, dass das Risiko des Gepäckverlustes ohne Zwischenstop geringer ist.
Wir klicken auf “Buchung abschließen” und stoßen auf die Weltreise an – wenig später landet auch schon die Buchungsbestätigung von www.fliegen.de im Email Postfach. Kurz darauf kommt eine zweite von Condor – interessant! Auf unserem Direktflug gibt’s einen Zwischenstop in Frankfurt und einen in Whitehorse. Noch besser – Beim Flug nach Frankfurt steht dabei: “baggage incl.: 20 kg”! Schlechter Scherz oder? Wir dürfen also nicht 2x23kg wie am Condor Direktflug in die USA gratis mitnehmen und unsere Räder um 25€ transportieren lassen? Stattdessen sollen wir 70€ pro Rad nach Frankfurt, 25€ pro Rad von Frankfurt nach Anchorage und jeweils 20-26 kg Übergepäck zum Preis von 10€/kg nach Frankfurt zahlen? Ach ja – es ist ja Freitag der 13.! Damit hätten wir rechnen sollen.
Seitdem führen wir mit www.fliegen.de und Condor ein erbittertes Email Gefecht. Am Telefon wurde uns von einem freundlichen Condor Mitarbeiter nämlich gesagt, dass im Falle einer Stornierung nur der Kerosinzuschlag und die Steuern rückerstattet werden – 439€ pro Person würden als Stornogebühren einbehalten.
Am Dienstag erringen wir den ersten Teilerfolg – die Zubringerflüge nach Frankfurt dürfen wir kostenlos stornieren – bekommen allerdings nur 200€ rückerstattet anstatt der kompletten Preisdifferenz unseres Fluges von über 470€ zum aktuellen Preis des Fluges von Frankfurt nach Anchorage.
Am Mittwoch kommt ein Anruf von Condor – erst wieder relativ unkooperativ, gibt die nette Dame nach einer Besprechung mit ihrem Teamleiter zu, dass tatsächlich auf fliegen.de ein Fehler vorliegt – bisher hat sie uns offenbar nicht geglaubt, dass dort ein Direktflug angeboten wird. Morgen Abend meldet sie sich wieder, nachdem sie den Fall mit der Chefetage besprochen hat.
Donnerstag Abend kommt tatsächlich ein erneuter Anruf von Condor – man wäre zwar nicht für den Fehler auf der Website von fliegen.de verantwortlich, nachdem man aber seine Kunden behalten will bietet man uns an, den Flug kostenlos zu stornieren.
Wir erbitten uns 3h Bedenkzeit bis wir den günstigeren Flug bei de Restplatzbörse gebucht haben und vereinbaren, dass der alte Flug storniert wird, sobald wir unser ok dazu geben.
Bei der Buchung auf der Website der Restplatzbörse (Flugpreis wäre hier 596,69€ für 2 Personen) kommen wir bis zur Passagierdateneingabe, nachdem wir auf “Kaufen” klicken erscheint folgende Nachricht:

Folgende Fehler sind aufgetreten

  • Die von Ihnen gewählten Flügel können nicht bestätigt werden. Bitte übermitteln Sie Ihre Anfrage erneut. (15079)

Auch telefonisch sind “die Flügel” leider nicht zu buchen – es bleibt uns also nichts anderes über, als unseren ursprünglich gebuchten Flug zu behalten.
Das Zugticket haben wir mittlerweile auch schon gekauft – per ÖBB Sparschiene geht’s um 29€ am 8.6. am Abend von Wien Nach Frankfurt. Zumindest der Gepäcktransport nach Frankfurt reißt also keine Löcher ins Reisebudget.

Wohnung gekündigt

Endlich ist auch der Zeitpunkt des Auszugs aus meiner Wohnung fixiert. Ab 31.5.09 werde ich daher kurzzeitig mein altes Kinderzimmer wieder beziehen und dann in Wien die letzten Vorbereitungen für unsere Reise abschließen.
Den Flug nach Alaska konnten wir am Wochenende leider noch nicht buchen, dafür haben wir uns auf einen Namen für unsere Website geeinigt – unter www.radausflug.org werden diese Seiten in Zukunft erreichbar sein.