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Mesquite/NV bis Las Cruces/NM 3.11.09 – 17.12.09

Schon wieder ist viel zu viel Zeit zwischen unseren Blog-Einträgen vergangen! Unsere Aufenthaltserlaubnis für die USA endet ja am 8.12., was uns ein wenig unter Zeitdruck brachte – da blieb zwischen den anderen Erledigungen, die noch in den USA zu machen waren nicht viel Zeit.

Nevada haben wir relativ schnell hinter uns gelassen – Las Vegas und das Valley of Fire waren die beiden Sehenswürdigkeiten, für die wir uns Zeit genommen haben. Nach Mesquite ging‘s ein kurzes Stück durch Arizona. Über den Virgin River Gorge – eine Schlucht, durch die der Virgin River das um einige hundert Meter höher gelegene Hochplateau um Saint George verlässt, gelangten wir nach Saint George, Washington und schließlich zum Zion National Park in Utah.

Zion war der Beginn einer außergewöhnlich schönen Strecke. Die Schluchten und Canyons aus tiefrotem Sandstein, in denen sich die Straße durch den Park windet und der Kontrast zum dunkelblauen Himmel sowie die herbstlich leuchtend gelb gefärbten Bäume geben dem Park um diese Jahreszeit einen besonderen Reiz. Am Ende der Straße durch den Park jedoch gelangt man an einen Tunnel, der einige Meter hinter einer vertikalen Felswand parallel zu dieser aus dem Zion Canyon hinaus führt, ca. eine Meile lang, nicht beleuchtet und sehr schmal ist. Radfahren? –verboten!

Shuttleservice gibt’s auch keines. Als Radfahrer ist man gezwungen, auf ein ausreichend großes Fahrzeug zu warten, auf das man die Räder und das Gepäck laden kann um sich auf die andere Seite führen zu lassen. Eine der wenigen Gelegenheiten zu der wir froh waren, dass die Amerikaner eine Vorliebe für maßlos überdimensionierte Autos haben. Innerhalb von 10 Minuten hatten wir einen Pickup Truck gefunden, der uns auf die andere Seite brachte.

Nach dem Zion National Park bogen wir Richtung Norden zum Bryce Canyon ab. Glücklicherweise blieben wir zwischen den Parks auf relativ großer Höhe und konnten ohne viel unnötiges Auf und Ab in einem Tag den Dixie National Forest kurz vor dem Bryce Canyon National Park erreichen.

Schon von weitem kann man die roten Sandsteintürme des Dixie National Forest sehen, die am Abend noch eindrucksvoller beleuchtet sind. Unser Zeltplatz war mit 2235 m der bisher höchste unserer Reise, was sich durch relativ frostige -7°C beim Frühstück erkennen ließ.

Der Bryce Canyon bietet nochmal eine eindrucksvolle Steigerung zur ohnehin schon sehr interessanten Landschaft des Dixie National Forest. Vom über 2400m hoch gelegenen Rand des Canyons blickt man über ein Tal mit unzähligen schmalen hellgelb bis dunkelrot gefärbten Steinsäulen zwischen denen sich tiefe Schluchten öffnen. Natürlich wurden wir auch hier wieder von anderen Touristen angesprochen und gefragt, wohin wir mit unserem schweren Gepäck denn unterwegs seien. Eine der Neugierigen meinte sie wäre selbst mit dem Rad auf einer Reise um die Welt unterwegs und war relativ verblüfft als ich sie fragte ob ihr Name Astrid wäre. Tatsächlich war die Radlerin diejenige, die ebenfalls in Kanada die Taylors getroffen hatte und ca. zwei Wochen nach uns in Shelton bei ihnen zu Gast war. Sie hatte ihr Rad in Las Vegas gelassen und war nun mit einem Mietauto durch die Nationalparks unterwegs. Aufgrund ihres Alters (ca. 50) und der Tatsache, dass sie auf eigene Faust mit dem Rad um die Welt unterwegs war, war relativ leicht zu erraten, dass es sich um diejenige Astrid handeln musste, deren Website (www.cyclingfullcircle.com) wir von Kip und Marya erfahren und bereits gelesen hatten.

Nach dem Bryce Canyon führte uns unsere Route durch das Escalante National Monument und auch hier hatten wir wieder eine interessante Begegnung. Kurz nach der Ortschaft Escalante kamen uns zwei Radler entgegen – relativ leicht bepackt, aber wie so viele amerikanische Reiseradler auf Surly Long Haul Trucker Rädern. Die Beiden – Tanya und Michael aus Salt Lake City verbrachten ihren Urlaub in Boulder und waren gerade zum Einkaufen unterwegs – auf ihren Rädern, ca. 50 km von ihrem Hotel entfernt und auf einer Strecke, auf der sie hin und zurück je ca. 1000 Höhenmeter zu bewältigen hatten – keine typischen Amerikaner also. Wir fragten sie, ob es in Boulder einen Campingplatz gäbe, da die letzten paar Campgrounds alle geschlossen waren und wir auf der Suche nach einer Dusche waren und wurden prompt eingeladen, die Dusche in ihrem Hotelzimmer zu benutzen. Dieses Angebot ließen wir uns natürlich nicht entgehen und hatten eigentlich vor, uns nach der Dusche in oder kurz nach Boulder einen Zeltplatz zu suchen. Als wir allerdings in der Boulder Mountain Lodge bei den beiden ankamen meinten sie wir könnten doch gleich bei ihnen im Hotelzimmer schlafen, da sie ohnehin noch ein freies Doppelbett hatten. Unser Gepäck konnten wir über Nacht in ihrem Van verstauen, nur die Räder konnten wir darin nicht mehr unterbringen, da den meisten Platz schon die sechs Räder von Tanya und Michael einnahmen.

Am nächsten Tag brachen wir relativ früh auf, verließen möglichst unauffällig das Hotelgelände und wurden kurz nach dem Frühstück schon wieder von Tanya und Michael eingeholt, die sich diesmal die Strecke über den 2926 m hohen Boulder Mountain Pass nach Torrey ausgesucht hatten. Die beiden scheinen jeden Tag ihres Urlaubs eine Radtour mit über 2000 Höhenmetern und um die 100km Länge zu machen – nicht schlecht auch ohne schweres Gepäck!

Der Boulder Mountain, den wir ebenfalls überquerten war mit seinen 2926 m unser bisher höchster Pass (350 m höher als die Großglockner Hochalpenstraße, die höchste befestigte Passstraße in Österreich!). Auf der Abfahrt auf der Nordseite trafen wir nochmal Tanya und Michael, die gerade am Rückweg waren und suchten uns etwas später kurz vor dem Capitol Reef National Park einen Zeltplatz.

Auch Capitol Reef erschien mir diesmal wesentlich eindrucksvoller als beim letzten Besuch, was wahrscheinlich teilweise an der herbstlichen Färbung der Bäume und daran lag, dass man am Rad einfach viel mehr Zeit hat, die Landschaft zu sehen.

Auf der Strecke durch die San Rafael Wüste ab Hanksville begleitete uns wieder mal ein kleiner Sandsturm aus südlicher Richtung, der zwar anfangs ganz angenehm war, da er uns relativ schnell nach Green River blies, jedoch ab der Richtungsänderung der Straße dort ein wenig mühsam wurde. Trotzdem überboten wir unsere bisher längste Tagesetappe von Vancouver Island und campten nach 126 km etwas abseits einer kleinen dirt road in der Wüste ca. 40 km vor Moab. Schon im Capitol Reef National Park hatten wir gehört, dass für die kommende Nacht etwas Niederschlag und Wind zu erwarten war. Wir verankerten daher unser Zelt so gut wie möglich und hofften auf nicht allzu starken Wind. Tatsächlich war der Wind nicht wirklich schlimm, jedoch hatten wir nicht damit gerechnet, dass ein wenig Regen die Straße an der wir campten in ein derart heimtückisches Schlammloch verwandeln würde. Schon das möglichst saubere Einpacken des Zeltes gestaltete sich als echte Herausforderung und der Schlamm, der sich innerhalb weniger Schritte an den Schuhen ansammelte ließ uns vermuten, dass auch die Räder bald eine gründliche Reinigung nötig haben würden. Zusätzlich wurde uns der Start in den Tag auch noch durch einen Patschen an meinem Hinterrad vermiest, den zu flicken bei leichtem Regen, Schlamm und ca. 5°C auch nicht wirklich ein Vergnügen war.

Was wir nicht geahnt hatten war, dass der Schlamm so klebrig war, dass sich innerhalb weniger Meter eine mehrere cm dicke Schicht davon auf den Reifen festsetzte, die letztendlich die Räder vollständig zum Blockieren brachte. Für die 600 Meter von unserem Zeltplatz zur asphaltierten Straße benötigten wir so fast zwei Stunden, da wir die Räder zu zweit schieben und teilweise das Gepäck abladen und zur Straße tragen mussten.

Der Regen hörte glücklicherweise bald wieder auf und wir suchten uns am Straßenrand einen Platz zum Frühstücken und erholten uns von der morgendlichen Schufterei, nur um nach dem Frühstück zu entdecken, dass ich im Hinterrad schon wieder keine Luft mehr hatte. Ich hatte beim ersten Mal das winzige Drahtstück, das noch im Reifen steckte nicht gefunden, was dem neuen Schlauch und mir natürlich wieder zum Verhängnis wurde. Insgesamt waren wir uns einig, dass die Pannenserie eines Freitags des 13. Novembers durchaus würdig war. Trotzdem sind wir mit unseren Reifen noch mehr als zufrieden, denn insgesamt vier Patschen auf unseren mittlerweile je 10000 gefahrenen Kilometern sind durchaus zu verkraften.

Wegen des ziemlich verzögerten Starts erreichten wir am Abend erst gegen 20 Uhr den Campground im Arches National Park. Wenigstens hatten wir aber noch Gelegenheit, die Park Avenue mit ihren roten Fels-Finnen und –Türmen und einige der Felsbögen im Park bei Sonnenuntergang zu bewundern. In der Park Avenue allerdings trafen wir auf eine ganze Horde Fotografen, die gemeinsam einen Fotoausflug machten und nachdem sie uns gesehen hatten absolut kein Interesse mehr für irgendwelche Felsformationen zeigten. Stattdessen hielten sie uns mindestens eine Viertelstunde damit auf, unsere verdreckten Räder und uns in unserer schlammigen Radkleidung zu fotografieren. Der Anführer der Horde war übrigens ein Steirer aus Leoben, der allerdings schon 40 Jahre in den USA lebt und kaum mehr Deutsch spricht.

Am Devil’s Garden Campground im Arches National Park hatten wir zum ersten Mal auf unserer Reise das Vergnügen, morgens in einem schneebedeckten Zelt aufzuwachen. Glücklicherweise war aber zumindest die Temperatur in der Nacht recht erträglich und die Wolken hatten sich in der Früh auch wieder größtenteils verzogen so dass wir den Park bei Sonnenschein den ganzen Tag genießen konnten.

Erst gegen Abend als wir in Moab ankamen setzte wieder bösartiger Schneeregen ein und die Aussicht darauf, das Zelt im Regen aufbauen und im Freien kochen zu müssen gefiel uns gar nicht. Wir beschlossen also, bevor wir uns einen Zeltplatz suchten noch im Supermarkt einen 10000 km-Jubiläumskuchen und ein Abendessen zu besorgen und hofften insgeheim darauf, dass uns jemand zu sich nachhause einladen würde. Offenbar waren aber unsere schlammigen Räder etwas abschreckend, so dass die ersten drei Leute, die uns ansprachen und über unsere Reise befragten keinerlei Absicht erkennen ließen, uns einzuladen. Erst die vierte Familie bot uns an, in ihrer Garage zu campen. Gut, dass wir uns beim Essen unseres Brathändels und des 10000 km Kuchens vorm Supermarkt so lang Zeit gelassen hatten J!

Die Warrens ( http://thewarrensogden.blogspot.com )waren selbst nur für ein paar Tage und einen 50 km Geländelauf (den sie offenbar recht erfolgreich absolviert hatten) in Moab und die heiße Dusche und beheizte Garage, die sie uns in Ihrem Apartmenthaus anboten waren mehr als willkommen zumal über Nacht gut 10 cm Schnee fielen und die Temperatur um einige Grad absackte.

Die folgenden Tage radelten wir durch schneebedeckte Landschaft südlich von Moab dahin, campten einmal in der Nähe des Wilson Arch und einmal in Verdure bei frostigen Temperaturen von -7°C und -9°C bevor wir endlich in der Nähe von Kayenta wieder mal einen Zeltplatz fanden der deutlich unter 2000 m Höhe lag. Am Weg nach Kayenta, südlich von Blanding war mein mittlerweile vierter Patschen zu verzeichnen – natürlich wieder ein kleines Drahtstück aus einem der zerfetzten LKW- Reifen, die hier alle paar hundert Meter am Straßenrand liegen. Diese Drahtstücke aus den Reifenkarkassen waren bisher das einzige, was an meinen Reifen Patschen verursachte – alle Dornen, Glasscherben usw. stecken die Marathon Plus Reifen relativ locker weg. Weshalb sich aber die Patschen jetzt nach 10000 km plötzlich so häufen haben wir noch nicht herausgefunden.

Nachdem das Ende unserer Aufenthaltsgenehmigung für die USA immer näher rückte entschieden wir uns den Mesa Verde National Park und die Slot Canyons in Page auszulassen und durchs Monument Valley direkt zum Grand Canyon zu fahren.

Im Monument Valley hatten wir zwar Sonnenschein, leider war es aber sehr diesig, so dass die berühmten, hier „Buttes“ genannten roten Felstürme nicht richtig zur Geltung kamen. Zumindest hätten wir uns für ein paar gute Fotos deutlich bessere Sichtverhältnisse gewünscht.

Vom Monument Valley ging’s weiter über Tuba City Richtung Grand Canyon – nicht ohne einige Bedenken das Wetter betreffend, da uns schon mehrere Leute vor den tiefen Temperaturen gewarnt hatten, die dort um diese Jahreszeit oft herrschen. Zu unserer Überraschung campten wir aber im Kaibab National Forest kurz vorm Grand Canyon auf 1800 m bei angenehmen +5°C.

Auch die Besichtigung des South Rim des Canyons auf über 2200 m Höhe konnten wir bei Sonne und angenehmer Temperatur, wenn auch mit kühlem Wind genießen. Richtig kalt wurde es erst südlich vom Grand Canyon in Tusayan am Ten X Campground. -11°C war unsere bisher kälteste Nacht im Zelt, wenngleich durch die trockene Luft auch das Zelt diesmal trocken blieb und das Campen dadurch wesentlich angenehmer war als einige Tage zuvor in Verdure, wo sich im Innenzelt an den Wänden durch die Feuchtigkeit der Atemluft eine ca. 2-3 mm dicke Reifschicht gebildet hatte, die gegen Morgen begann, sich abzulösen und auf unsere Schlafsäcke zu rieseln. Auch unter diesen Bedingungen hielten uns die Schlafsäcke aber angenehm warm, nur das Aufstehen und anschließende Frühstücken bei um die -10° ist etwas gewöhnungsbedürftig, zumal die Temperatur erst 10-20 Minuten nach Sonnenaufgang spürbar ansteigt.

In Flagstaff belohnten wir uns für die zahlreichen Höhenmeter, die wir am Grand Canyon absolviert hatten wieder einmal mit einem chinesischen All You Can Eat Buffet und quartieren uns für zwei Tage beim Couchsurfer Mark und seiner Mitbewohnerin Tabitha ein. Wir hatten eigentlich geplant, nur eine Nacht in Flagstaff zu bleiben, jedoch hatten wir einige Probleme mit den lokalen Postämtern zu überwinden, was einen vollen Tag in Anspruch nahm. Wir hatten uns einige Pakete per General Delivery auf ein Postamt in Flagstaff schicken lassen und waren relativ enttäuscht, als von den 6 erwarteten Paketen (Taucherbrillen von zuhause, Reservereifen von einem Internetshop, Poleholder von Hilleberg sowie Kopfhörer und ein Moskitonetz von Amazon) nur eines am Postamt lagernd war.

Durch umfangreiche Internet-Recherche und Telefoniererei am nächsten Tag war nicht mehr herauszufinden, als dass die Pakete eigentlich am Hauptpostamt liegen müssten, wo wir aber am Vortag schon gewesen waren und nur eines davon bekommen hatten. Relativ hoffnungslos fuhren wir also nochmal zum Postamt – diesmal bewaffnet mit den Tracking–Daten, die wir im Internet für eines der Pakete hatten abrufen können und siehe da – als die Angestellten sich etwas Mühe gaben und nach den Paketen suchten tauchten tatsächlich noch zwei weitere davon auf.

Gänzlich verschollen blieb nur meine Taucherbrille. Die Reservereifen und das Moskitonetz waren zu den Absendern zurückgeschickt worden und wir konnten bei Amazon und www.everybicycletire.com einen erneuten Versand an ein anderes Postamt in Organ, New Mexico veranlassen. Vielleicht haben wir ja beim nächsten Mal mehr Glück.

Mark und Tabitha waren sehr angenehme Gastgeber und es stellte sich heraus, dass wir uns durch die zusätzliche Übernachtung in Flagstaff ein weiteres Frühstück bei -12°C erspart hatten. Um uns auch in den nächsten Tagen neue Kälterekorde zu ersparen beschlossen wir, nicht, wie zunächst geplant direkt nach White Sands zu fahren, sondern zuerst nach Süden Richtung Phoenix und Tucson aufzubrechen, da wir in dieser Richtung schneller aus den Bergen in tiefer gelegene Gegenden kamen. Zudem hatte uns Tabitha die Adresse einer Freundin – Casey – in Tucson gegeben, die in einem Radgeschäft arbeitet und wir hofften dort herausfinden zu können, weshalb Manus Hinterradnabe seit 2000 km komische Geräusche machte. Wir hatten die Nabe zwar in Fresno schon einmal zerlegt, jedoch konnten wir den Freilauf nicht abnehmen, da dazu ein 14 mm Inbusschlüssel nötig ist, den zu finden sich sowohl in Fresno als auch in Las Vegas als unmöglich herausgestellt hatte.

Da die Zeit drängte nahmen wir von Flagstaff aus die Interstate 17 nach Süden, was sich als Fehler herausstellte. Es gibt auf der I17 zwar durchgehend einen breiten Pannenstreifen, den man als Radfahrer benutzen muss, jedoch war dieser genau im Bereich der Abfahrt ins Verde Valley mit extrem grobem Asphalt belegt auf dem zudem noch jede Menge Müll herumlag. Die 13 Meilen mit 6% Gefälle waren somit nicht wirklich zu genießen und bescherten uns stattdessen insgesamt 3 Patschen. Meine beiden waren auf ein Metallteil, das die Karkasse meines Hinterreifens beschädigte und eine Metallplatte aus der ein Stahlstift ragte zurückzuführen. Manus Patschen war von der gewöhnlichen LKW-Karkassen-Draht-Sorte.

Zusätzlich zu unserem Patschenunglück entdeckte ich beim Flicken auch noch einen Riss in meiner hinteren Felge – ca. 3-4 cm lang von einer Speiche beidseits entlang der Mittellinie der Felge verlaufend. Somit war in Tucson also neben Manus Freilauf auch ein neues Hinterrad für mich fällig.

In Phoenix waren wir gerade bei McDonalds mit Internetrecherchen bezüglich Ersatzteilen und Unterkunft für Tucson beschäftigt als wir von zwei älteren Herren angesprochen wurden und wieder einmal die üblichen Fragen gestellt bekamen. Die beiden zeigten großes Interesse an unserer Reise und gaben nach kurzer Verhandlung per Telefon kurzerhand bei ihren Frauen zuhause Bescheid, dass am Abend zwei Gäste zu verköstigen wären. Zunächst boten sie uns an, uns im Auto mitsamt den Rädern mit zu sich nachhause zu nehmen, als wir ihnen erzählten, dass Tucson unser nächstes Ziel wäre fassten sie nach kurzem Telefonat mit einem Freund den Entschluss, diesen am nächsten Tag in Tucson zu besuchen und uns gleich mitzunehmen. Die Angebote – sowohl das Abendessen als auch der Transport nach Tucson kamen wie gerufen, da der Großraum Phoenix extrem ausgedehnt ist und wir wahrscheinlich über einen Tag zur Durchquerung der Stadt gebraucht hätten. Zudem konnten wir so etwas Zeit gewinnen bevor unsere Aufenthaltsgenehmigung ablief.

Die beiden und ihre Familien waren sehr freundlich und auch das Abendessen war ausgezeichnet, jedoch hatten wir, wie sich herausstellte recht unterschiedliche Meinungen bezüglich amerikanischer Politik. Die beiden waren Bush Anhänger, die gerne Sarah Palin als neue Präsidentin gesehen hätten, waren Atomkraftbefürworter und hielten das amerikanische Gesundheitssystem für das beste der Welt und konnten daher public healthcare nichts abgewinnen…

Am nächsten Tag erreichten wir trotz heftigem Sandsturm und Gegenwind innerhalb von zwei Stunden Tucson – und waren heilfroh, nicht auf den Rädern unterwegs zu sein, zumal auch die Landschaft alles andere als interessant war.

In Tucson ließen wir uns direkt bei Bicas, dem Radshop, in dem Casey arbeitet, absetzen und trafen dort zufällig auch einen der Warmshowers-Hosts, die wir aus Phoenix angeschrieben hatten. Ignacio arbeitet zufälligerweise auch bei Bicas und wohnt mit seiner Frau Daniela und Sohn Damiano nur wenige hundert Meter von dort entfernt. Eine besser gelegene Unterkunft hätten wir wohl gar nicht erwischen können.

DSC_9167Bicas ist kein Radgeschäft im eigentlichen Sinne, sondern eher eine öffentliche Werkstatt, in der man gegen Bezahlung am eigenen Rad arbeiten kann. Zudem werden gebrauchte Radkomponenten verkauft und was nicht mehr verkauft werden kann wird zu Kunstwerken zusammengeschweißt, die einmal im Jahr auf einer Auktion verkauft werden.    

Leider war auch bei Bicas kein 14er Inbusschlüssel zu finden, jedoch konnten wir beim Ordinary Bike Shop, wo wir einen neuen Freilauf für Manu und eine neue Felge für mich bestellten, den Freilauf gleich kostenlos montieren lassen.

Die Zeit, die uns blieb während wir auf die bestellten Teile warteten, nutzten wir, um ins ca. 100 km entfernte Nogales an der mexikanischen Grenze zu fahren, um unsere Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern. Von der amerikanischen Botschaft in Österreich war uns auf Anfrage zwar geraten worden, nach Mexiko auszureisen und uns bei der erneuten Einreise in die USA eine neue Aufenthaltsgenehmigung ausstellen zu lassen, jedoch weigerten sich die Grenzbeamten bei der Ausreise, die Aufenthaltsgenehmigungen aus unseren Pässen zu entfernen. Stattdessen mussten wir bei der Grenzstation bei der Wiedereinreise eine Verlängerung beantragen, die uns allerdings für 12$ problemlos für ein Monat ausgestellt wurde.

Zurück in Tucson stellte sich heraus, dass wir bei unserem Mexico-Ausflug wahrscheinlich großes Glück gehabt hatten, denn meine Felge hatte auf den nur 240 Kilometern noch einige neue Risse entwickelt und hätte wahrscheinlich nicht mehr allzu lange durchgehalten. Nachdem die weiteren Risse so schnell aufgetaucht waren beschloss ich, auch die vordere Felge auszutauschen und bestellte sie ebenfalls beim gleichen Shop. Während die erste Felge innerhalb von zwei Werktagen geliefert wurde, warteten wir auf die zweite jedoch eine ganze Woche, was uns quasi einen kurzen Urlaub vom Radfahren bescherte, den wir auch sehr genossen, da wir wirklich angenehme Gastgeber hatten. Auch über Mittelamerika konnten wir etwas mehr erfahren, da Daniela mehrere Jahre in Guatemala und Nicaragua gearbeitet hatte. Zudem war Carl Kurz, der für Bikes Not Bombs in den letzten 25 Jahren in El Salvador, Nicaragua und Guatemala gearbeitet hatte mit seiner Familie noch einige Tage zu Gast.

DSC_9276Erwähnenswert ist auch Damiano, das sechsmonatige Baby von Daniela und Ignacio, das eindeutig das bravste und fröhlichste Baby ist, das wir je gesehen haben. In der ganzen Zeit die wir in Tucson verbracht haben, hat er höchstens zwei Mal geschrien und sonst meistens bis über beide Ohren gegrinst – insbesondere wenn Manu sich mit ihm beschäftigte.

Zum ersten Mal auf unserer Reise fiel uns auch das Aufbrechen in Tucson nach der kurzen Pause etwas schwer und wir hoffen Daniela, Ignacio und Damiano einmal in Österreich als Besucher empfangen zu können.

DSC_9285Nachdem wir nun wieder etwas mehr Zeit hatten konnten wir es uns leisten, nicht die direkte Route nach Las Cruces über die Interstate 10 zu nehmen, sondern über Sonoita, Tombstone, Gleeson, Courtland und Pearce die landschaftlich schönere Strecke durch die Berge zu nehmen, die uns Ignacio vorgeschlagen hatte. DSC_9301Erst in Wilcox waren wir gezwungen, wieder auf die I10 zu fahren, da wir die Bergstraße über die Chiricahua Mountains, die schon schneebedeckt waren, vermeiden wollten.

Schon von Sunsites in Arizona schrieben wir einen Warmshowers Host in Las Cruces an, bei dem wir eine Nacht bleiben wollen bevor wir nach Organ und White Sands aufbrechen und bekamen innerhalb von fünf Minuten eine positive Antwort. DSC_9328Auf unserem weiteren Weg nach New Mexico  hatten wir einen weiteren Tag mit Rückenwind, gleich darauf einen mit bösartigem Gegenwind, einen kurzen Regen in der Wüste, wieder ein paar Nächte mit –4 bis -6°C und begegneten erstmals einer Klapperschlange, um die wir einen großen Bogen machten. Mittlerweile sind wir in Las Cruces angekommen und haben endlich Zeit, den Blog zu aktualisieren.

Prince Rupert/BC bis Shelton/WA 15.8.09 – 6.9.09

Die Fährüberfahrt von Prince Rupert nach Port Hardy auf Vancouver Island gestaltete sich weniger spektakulär als wir uns erhofft hatten – Wir sahen zwar Wale, jedoch kam keiner davon dem Schiff so nahe, dass man erkennen hätte können, um welche Spezies es sich handelte. Von den meisten war ohnehin nur der Blas und manchmal eine Rückenflosse zu sehen. Aber zumindest können wir nun behaupten, wir hätten viele Wale gesehen – immerhin waren es um die 20, die am Nachmittag auf der südlichen Hälfte der Überfahrt zu beobachten waren. (Wir vermuten, dass die Erzählungen von anderen Leuten, die von vielen Walen gesprochen hatten auch auf 1 km entfernte Rückenflossen und Atemluftfontänen bezogen waren.)

In Port Hardy gibt es glücklicherweise wenige Kilometer vom Fährhafen entfernt einen Campingplatz, auf dem wir mitten in der Nacht ankamen. Unglücklicherweise sind die Zeltplätze dort aber so klein, dass wir mit unserem Zelt kaum genug Platz fanden und die Heringe in die Büsche spannen mussten. Dafür gibt’s Gratisduschen mit Südamerika-Flair und das alles um 10$ – also durchaus angemessen für kanadische Verhältnisse.

Die Strecke von Port Hardy gen Süden war wenig interessant und recht hügelig, so dass es kein Problem war, pro Tag auf mehr als 1000 Höhenmeter zu kommen, ohne jedoch dafür in den Genuss Schöner Aussichten zu kommen, da die dichten Jungwälder beidseits der Straße recht effizient die Fernsicht beeinträchtigen. Die erste landschaftlich interessantere Passage durchquerten wir am zweiten Tag – Einen kleinen Pass von dem aus man zumindest einige Nachbarhügel und die schneebedeckten Berge in der Ferne sehen konnte. Zudem sind die Wälder, die noch nicht abgeholzt und wiederaufgeforstet wurden sehr bemerkenswert. An Wildcampmöglichkeiten mangelt es allerdings am 19er Highway etwas und so suchten wir teilweise 30-40km nach einem geeigneten Zeltplatz.

Kurz nach Campbell River trafen wir Paul, einen Ausflugsradler und Künstler, der per Segelboot von Vancouver nach Port Hardy gefahren war und nun mit dem Rad nachhause fuhr. Wir unterhielten uns einige Zeit mit ihm und wurden prompt eingeladen, im Garten seiner Tante in Black Creek mit ihm zu campen. Der vermeintlich abwesende Cousine Hannah jagten wir allerdings einen gehörigen Schrecken ein, da sie nicht damit gerechnet hatte, bei ihrer Rückkehr von der Arbeit in ihrem Garten zwei Zelte, drei Räder und drei spaghettikochende, in der Dämmerung unerkennbare Radler vorzufinden. Glücklicherweise hatte sie jedoch noch nicht die Polizei gerufen, sondern nur einen ihrer Nachbarn mitgebracht, um nachzusehen, was die Fahrradgang in ihrem Garten anstellte.

Paul konnte ihrer Verwirrung glücklicherweise schnell Abhilfe verschaffen und wir hatten mit den beiden noch einen sehr lustigen Abend.

Von Qualicum Beach aus fuhren wir nach Westen über Port Alberni nach Ucluelet. Dort hofften wir beim einzigen Couchsurfer im Ort unterzukommen, der laut seinem Profil eine Schlafgelegenheit anbieten konnte. Leider konnten wir jedoch bei ihm nicht übernachten, sondern bekamen nur einen Tipp zum Campen – Fletcher’s Beach sollte angeblich gut zum Wildcampen geeignet sein, und stellte sich tatsächlich als wunderschöne einsame Bucht heraus, die nur von vereinzelten Einheimischen besucht wurde. Leider war es jedoch unmöglich, unsere Räder über den steilen, felsigen und engen Weg bis zur Bucht zu bringen und wir mussten unser Zelt letztendlich wieder mal im Wald ohne Meerblick und Strand aufschlagen.

Tofino, das etwas nördlich von Ucluelet an der Westküste von Vancouver Island nahe am Pacific Rim National Park liegt und von dem uns schon zahlreiche Leute vorgeschwärmt hatten stellte sich als sehr touristisches kleines Dörfchen heraus, in dem man für einen Zeltplatz pro Nacht bis zu 56$ zahlt, das aber außer einem langen Sandstrand nicht viel zu bieten hat, wenn’s wie bei uns den ganzen Vormittag regnet. Am Nachmittag hatten wir zwar noch die Gelegenheit bei Sonnenschein aber trotzdem recht diesigem Wetter die viel gelobte Long Beach – einen kilometerlangen Sandstrand zwischen Tofino und Ucluelet zu erkunden und den Surfern etwas zuzusehen, was jedoch den Gesamteindruck von Tofino auch nicht sonderlich aufwertet, wenn man Sandstränden nicht viel abgewinnen kann.

Wir können den Hype um Vancouver Island nicht ganz nachvollziehen – vielleicht sind wir von den Landschaftlich wirklich sehr schönen Strecken in Alaska, im Yukon und im Norden British Columbias einfach ein bisserl verwöhnt. Ein wenig hat sicher auch das Wetter dazu beigetragen, dass wir keinen so überragenden Eindruck von der Insel gewonnen haben. Zum anderen muss man wahrscheinlich mehr in die weniger dicht besiedelten Gebiete der Insel vordringen – zB. Auf Kajaktouren oder beim Wandern, um einen besseren Eindruck von der Natur Vancouver Islands zu bekommen.

Die Teile der Insel, die uns gefallen haben sollen aber natürlich nicht unerwähnt bleiben: Der Cameron und der Sproat Lake haben wirklich glasklares Wasser, wie man es in Österreich wohl nur am Grünen See oder am Samaranger See zu sehen bekommt und haben dabei trotzdem angenehme Badetemperatur von 22°C. Wir hätten viel dafür gegeben, die beiden Seen mit unseren Tauchausrüstungen zu erkunden – leider ist zum einen das Tauchen in Seen in Kanada nicht sehr verbreitet, weils ja genug Küste gibt und zum anderen mit 200$ pro Tauchtag (am Meer) mit 2 Tauchgängen in Tofino auch unangenehm teuer. Der Kenedy River mit seinen zahlreichen Wasserfällen und Felsbecken, in denen sein unglaublich smaragdgrünes aber klares Wasser zu Geltung kommt hat uns auch sehr beeindruckt, ebenso wie die 800 Jahre alten bis zu 76 m hohen und 9 m im Umfang messenden Douglas-Firs im Cathedral Grove State Park.
In Coombs gibt’s einen netten Farmers Market und ein gar nicht so teures aber gut sortiertes Delikatessen-Geschäft mit Rasen und Ziegen am Dach.

Zurück an der Ostküste, verabschiedeten wir uns in Nanaimo von Vancouver Island und nahmen die Fähre nach Horseshoe Bay, von wo wir über den Marine Drive an der Küste entlang nach Nord Vancouver fuhren. Die wunderschönen Häuser an der Küste lassen einen schon vermuten, warum Vancouver einer der Städte mit der höchsten Lebensqualität der Welt ist – auch wenn die Grundstückspreise in dieser Gegend weit jenseits von gut und böse liegen.

In Nord Vancouver wurden wir von den Bryants, die uns vor langer Zeit im Yukon eingeladen hatten, sie in Vancouver zu besuchen, sehr herzlich empfangen. Wir genossen unser eigenes Zimmer mit eigenem Bad, und nahmen die Gelegenheit wahr die Küche ausgiebig in Anspruch zu nehmen und zwei Leibe richtiges Brot zu backen – Das Brot in Nordamerika hat nämlich den Namen unserer Meinung nach nicht verdient. Speziell das allgegenwärtige Sandwichbrot, von dem ½ Meter ca. ein Pfund wiegt besteht eigentlich zum Großteil aus Luft und wenn man es Vakuumverpackt, würde es sich wahrscheinlich nicht mehr von Tortillas unterscheiden.

Vancouver selbst ist tatsächlich eine sehr schöne und sehr internationale Stadt – der hohe Anteil an asiatischen Einwanderern ist wohl auch für die hohe Qualität des Sushis verantwortlich, das wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Für alle Sushi Fans können wir das Restaurant Toyama in der Seymour Street 757 wärmstens empfehlen – All You Can Eat Sushi für 11.95$ mit einer Qualität, die wahrscheinlich alles, was man in Wien bekommt übertrifft. Zudem bestellt man hier das Sushi so oft man will von der Karte und es wird von den drei Köchen an der Sushitheke frisch hergestellt, anstatt auf Tellern einige runden durchs Restaurant zu drehen, bevor sich einer der Gäste der Vernichtung annimmt.

Weiters empfehlenswert sind das Schweizerhaus (lecker Seafood) sowie der Markt auf Granville Island.

Wir verbrachten 4 Tage in Vancouver und ob der netten Familie und der schönen Stadt fiel es uns etwas schwer, uns wieder auf den Weg zu machen. Trotzdem war etwas Bewegung dringend nötig denn wir hatten in den 4 Tagen ungefähr gleich viel gegessen, wie normalerweise an 100 km Tagen 🙂

Wir verließen Nordvancouver am Vormittag, sollten es allerdings nicht recht weit bringen, denn nach 60 km wurden wir schon wieder vor einem Supermarkt angesprochen und für den Abend zum Spanferkelessen bzw. zur Übernachtung eingeladen. Peter und Johanna, beide holländischer Abstammung wohnten in Surrey, einem der Vororte von Vancouver, knapp an der Staatsgrenze. Das Spanferkel ließen wir sie allerdings alleine essen, da wir weder auf eine große Party mit vielen unbekannten, noch auf deftige Küche Lust hatten.

Am nächsten Tag überquerten wir unsere zweite Staatsgrenze, um erneut in die USA einzureisen. Unsere Aufenthaltsgenehmigung wurde leider nicht verlängert und somit müssen wir spätestens am 8.12.09 nach Mexiko ausreisen.

Unsere Nächste Station war Seattle, das wir auf Empfehlung von Ed, unserem Host in Vancouver besuchten und das uns sogar besser gefiel als Vancouver. Die Vororte waren zwar bei der Anreise etwas mühsam zu durchqueren so dass wir erst gegen 22:00 bei unseren Warmshowers Hosts ankamen, aber Seattle Downtown ist wirklich schön und vor allem der Pike Place Market mit dem ersten Starbucks Coffeshop der Welt hat uns in seinen Bann gezogen. Auch das Aquarium ist durchaus sehenswert und schon wieder verbrachten wir mehr Zeit als geplant in der schönen Stadt. Nach drei Tagen setzten wir unsere Reise endlich fort und machten uns auf den Weg nach Shelton zur nächsten Einladung 🙂 Wir nahmen die Fähre von Seattle nach Bremerton und bemerkten gegen 17:00, dass vermutlich keiner der Campingplätze in der Nähe ohne größere Umwege zu erreichen sein würde. Da Shelton nur mehr 50 km entfernt war, wir uns in der Wartezeit auf die Fähre wieder mal ziemlich vollgegessen hatten, fanden, dass uns etwas mehr Bewegung nicht schaden könnte und für den nächsten Tag schlechtes Wetter angesagt war, beschlossen wir, einen etwas längeren Tag einzulegen und uns nach Shelton durchzukämpfen. Wir absolvierten also trotz der ca. drei Stunden, die wir durch das Warten auf die Fähre und die Überfahrt verloren hatten einen weiteren 100 km Tag – um uns in Shelton wieder 2 Tage auszuruhen. Die Taylors waren wundervolle Gastgeber, erlaubten uns wieder, die Küche mit Brotbacken zu verwüsten und versorgen uns mit wundervollem gebratenem Lachsfilet und selbstgemachtem Brombeerwein. Wir revanchierten uns daher mit Semmelknödeln und Schwammerlsauce, die großen Anklang fanden und auch bei uns wieder ein fast unangenehmes Völlegefühl hinterließen. Wir sind mittlerweile ja der Meinung, dass wir auf der Reise eher an Gewicht zunehmen statt abnehmen werden. Zu lecker sind die kulinarischen Verlockungen, denen wir allerorts ausgesetzt sind!

Die Fotos sind wieder mal aufgeteilt – auf Kanada / BC und USA / WA